Nationalsozialismus – Deutsche Chronik – 1933 bis 1939 (2/2)

1936
7. März: Nachdem Hitler den Locarno-Vertrag für nichtig erklärt hat, nimmt er die Besetzung des Rheinlands vor und veranlasst den Bau des Westwalls.

29. März: Mit 99 % Ja-Stimmen spricht sich das Volk in einer Befragung für die Besetzung des Rheinlandes aus.

4. Juli: Der Völkerbund bricht die Sanktionen gegen Italien ab.

11. Juli: Über ein Abkommen mit Österreich werden die freundschaftlichen Beziehungen wieder hergestellt.

18. Juli: Ausbruch eines Bürgerkriegs in Spanien.

1. August: Beginn der Olympischen Spiele in Berlin.

24. August: Einführung der zweijährigen Militärzeit.

18. Oktober: Verkündung eines Vierjahresplans, mit dessen Durchführung Göring betraut wird.

25. Oktober: Das Reich und Italien schließen einen Freundschaftsvertrag ("Achse").

14. November: Wiederherstellung der Reichshoheit über die deutschen Ströme. Damit werden die Bestimmungen des Versailler Vertrags bezüglich der deutschen Wasserstraßen aufgehoben.

25. November: Das Reich und Japan schließen den Antikominternpakt.

 
1937
30. Januar: Verlängerung des Ermächtigungsgesetzes auf vier Jahre.

4. März: Mit der päpstlichen Enzyklika "Mit brennender Sorge" wird die nationalsozialistische Rassenlehre angegriffen.

5. November: In einer Unterredung mit der obersten militärischen und zivilen Führung nehmen Hitlers kriegerische Pläne Gestalt an (Hossbach-Protokoll).

6. November: Italien tritt dem Antikominternpakt bei.

 
1938
4. Februar: Ribbentrop wird Außenminister und Hitler Befehlshaber der Wehrmacht.

12. März: Einmarsch deutscher Truppen in Österreich ("Anschluss").

22. April: Hitler zieht einen Angriff auf die Tschechoslowakei in Erwägung ("Studie Grün").

24. April: Die sudetendeutsche Partei fordert im Karlsbader Programm einen deutschen Staat innerhalb der Tschechoslowakei.

21. Mai: Teilmobilmachung der Tschechoslowakei aufgrund der "militärischen Gefährdung" des Landes.

30. Mai: Hitler gibt als nächstes Ziel die Zerschlagung der Tschechoslowakei an ("Studie Grün" Nr. 2).

3. Juni: In einem Artikel setzt sich die "Times" für das Selbstbestimmungsrecht der Sudetendeutschen ein.

27. August: General Ludwig Beck, der Generalstabschef des Heeres, tritt aus Protest gegen die Kriegspolitik Hitlers zurück.

15. September: Aufgrund der sudetendeutschen Krise treffen sich der britische Premierminister Chamberlain und Hitler auf dem Obersalzberg. Öffentliche Forderung Konrad Henleins, das Sudetengebiet möge sich von der Tschechoslowakei loslösen.

18. September: Einigung Frankreichs und Großbritanniens, das Sudetengebiet an Deutschland abzutreten.

22. September: Erfolglose Verhandlungen zwischen Chamberlain und Hitler bezüglich des Vorgehens bei der Durchführung der Abtretung des Sudetengebiets.

26. September: Hitler erklärt, die Abtretung des Sudetenlandes sei die letzte Revisionsforderung.

28. September: Verzicht der Westmächte auf eine geregelte Übergabe des Sudetengebiets.

29. September: Auf der Konferenz in München einigen sich Frankreich, Großbritannien, Italien und das Reich auf die sofortige Abtretung des Sudetengebiets an das Reich.

30. September: Freundschaftsabkommen zwischen dem Reich und Großbritannien.

1. Oktober: Einmarsch deutscher Truppen ins Sudetenland.

5. Oktober: Öffentliche Erklärung der britischen Regierung, mit Nachdruck an der britischen Aufrüstung zu arbeiten.

21. Oktober: Auf Hitlers Betreiben hin werden Vorkehrungen für die Liquidierung der "Rest-Tschechei" getroffen.

24. Oktober: Der polnische Botschafter sieht sich mit der Forderung des Reichsaußenministers von Ribbentrop konfrontiert, Danzig mit dem Reich wiederzuvereinigen und die Korridorfrage zu regeln.

2. November: Ein beachtlicher Teil der Forderungen Ungarns an Rumänien findet im "Wiener Schiedsspruch" Berücksichtigung. Allerdings wird darin der ungarische Anspruch auf die Slowakei abgelehnt.

9. November: Durchführung organisierter Ausschreitungen gegen die Juden ("Kristallnacht").

24. November: Befehl Hitlers, einen Handstreich auf Danzig vorzubereiten.

6. Dezember: Zwischen Frankreich und Deutschland wird ein Nichtangriffsvertrag geschlossen und die Achtung der beiderseitigen Grenzen garantiert.

 
1939
5. Januar: Forderung Hitlers an den polnischen Außenminister Oberst Beck, Danzig mit dem Reich wiederzuvereinigen und die Korridorfrage zu regeln.

12. Februar: In Anbetracht des nahenden Untergangs der Tschechoslowakei rät Hitler dem Slowakenführer Tuka sich von den Tschechen loszulösen.

10. März: In einer Rede vor dem Kongress der kommunistischen Partei stellt Stalin alle Absichten des Reiches auf die Ukraine in Abrede, was einem Annäherungsangebot an das Hitler-Reich nahekommt.

13. März: Hitler wiederholt gegenüber dem Regierungschef der Slowakei die Erklärungen, die er gegenüber Tuka kundtat.

14. März: Unabhängigkeitserklärung der Slowakei. Unterzeichnung eines Abkommens durch den tschechischen Staatspräsidenten Hacha, welches die Unterwerfung der Tschechoslowakei unter ein deutsches Protektorat beinhaltet.

16. März: Premierminister Chamberlain erklärt die britische Garantie für den auseinandergefallenen tschechoslowakischen Staat für nichtig.

17. März: Protest von Seiten Großbritanniens, Frankreichs, der Sowjetunion und der Vereinigten Staaten gegen die Besetzung der Tschechoslowakei durch das Reich. Aufruf Chamberlains zum Kampf gegen die deutschen Vormachtsbestrebungen.

20. März: Gezwungenermaßen tritt Litauen das Memelgebiet an Deutschland ab.

23. März: Das Reich und die Slowakei schließen einen Protektorats vertrag. Zwischen Rumänien und dem Reich wird ein Wirtschaftsvertrag geschlossen, infolge dessen Rumänien seine Rohstoffquellen dem Reich in beachtlichem Ausmaß ausliefert.

31. März: Großbritannien gibt dem polnischen Staat ein Beistandsversprechen.

3. April: Hitler ordnet an, Vorkehrungen für einen Krieg gegen Polen vom 1. September an zu treffen.

7. April: Italien besetzt im Wettlauf mit dem Reich Albanien.

28. April: Kündigung des deutsch-englischen Flottenvertrags und des deutsch-polnischen Freundschaftsabkommens durch Hitler.

4. Mai: Mussolini erreicht vom Reich das Versprechen, dass ein großer Krieg nicht vor Ablauf der kommenden drei Jahre durchgeführt würde.

8. Mai: Eine große Koalition gegen das Reich aus Großbritannien, Frankreich und der Sowjetunion scheitert an der Ablehnung Großbritanniens.

22. Mai: Zwischen dem Reich und Italien wird ein Militärpakt geschlossen ("Stahlpakt").

15. Juni: Beginn der Verhandlungen zwischen den Westmächten und der Sowjetunion über ein Bündnis. Die Weigerung Polens und Rumäniens, der Sowjetunion das Durchmarschrecht zu gewähren, und die Abneigung der Westmächte, Russland in Osteuropa freie Hand zu lassen, führen zu einem Scheitern der Verhandlungen.23. August: Freundschaftsvertrag zwischen dem Reich und der Sowjetunion und Teilung Polens durch das Reich und die Sowjetunion in Interessensgebiete.

25. August: Zwischen Polen und Großbritannien wird ein förmlicher Beistandspakt geschlossen. Hitler widerruft den an diesem Tag ausgegebenen Angriffsbefehl.

26. August: Scheitern der Vermittlungsversuche Italiens und Großbritanniens.

1. September: Das Reich eröffnet den militärischen Angriff auf Polen.
 
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