Zweite Weltkrieg – Deutsche Chronik – 1939 bis 1945 (3/3)

1944
22. Januar: Landung der Alliierten in Italien bei Anzio und Nettuno.

15. Februar: Erklärung des Großadmirals Dönitz vor den Oberbefehlshabern, England könne friedensbereit gemacht werden, indem eine neue deutsche Offensive zur See gestartet wird.

22. Februar: Churchill versucht die Bedenken der polnischen Exilregierung gegen den Gebietsaustausch Polens in einer Rede im Unterhaus auszuräumen.

4. März: Eröffnung einer Offensive gegen die deutsche Heeresgruppe Süd durch die Sowjets.18. März: Die strategischen Punkte Ungarns werden von der Wehrmacht besetzt.

4. Juni: Die Wehrmacht räumt Rom.

6. Juni: Landung des britischen und amerikanischen Heeres in Frankreich.

10. Juni: Das französische Dorf Oradour wird von einer SS-Einheit zerstört, seine Einwohner ermordet.

14. Juni: Die Beschießung Englands durch Raketen nimmt seinen Anfang.

22. Juni: Die Sowjets eröffnen eine große Offensive gegen den Mittelabschnitt der Ostfront.

20. Juli: Verschiedene Widerstandskreise versuchen auf unterschiedliche Art die Herrschaft Hitlers zu unterbinden. Himmler wird Befehlshaber des Ersatzheeres.

21. Juli: Bildung eines prokommunistischen Polenkomitees in Moskau.

23. Juli: Einführung des "deutschen Grußes" in der Wehrmacht.

31. Juli: General Patton leitet den Bewegungskrieg in Frankreich ein, nachdem er bei Avranches die deutsche Front durchbrochen hat.

1. August: Festlegung der Sippenhaftung für Angehörige der deutschen Wehrmacht durch Hitler. In Warschau erhebt sich die polnische Geheimarmee unter General Bor.

4. August: Die deutschen Truppen räumen Florenz. An den Apenninen bauen sie eine Abwehrstellung auf.

15. August: Alliierte Truppen landen in Südfrankreich. Unter General de Gaulle ziehen französische Einheiten in Paris ein. Der Warschauer Aufstand wird von der Sowjetunion als "verbrecherisch" deklariert.

21. August - 26. September: In einer Konferenz bei Dumbarton Oaks bereiten die alliierten Mächte die "Vereinten Nationen" vor.

4. September: Finnland scheidet aus dem Krieg aus.

7. September: Der Oberbefehlshaber West sieht in dem Aufbau einer Auffangstellung am Westwall die einzig erfolgversprechende Lösung.

11. September: Alliierte Heere erreichen die Reichsgrenze.

12. September: Rumänien scheidet aus dem Krieg aus.

15. September: In Quebec unterzeichnen Roosevelt und Churchill den sog. "Morgenthauplan", der die Vernichtung des Ruhrgebiets beinhaltet.

22. September: Roosevelt verleugnet den Morgenthauplan.

25. September: Hitler ordnet die Aufstellung des Volkssturms unter Führung der Gauleiter und oberster Leitung Himmlers an.

28. September: Die letzten Transporte aus Theresienstadt werden in die Todesfabrik von Auschwitz veranlasst.

2. Oktober: Die polnische Armee unter General Bor ergibt sich in Warschau.

11. Oktober: Entwurf des Generals Jodl für einen neuen Sensenschnitt durch die Ardennen.

13. Oktober: Auf einer Konferenz in Moskau beschließen Stalin und Churchill die "Neue Teilung Polens".

14. Oktober: Generalfeldmarschall Rommel wird wegen seiner Beteiligung am 20. Juli zum Selbstmord genötigt.

15. Oktober: Ein ungarischer Sonderwaffenstillstand wird von den Deutschen gewaltsam verhindert.

21. Oktober: Amerikanische Truppen besetzen Aachen. Lynchjustiz gegen alliierte Flieger durch die Deutschen.

November: Befehl Hitlers, Nordnorwegen in "verbrannte Erde" zu verwandeln.

25. November: Entscheidung Hitlers für die "große Lösung der Ardennen-Unternehmung", d.h. für einen Vorstoß bis nach Antwerpen.

15. Dezember: Churchill setzt sich im Unterhaus für die Aussiedlung der Deutschen aus den Gebieten östlich der Oder-Neiße-Linie ein.

16. Dezember: Beginn der deutschen Ardennen offensive.

18. Dezember: Die Ardennen offensive kommt zum Stehen.

 
1945
1. Januar: Das Lubliner Komitee erklärt sich zur Regierung Polens. Großangriff der deutschen Luftwaffe auf alliierte Flugplätze. Zwar gelingt es ihr, 300 Flugzeuge zu vernichten, aber ihr eigener Bestand reduziert sich um ein Drittel und ist deswegen selbst nicht mehr einsatzfähig.

3. Januar: Die deutsche Armee zieht sich aus dem Ardennen gebiet zurück und kann sich so weitgehend der aus einem Angriff Montgomerys und Pattons resultierenden Umzingelung entziehen.

16. Januar: Vor den Oberbefehlshabern erklärt Hitler, er wolle sich im Westen allein auf die Verteidigung beschränken. Gleichzeitig entsendet er Truppen nach Ungarn.

23. Januar: Guderian, der Chef des Generalstabes, versucht ohne Erfolg, den Reichsaußenminister zu Friedensbemühungen zu bewegen. Die Sowjets erreichen die Oder.

26. Januar: Durch einen Vorstoß der sowjetischen Armee durch Pommern an die Ostsee wird Ostpreußen abgeschnitten.

31. Januar: Der Einschließungsring der sowjetischen Armeen um Königsberg schließt sich. Februar: Die Abtransporte zur See aus Ostpreußen nehmen ihren Anfang. Der Flüchtlingsstrom aus dem Osten wird immer größer.

4.-12. Februar: Roosevelt, Stalin und Churchill treffen sich in Jalta auf der Krim. Die Sowjetunion erteilt die Zusage, zwei bis drei Monate nach der deutschen Kapitulation in den Krieg gegen Japan einzutreten, wenn ihr die mandschurische Eisenbahn überlassen wird. Außerdem werden Vereinbarungen über die Besatzungszonen in Deutschland getroffen und über die Entfernung derjenigen deutschen Industrie, die für Kriegsproduktion jeglicher Art geeignet ist.

10. Februar: Hitler zieht die Kündigung der Genfer Konvention in Betracht.

13. Februar: Die Rote Armee erobert Budapest. Auf russische Veranlassung hin unternimmt die britische Luftwaffe einen schweren Luftangriff auf Dresden.

15. Februar: Die Rote Armee beginnt mit der Eroberung von Breslau.

16. Februar: Hitler befiehlt die Einsetzung von Standgerichten.

19. Februar: Der Einschließungsring um Königsberg wird von der Wehrmacht vorübergehend aufgesprengt. Graf Bernadotte, verwandt mit dem schwedischen König, verhandelt in Hohenlychen über das Schicksal der Norweger und Dänen in den Konzentrationslagern.

23. Februar: Köln wird von der amerikanischen Armee angegriffen.

26. Februar: Durchbruch der sowjetischen Armee zur Ostsee. Damit ist Ostdeutschland abgeschnitten.

7. März: Die Amerikaner überschreiten eine Brücke bei Remagen und bilden einen Brückenkopf auf dem linken Rheinufer.

8. März: In der Schweiz finden mit SS-General Wolf Verhandlungen über die Kapitulation der deutschen Streitkräfte in Italien statt.

10. März: Feldmarschall Kesselring wird Oberbefehlshaber im Westen.

17. März: Die amerikanische Armee besetzt Köln.

18. März: Hitler erklärt das "stärkere Volk des Ostens" zur Nation der Zukunft.

19. März: Hitler erlässt den sog. "Nero-Befehl", der die Zerstörung aller Verkehrsverbindungen, Versorgungsanlagen, Gas- und Elektrizitätswerke und Produktionsanlagen anordnet, sobald sich der Gegner nähert.

22. März: Das Reich setzt die Regierung Szototay in Ungarn ein, die ihm hörig ist. Der britischen Armee gelingt es, den Übergang über den unteren Rhein zu erzwingen.

28. März: General Krebs wird Chef des Generalstabes.

30. März: Die Sowjetunion erobert Danzig.

31. März: Montgomery fordert, Berlin vor den Sowjets zu erobern. Eisenhower lehnt dieses Ansinnen ab.

1. April: Die sowjetische Armee beginnt den Angriff auf Wien.

3. April: Hitler erteilt den "Flaggenbefehl": Alle männlichen Bewohner eines Hauses seien zu erschießen, welches eine weiße Flagge zeigt.

5. April: Russland kündigt den Nichtangriffspakt mit Japan auf.

12. April: Franklin Delano Roosevelt stirbt.

12. April: Teile der amerikanischen Armee haben sich 60 Meilen von Berlin entfernt aufgebaut. Königsberg wird vom Kommandanten den Russen übergeben.

13. April: Stalin verkündet die völlige Einnahme von Wien.

17. April: Gegen Berlin beginnt eine große russische Offensive.

18. April: Kapitulation des Ruhrgebietes. Einzug der Amerikaner in Leipzig.

20. April: Der deutsche Verteidigungsring um Berlin wird von der sowjetischen Armee durchbrochen.

23. April: Angebot der einseitigen Kapitulation gegenüber den Westmächten durch Himmler, sofern gegen die Sowjets weitergekämpft werden könne, bis die Front der Alliierten die deutsche Front ersetzen würde. Ablehnung des Angebots durch die Westmächte.

25. April: Vollständige Umzingelung Berlins. In San Francisco findet die Gründung der Weltorganisation der Vereinten Nationen (UN) statt.

28. April: Partisanen ermorden Mussolini und seine Geliebte.

29. April: Die Armee Wenck versucht erfolglos, Berlin zu befreien.

30. April: Selbstmord Hitlers. Testamentarisch bestimmt er Großadmiral Dönitz zum Reichspräsidenten. Churchill fordert vom alliierten Oberkommando, die Eroberung Prags vor den Sowjets zu unternehmen.

1. Mai: Goebbels und seine gesamte Familie verüben Selbstmord. Regierungsübernahme in Flensburg durch Großadmiral Dönitz und Einstellung des Kampfes gegen den Westen.

2. Mai: Ohne Berücksichtigung des testamentarischen Willens Hitlers bildet Großadmiral Dönitz eine neue Regierung. Montgomery gelingt es noch vor den Sowjets, Wismar und Lübeck zu erreichen. Der Kampfkommandant von Berlin übergibt sich den Sowjets. Öffentliche Erklärung Eisenhowers, die Unterscheidung zwischen Ost und West - wie sie von Großadmiral Dönitz in seinen Aufrufen getroffen worden ist - nicht zu teilen.

4. Mai: Die deutschen Armeen in der Lüneburger Heide kapitulieren vor dem britischen Feldmarschall Montgomery.

6. Mai: Der "Reichsführer SS" Himmler wird von Großadmiral Dönitz all seiner Ämter enthoben. Eisenhower kündigt in der Nacht vom 6. auf den 7. Mai an, Schießbefehl auch auf einzelne unbewaffnet überlaufende Soldaten zu erteilen, sollte die Unterzeichnung der Kapitulation noch weiter hinausgezögert werden.

7. Mai: Um 2 Uhr 41 wird die Kapitulation der deutschen Armeen in Reims unterzeichnet.

8. Mai: Um 24 Uhr tritt an allen Fronten Waffenruhe ein.

9. Mai: Die Waffenruhe wird in einem letzten Bericht der Wehrmacht mitgeteilt: "An allen Fronten schweigen die Geschütze."

23. Mai: Die "Reichsregierung" Dönitz wird verhaftet.

5. Juni: Die oberste Regierungsgewalt Deutschlands wird durch eine Proklamation von den Siegermächten übernommen.

11. Juni: Die kommunistische Partei der Sowjetzone tritt an die Öffentlichkeit.

15. Juni: Neubildung der Sozialdemokratischen Partei der Sowjetzone.

20. Juni: Konstituierung der Christlich-Demokratischen Union in der Sowjetzone.

1. Juli: Die amerikanischen Armeen ziehen sich aus Sachsen und Thüringen zurück. Die Sowjets erteilen den alliierten Truppen die Erlaubnis, wie vereinbart in Berlin einzumarschieren.

11. Juli: Errichtung der Alliierten Kommandantur in Berlin. Ihre Amtszeit erstreckt sich bis in den Herbst 1946 hinein.

17. Juli: Konferenz der drei Siegermächte in Potsdam.

27. Juli: Bildung deutscher Verwaltungen in der sowjetischen Besatzungszone.

30. Juli: erste Sitzung des Kontrollrats in Berlin.

31. Juli: Die Regierungschefs der drei Siegermächte einigen sich darauf, die Verwaltung der Gebiete jenseits der Oder-Neiße-Linie Polen zu überlassen. Ferner beschließen sie, keine deutsche Regierung zu bilden. Allerdings wollen sie gesamtdeutsche "Verwaltungen" schaffen. Diese scheitern jedoch am Widerstand Frankreichs.

8. August: Die Siegermächte verständigen sich über die Abwicklung der Kriegsverbrecherprozesse.

1. September: Konstituierung der Christlich-Demokratischen Union in der britischen Zone. In Bayern wird die Christlich-Soziale Union gegründet.

7. September: Einleitung der Bodenreform in der sowjetischen Zone.

9. September: Reparationskonferenz in Paris. Es werden keine nennenswerten Ergebnisse erzielt.

19. September: Die Länder Bayern, Württemberg und Hessen werden gebildet.

30. Oktober: Ein Befehl der Militärregierung der Sowjetzone löst die Enteignung von Betrieben aus.

6. November: Bildung eines Länderrates aus den Regierungen der drei Länder in der amerikanischen Zone.

20. November: Abkommen der Siegermächte, das die Verteilung der aus dem Osten ausgesiedelten Deutschen auf die Besatzungszonen regelt. Beginn des Kriegsverbrecherprozesses in Nürnberg. Die Urteilsverkündung erfolgt am 1.10.1946, dessen Vollstreckung am 16.10.1946.
 
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