Seesterne Seeigel und andere Stachelhäuter

Stachelhäuter oder Echinodermen (Echinodermata), zu denen Seesterne und Seeigel gehören, leben in allen Weltmeeren, man findet sie am Meeresgrund, in Felsenhöhlen, seichten Küstengewässern oder tief im Sand vergraben. Der Tierstamm umfasst mehr als 5500 Arten und wird in fünf Klassen eingeteilt.

Die Klassen der Stachelhäuter
Seeigel (Klasse Echinoidea) ähneln eher wunderschönen symmetrischen Plastiken als lebendigen Tieren, sie starren von spitzigen Stacheln. Am größten wird der japanische Seeigel Sperosoma giganteum: Sein Durchmesser beträgt 32 cm. Die meisten Arten messen jedoch nur etwa 7,5 cm. Seesterne und Kissensterne (Klasse Asteroidea) sind oft herrlich gefärbt und gehören zu den schönsten Meereslebewesen. Die Art Pycnopodia von der Westküste Nordamerikas hat einen Durchmesser von 1 m, einige Gänsefußsterne erreichen wegen ihrer kurzen Arme nur 1,2 cm. Weniger bekannt sind die schlaffen Seewalzen (Klasse Holothuroidea). Die kleinen, zarten Schlangensterne (Klasse Ophiuroidea) leben oft in großen Gruppen an abgeschiedenen Stellen des Meeresgrundes. Die einfach gebauten Seelilien (Klasse Crinoidea) bevorzugen die Tiefsee.

Alle Stachelhäuter sind fünfstrahlig-symmetrisch. Die äußere Gestalt und die inneren Organe sind in fünf gleiche Sektoren gegliedert, angeordnet um eine senkrecht stehende zentrale Achse. Diese strahlig-symmetrischen Formen haben sich wahrscheinlich aus frei lebenden zweiseitig-symmetrischen Vorfahren entwickelt, als diese zu einer festsitzenden Lebensweise übergingen. Später haben viele Stachelhäuter die festsitzende Lebensweise wieder aufgegeben. Seewalzen sind äußerlich zweiseitig-symmetrisch, zeigen jedoch in inneren Organen fünfstrahlige Symmetrie.

Sternform und kugelige Form der Stachelhäuter gleichen sich äußerlich wenig. Zöge man jedoch fünf Arme des Seesterns über seinen Scheitel und nähte sie zusammen, so hätte man die Gestalt des Seeigels vor sich. Ein weiteres gemeinsames Kennzeichen ist das Außenskelett aus Kalkplatten unter der Haut. Bei den Seeigeln sind diese Platten zu einem starren Panzer verschmolzen, bei den Seewalzen dagegen zu mikroskopisch kleinen Stacheln (Spiculae) umgebildet.

Fortbewegung und Ernährung
Die meisten Echinodermen können sich nur langsam fortbewegen. Seesterne und besonders Seeigel sind von einem starren Hautpanzer umschlossen und kriechen hauptsächlich mit Hilfe unzähliger kleiner Anhänge, den Saugfüßchen. Dies sind blind endende, schlauchartige Ausstülpungen eines in der Leibeshöhle liegenden Wassergefäßsystems. Das Ausstrecken der Füßchen erfolgt hydraulisch, indem Flüssigkeit in sie gepumpt wird. Sie saugen sich fest, verkürzen sich durch Muskeln und ziehen den übrigen Körper nach. Der Seeigel ist von Reihen solcher Saugfüßchen bedeckt, die er zwischen den langen Stacheln ausstreckt, wenn er einen senkrechten Felsen erklettert.

Seesterne klammern sich in der Brandung mit den Saugfüßchenreihen, die an der Unterseite ihrer Arme liegen, an Felsen fest. Schlangensterne und Medusenhäupter bewegen sich durch Winden ihrer langen Arme. Die zahlreichen beweglichen Arme der Seelilien oder Haarsterne gehen von einem Stiel aus, der fest an Felsen oder im Sand verankert ist. Sie dienen vor allem zum Erwerb von Plankton. Seelilien halten diese Nahrung in den fünf radialen Rillen ihrer Arme fest und befördern sie mit Hilfe von Wimperzellen zum Mund. Seeigel fressen beim Kriechen über Felsen, wo sie winzige Pflanzen und Tiere mit ihrem Kauapparat abraspeln. Die Exkremente stoßen sie durch eine Öffnung am oberen Pol aus.

Viele Seesterne spüren Muscheln und Schnecken auf und öffnen die Muscheln, indem sie die Muschelschalen durch die Zugkraft ihrer Füßchen auseinanderziehen. Auch andere Tiere reißen sie auf oder vom Boden los. Manche Seesterne fressen sogar Krebse oder kleine Fische. Die Dornenkrone (Acanthaster planci) lebt von Korallenpolypen und gefährdet dadurch die Wellenbrechenden Korallenriffe des Pazifischen Ozeans. Seewalzen nehmen Sand auf und entziehen diesem die darin enthaltenen Nährstoffe.

Schutzvorrichtungen und Fortpflanzung
Die spitzen Stacheln der Seeigel können schmerzhafte Wunden verursachen. Manche Arten bewegen ständig ihre Stacheln und sollen sich so eine schützende Höhlung in den Fels arbeiten, andere graben sich im Sand ein. Seewalzen der Gattungen Holothuria und Actinopyga schleudern klebrige, weiße Fäden durch den After hinaus, um ihre Feinde zu behindern. Sie können bei Gefahr sogar ihre Eingeweide aus der Mundöffnung ausstoßen und später regenerieren. Echinodermen besitzen ein erstaunliches Regenerationsvermögen. Der pazifische Seestern Linckia kann alle fünf Arme ersetzen, wenn nur ein kleiner Teil eines Armes an der Mittelscheibe hängen blieb. Der Schlangenstern Ophiothrix fragilis kann bei unvorsichtiger Behandlung in einzelne Stücke zerbrechen, die sich alle zu neuen Tieren ergänzen: Das Regenerationsvermögen dient ihm sowohl zum Schutz als auch zur Vermehrung. So bevölkerte ein einziger männlicher Schlangenstern (Ophiactis savignyi) in Mittelamerika mit der Zeit ein ganzes Riff.

Stachelhäuter sind getrenntgeschlechtlich. Im Frühjahr geben die Weibchen ihre Eier (bis zu 2 Millionen) ins Meerwasser ab, die Männchen ihr Sperma, die eigentliche Befruchtung erfolgt dann im Wasser. Die Jungen der kalifornischen Seewalze entwickeln sich in deren Leibeshöhle. Bei den allermeisten Stachelhäutern schlüpfen aus den Eiern freischwimmende Planktonlarven.
 
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Referat: 1717 - Seesterne Seeigel und andere Stachelhäuter
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