Das Erdbeben in Shanxi

Was die Zahl der Todesopfer anbelangt, war das Erdbeben in der nordchinesischen Provinz Shanxi im Jahr 1556 das schlimmste.

Anfang des 16. Jahrhunderts war Shanxi eine mächtige Provinz im China der Ming-Dynastie und ein berühmtes Handels- und Finanzzentrum. Shanxi liegt auf einer seismisch aktiven Hochebene und hat viele Erdbeben erlebt. Keines lässt sich jedoch mit dem Beben am 21. Januar 1556 vergleichen, von dem auch mehrere benachbarte Provinzen betroffen waren.

Ein regionales Erdbeben
An diesem Wintermorgen verwüstete ein gewaltiges Erdbeben, das bislang folgenreichste der Geschichte, eine 1295 km2 große Region in Nordchina.

Das Epizentrum lag in der Nähe von Huashan in der Provinz Shanxi. Heutige Seismologen schätzen, dass das Beben die Stärke 8 auf der Richterskala hatte. Es war somit »ein starkes Erdbeben mit großen Zerstörungen und Todesfällen auf mehreren hundert Quadratkilometern«. Insgesamt 97 Bezirke waren betroffen. Die Verwüstung war unterschiedlich, doch als der erste Schrecken sich legte, war allen klar, dass es viele Tote gab.

Zerbrechliche Häuser
Ein großer Teil der Bevölkerung in Nordchina lebte in minderwertigen Häusern, und in Shanxi hausten viele Leute in Höhlen, die sie in Lösswände gebohrt hatten. Löss ist ein brüchiger Bodentyp, in dem man leicht graben kann (in China leben heute noch Menschen in Lösshöhlen), aber er ist wenig widerstandsfähig gegen Erosion und Erdbeben. Im Jahr 1556 wurden diese Höhlen für Hunderttausende von Menschen zum Grab. Man schätzt, dass während des Bebens etwa 830000 Menschen starben, in manchen Gegenden 60 Prozent der Bevölkerung. Aber das Ende des Erdbebens erlöste die Menschen keineswegs von ihrem Leid. In vielen Dörfern wütete tagelang ein Feuer (ein häufiger Begleiter von Erdbeben), und weil die soziale Ordnung zusammenbrach, kam es zudem zu Aufständen und Plünderungen. Ein halbes Jahr lang gab es etwa zwei- oder dreimal im Monat Nachbeben, die den Wiederaufbau zunichte machten. Die Region wird bis heute von Erdbeben heimgesucht.

Fakten
1. Am 14. Februar 1556 ereignet sich in der Provinz Shanxi ein Erdbeben der Stärke 8, das bislang folgenreichste der Menschheitsgeschichte, und verwüstet ein 1295 km2 großes Gebiet.
2. 830000 Menschen sterben, viele von ihnen in ihren zusammenstürzenden Häusern.
3. Sechs Monate lang kommt es zu Nachbeben in der Region.
 
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Referat: 3958 - Das Erdbeben in Shanxi
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