Man sollte sich fit halten, um Krankheiten und geistiger wie körperlicher Erschöpfung vorzubeugen und nicht zuletzt, um das Leben besser genießen zu können. Ausgeglichene Ernährung, frische Luft und Sonne, genügend Schlaf und eine gewisse regelmäßige sportliche Betätigung empfehlen sich für jeden, ob Mann oder Frau, alt oder jung, dick oder dünn. Würden diese Ratschläge allgemein befolgt, so würden sich Wartezimmer und Krankenhäuser leeren, und viele Krankheiten könnten ganz und gar vermieden werden.
Obwohl die Vorteile körperlicher Fitness sattsam bekannt sind, wird meist mehr gepredigt als praktiziert. Der moderne Mensch betreibt den Sport häufig nur passiv - vom Fernsehsessel aus. Sitzende Tätigkeit sowie arbeitserleichternde Maschinen machen ihn zunehmend bequemer.
Der Kern der Sache
Körperlich trainierte Menschen sind gesünder und haben eine höhere Lebenserwartung, unter anderem weil ihr Herz geschont wird und Herz- und Kreislauferkrankungen weitgehend ausgeschlossen werden können. An Erkrankungen, die auf Muskelerschlaffung zurückzuführen sind - wie die weitverbreiteten Rückenschmerzen -, leiden sie zu einem wesentlich geringeren Prozentsatz.
Gut 640 Muskeln machen etwa 45 Prozent unseres Körpergewichtes aus. Sie müssen kräftig, ausdauernd und elastisch gehalten und dauernd mit energiereichen Stoffen aus dem Blut versorgt werden. Eine vernünftige sportliche Betätigung, auf die individuellen Bedürfnisse und Möglichkeiten zugeschnitten und unter ärztlicher Kontrolle durchgeführt, garantiert am ehesten einen gesunden und durchtrainierten Organismus. Man sollte vorsichtig beginnen und die Belastung langsam steigern.
Isometrische und Isotone Übungen
Die meisten Menschen haben in ihrer Schulzeit etwas Gymnastik betrieben - Streckübungen, Laufen auf der Stelle, Heben von Gewichten usw. Diese Übungen sind natürlich weiterhin von Nutzen, doch ist man inzwischen zu neuen, sinnvolleren Arten körperlichen Trainings übergegangen.
Isometrische Übungen etwa wurden von der amerikanischen Marine entwickelt (auf modernen Kriegsschiffen, z. B. U-Booten, müssen die Besatzungsmitglieder bekanntlich oft monatelang ohne Landgang auf engem Raum zusammenleben - körperlich fit zu bleiben ist dann ein Haupterfordernis). Bei diesen Übungen werden einzelne Muskelgruppen wechselweise für jeweils 5-8 Sekunden gegeneinander angespannt, ohne dass eine Bewegung gemacht werden müsste.
Das stärkt oder »tonisiert« die Muskeln. Isometrische Übungen können von Mann oder Frau ohne ärztliche Aufsicht zu jeder Zeit und fast überall - sogar am Schreibtisch - ausgeführt werden.
Eine sportliche Betätigung, die kräftige Bewegungen und physische Anstrengung erfordert - wie Laufen, Springen, Werfen u. ä. -, wird als Isoton bezeichnet. Um Kraft und Ausdauer zu steigern, können isometrische und Isotone Übungen kombiniert werden, wie das beim Training von Leistungssportlern geschieht.
In den letzten Jahren hat man solche -vereinfachten - Trainingsprogramme auf originelle Weise populär zu machen versucht: An vielen Orten wurden »Trimm -dich-Pfade« oder »Fitness-Parcours« angelegt. Das sind kleine Übungsplätze, meist neben Spazierwegen durch Wiesen oder Wälder, die mit mühelosen Bewegungsabläufen beginnen und sich im Schwierigkeitsgrad langsam steigern. Man sollte aber nicht nur die auf Schildern an jedem Trainingsplatz dargestellten Übungen durchführen, sondern auch die empfohlene Anzahl und das Tempo beachten - oft wird in die Gruppen »Sportler« und »Familien« unterschieden. Überschätzung der eigenen Kräfte schadet dem Ziel, sich fit zu halten, ebenso wie körperlicher Inaktivität.
Yoga und Sauna
Yogaübungen, die aus der Hinduphilosophie stammen, erfreuen sich auch im Westen zunehmender Beliebtheit. Ursprünglich zur Entspannung bei ausgedehnten Meditationen gedacht, wird bei diesen Übungen besonderer Wert auf Harmonie der Bewegung und korrekte Atemtechnik gelegt. Wenn man nur 10-15 Minuten täglich trainiert, wird man sich durch Yoga schon bald gesünder und entspannter fühlen. Allerdings sollte man, um den eigentlichen Sinn zu erfassen, die Technik unter Aufsicht eines Lehrers erlernen. Auch müssen untrainierte Muskeln erst durch Lockerungsübungen entsprechend vorbereitet werden.
Um sich fit zu halten, kann man gymnastische Übungen mit Massage kombinieren und damit schlaffe Muskeln und einen müden Kreislauf zusätzlich anregen. Den gleichen Zweck erfüllt die Sauna. Richtig angewandt, befreit sie die Haut von Unreinheiten, beruhigt die Nerven, belebt den Kreislauf, kräftigt Muskeln und Gelenke und führt zu allgemeiner Entspannung.
Gesund sein und bleiben ist ein leichtes, wenn man einerseits den Verpflichtungen des täglichen Lebens mit Elan nachkommt und sich andererseits Freizeitbeschäftigungen aussucht, die die Muskulatur trainieren und den Kreislauf stimulieren, z. B. Tanzen, Schwimmen, Reiten, Radfahren, Golf- oder Tennisspielen. Ein erfolgversprechendes Fitnessprogramm muss alle wichtigen gesundheitsfördernden Faktoren in ausreichendem Umfang enthalten: genügend Schlaf, angemessene Ernährung, gute Haltung und Atemtechnik, regelmäßige sportliche Betätigung und vor allem eine positive Lebenseinstellung.
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