Die Entwicklung des Lebens

Die Erde ist in ständiger Wandlung begriffen. Besonders deutlich wird dies an Pflanzen und Tieren, wo immer sie leben: vom Hochgebirge bis in die Tiefen der Meere. Die Geschichte des Lebens von den «Anfängen an bezeichnen wir als Evolution.

Die Anfänge
Wenn es auch schwer möglich ist, die Spuren des Lebens bis zu den Anfängen zurückzuverfolgen, so ist jedenfalls sicher, dass die ersten Lebewesen im Meer entstanden sind. Sie ernährten sich von den organischen Molekülen aus ihrer Umgebung, bauten sie ab und gewannen so die nötige Energie ohne Mitwirkung von Sauerstoff. Vielleicht eine Milliarde Jahre nach dem Beginn des Lebens entwickelten einige Lebewesen das überaus wichtige Blattgrün (Chlorophyll) und konnten damit aus Kohlendioxid und Wasser unter Ausnützung der. Energie des Sonnenlichts Nährstoffe herstellen. So bildeten sich die ersten Pflanzen, die »Primärproduzenten« oder »Primärspeicherer«, welche die Sonnenenergie chemisch binden konnten. Von ihnen hängen alle nachfolgenden Lebewesen bis heute in ihrer Existenz ab.

Dass diese Evolution stattfand, wird durch eine Fülle von Beweisen untermauert. Ein unwiderlegbarer Beweis sind z. B. die Fossilfunde. Nicht Fossilien an sich stellen den Beweis dar, sondern dass man sie in aufeinander folgenden geologischen Schichten findet und dass man daher ihre Entwicklungsgeschichte verfolgen kann.

Weitere Beweise für die Evolution erhält man beim Studium noch lebender Pflanzen und Tiere. Vergleicht man die vorderen Extremitäten von Wirbeltieren miteinander, dann gibt es keine Zweifel, dass z. B. die Hand des Menschen und die Brustflosse der Fische denselben Grundbauplan haben. Zwar sind Flosse und Hand je an besondere Lebensverhältnisse angepasst, aber der gleiche Bauplan weist auf gemeinsame Vorfahren hin. Embryologie und Verhaltenslehre liefern ähnliche Beweise. Auch durch die Biochemie wird die Abstammungslehre belegt, indem sie Gemeinsamkeiten im Aufbau von Bluteiweißen und von vielen anderen Stoffen bei den verschiedensten Lebewesen aufzeigt.

Bis ins 19. Jahrhundert wurde nicht erkannt, dass Tiere und Pflanzen sich ungünstigen Lebensverhältnissen anpassen können und dass dies zu einer schrittweisen Entwicklung führte - Versteinerungen bieten hierfür zweifelsfreie Beweise. Nicht dass frühere Wissenschaftler und Philosophen sich mit dieser Frage zu wenig oder gar nicht beschäftigt hätten: Der französische Philosoph Montesquieu (1689-1755) war einer der ersten, der die Idee vertrat, dass »am Anfang nur sehr wenige Arten vorhanden waren, die sich dann vervielfacht haben«. Die Anpassungsfähigkeit der auf Java soeben erst entdeckten Lemuren (Halbaffen) ließ diese Vermutung in ihm entstehen.

Entwicklung durch natürliche Auslese
Der französische Naturforscher Georges Buffon (1707-88) nahm als erster Wissenschaftler an, dass Affe und Mensch gemeinsame Vorfahren haben. Er zog sich damit wie Charles Darwin (1809-82) den Spott seiner Fachkollegen zu. Es waren jedoch Darwin und daneben Alfred Russel Wallace (1823-1913), die 1858 erstmals die Aufmerksamkeit auf die Entwicklung durch natürliche Auslese lenkten und mit dieser Theorie die gesamte wissenschaftliche Welt überzeugten. Die natürliche Auslese ist ein erstaunlich einfacher Vorgang: Erfolgreiche Organismen überleben, während nicht erfolgreiche ausgeschieden werden. Die immer neue Vermischung des Erbmaterials durch die Eltern und die stete Veränderung desselben durch Erbänderungen (Mutationen) gewährleisten, dass alle Individuen einer Art ständig kleinen, aber wichtigen Veränderungen unterliegen. Im Kampf ums Dasein überleben dabei die besser angepassten.

Die Arten und ihre Einteilung
Der Entwicklungsprozess durch natürliche Auslese verläuft langsam. Tiere und Pflanzen haben sich in den Jahrtausenden nur dann verändert, wenn sie sich veränderten Lebensbedingungen angleichen mussten. Für Arten, die an die Außenbedingungen gut angepasst sind, bedeuten die meisten Mutationen einen Nachteil, der oft zum Tod der Betroffenen führt, bevor sie zur Fortpflanzung gelangen. Dagegen sind Mutationen bei sich verändernden Lebensbedingungen notwendig für das Überleben der Art.

Die Grundeinheit, an der sich die Evolution vollzieht, ist die Art: Nur Tiere und Pflanzen derselben Art können sich befruchten und Nachkommen erzeugen. Das können entfernter verwandte Lebewesen nicht. Namensgebung und Einordnung der Arten in ein System erfolgen nicht nur, um diese leichter bestimmen zu können, sondern auch, um die Zusammenhänge ihrer Abstammung zu kennzeichnen.

Nahe verwandte Arten fasst man in Gattungen zusammen. Der wissenschaftliche Name einer Art besteht aus zwei Teilen: Der erste, großgeschriebene Teil bezeichnet die Gattung, der zweite die Art. So gehören Katzen in die Gattung Felis, von der es viele Arten gibt, z. B. heißt der Ozelot fachsprachlich Felis pardalis, die Wildkatze Felis sylvestris.

Verwandte Gattungen werden in Familien und diese wiederum in Ordnungen zusammengefasst. Verwandte Ordnungen sind Mitglieder derselben Klasse. Die Klassen schließlich bilden die umfassendste Einheit, den Stamm- Der schon erwähnte Ozelot gehört zur Familie Katzen, zur Ordnung Raubtiere, zur Klasse Säugetiere und zum Stamm Wirbeltiere. Dies sagt viel über seine Entwicklung und seine verwandtschaftliche Zugehörigkeit aus. Versteinerungen bestätigen zudem diese Zusammenhänge.
 
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Referat: 1307 - Die Entwicklung des Lebens
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