Zucker ist Bestandteil einer chemischen Gruppe, der Kohlehydrate, die in allen Pflanzen und in zahlreichen Nahrungsmitteln vorkommen. Die bekanntesten Formen sind Sucrose (Saccharose), Glucose (Traubenzucker) und Fructose (Fruchtzucker), weniger süßende Sorten sind Lactose (Milchzucker) und Maltose (Malzzucker) aus Getreidekeimen. Eine ausgewogene Kost enthält genug Zucker, um den menschlichen Körper mit Energie zu versorgen.
Honig und wie er gewonnen wird
Wahrscheinlich war der Honig das erste konzentrierte Süßmittel des Menschen, als Nahrung wie als Medizin gleichermaßen beliebt. Da Honig dank seiner leichten Verdaulichkeit vom Körper unmittelbar in Energie umgesetzt wird, gilt er mit Recht als Stärkungsmittel, doch haben andere Kohlehydrate dieselbe Wirkung. Honig besitzt jedoch auch gewisse antiseptische Eigenschaften und kann daher sogar äußerlich bei Verbrennungen und Verletzungen angewendet werden.
Honig ist eine süße, zähe Flüssigkeit, deren Farbe und Geschmack je nach dem von den Bienen gesammelten Nektar variieren. Die einzelnen Blütenarten bestimmen das Aroma: Wiesenkräuter ergeben einen hellen, aromatischen Honig, Waldtracht einen dunklen, würzigen Honig von herbem Geschmack. Am häufigsten wird vermutlich Wiesenkleehonig produziert - er ist bernsteinfarbig und mild, aber auch Heidehonig und Lindenblütenhonig werden gern gekauft. Der billigste Honig ist eine Mischung aus verschiedenen Blütenhonigarten. Seine Herstellung ist einfacher und bringt weniger Störung für die Bienenstöcke während der Produktionszeit vom Frühling bis zum Herbst mit sich.
Die Honigbiene (Apis mellifica) ist ein überaus nützliches Insekt mit streng organisiertem Leben. Jedes Bienenvolk besteht aus einer Königin, die die Eier legt, den männlichen Drohnen, die die Königin begatten (und danach aus dem Bienenstaat verjagt werden) und 20 000 bis 70 000 Arbeitsbienen, die Wachszellen (Waben) zur Brutpflege und zur Ablage des Honigs bauen und anschließend (als Trachtbienen) zum Sammeln von Nektar ausfliegen. Der in den Honigmagen eingesogene Nektar (Blütensaft) wird im Bienenstock von den Arbeiterinnen wieder ausgestoßen und in die Waben gefüllt, wo sich durch Umwandlung von Sucrose in Glucose und Fructose bei gleichzeitiger Verdunstung von Flüssigkeit der Honig bildet.
Für 1 kg Honig ist immerhin der Nektar von Millionen Blüten erforderlich, trotzdem werden jedes Jahr einige Tausend Tonnen Honig von den Bienen erzeugt. Der den Waben entnommene Honig neigt bei Temperaturen unter 10 °C zur Kristallisation. Erwärmt wird er jedoch wieder flüssig und klar. Wabenhonig gilt als besondere Delikatesse.
Zucker und Sirup
Der Extrakt aus Zuckerrohr und Zuckerrüben heißt Sucrose. Sucrose kann bis zu 99% raffiniert werden, so dass Raffinadezucker chemisch zu den reinsten Nahrungsmitteln gehört. Brauner Zucker enthält lediglich Rückstände aus dem Zerkleinerungsprozess von Zuckerrohr oder -rüben und ist keineswegs »natürlicher« als weißer Haushaltszucker. Zucker jeder Art einschließlich Honig ist im Übermaß genossen schädlich, da die überschüssige Energie, in Fett umgewandelt und im Körper angereichert, zu Herzkrankheiten führen kann. Zucker in Süßigkeiten fördert Zahnerkrankungen (Karies).
Die Kunde vom Zuckerrohr, dessen Ursprungsland wahrscheinlich Neuguinea ist, stammt aus der Zeit Alexanders des Großen. Seine Soldaten lernten Zuckerrohr im Industal kennen. Die Araber erfanden das Raffinieren des Zuckers, dessen Verbreitung nach Europa durch die Venezianer erfolgte. Im frühen Mittelalter wurde Zuckerrohr mit wechselndem Erfolg an den Küsten Nordafrikas und Südeuropas angepflanzt. Portugiesen und Spanier brachten es in die Neue Welt. Große Plantagen in Westindien und anderen Teilen Süd-, Mittel- und Nordamerikas erzeugen einen erheblichen Teil der Weltproduktion, aber auch in Indien, China, Australien und auf den Philippinen gibt es Zuckerrohrpflanzungen.
Der heutige Zuckerverbrauch in Europa wäre trotz des Rohrzuckers noch vor 200 Jahren undenkbar gewesen. Erst die Entdeckung des Zuckergehaltes der Runkelrübe durch A. S. Marggraf (1709-82) hat ihn möglich gemacht. Marggrafs Schüler F. C. Achard errichtete 1801 in Kunern (Schlesien) die erste Rübenzuckerfabrik. Rund 40% der Weltproduktion (1975: 81,25 Mio. t) werden jetzt aus Rüben gewonnen. Zucker kann wirtschaftlich auch aus Mais hergestellt werden.
Der als Süßmittel verwendbare Saft des Ahornbaumes, zu Sirup eingedickt, ist in der Herstellung teuer. Durch die Erzeugung von Sirup aus Rohr- und Rübenzucker wurde ein gleichwertiger, billiger Ersatz geschaffen.
Honig als Getränk
Honig und Sirup werden seit langem medizinischen Mixturen zur Geschmacksverbesserung beigegeben. Arzneien, die Honig und Zitronensaft enthalten, werden z. B. gegen Erkältungen und Grippe verabreicht. Weniger gebräuchlich sind heute alkoholische Getränke aus Honig. Früher war Met, eine Mischung aus vergorenem Honig und Wasser, ein verbreitetes Getränk, besonders da, wo keine Weintrauben gedeihen konnten. Im späten Mittelalter verdrängte dann das Bier den Met. Das Wort »Met« stammt aus den indogermanischen Sprachen (»medhu« = Honig), was darauf hindeutet, dass Met zuerst im Raum zwischen östlichem Europa und dem Mittleren Osten getrunken wurde.
Kommerzielle Bienenzucht
Die einzeln oder in Gruppenständen [2] aufgestellten Bienenhäuser (Beuten) enthalten herausnehmbare Rähmchen [3] mit den Wachswaben [1], die zur Ablage der Eier und des Honigs dienen. Die Königin lebt im untersten Stockwerk, dem Brutraum, sie wird durch ein feinmaschiges Gitter [4] zurückgehalten, durch das nur die Arbeitsbienen schlüpfen können. [5]: Einlauftisch mit Öffnung zum Stock.
Zuckerrohr und Zuckerrüben wachsen zwar unter ganz verschiedenen klimatischen Bedingungen, führen aber zu dem gleichen Endprodukt. Zuckerrohr ist eine Tropenpflanze. Die Zuckerrübe gedeiht am besten in Mitteleuropa, Russische Föderation und in den USA. Zuckerrüben werden vielfach als Kraftfutter in der Rinder- und Schweinezucht verwertet. Seit neuester Zeit betreiben auch Japan und einige südamerikanische Länder Zuckerrübenanbau.
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