Tropische Früchte

Palmenumsäumte Inseln mit ihrem Überfluss an exotischen Früchten müssen den westlichen Entdeckern wie das Paradies vorgekommen sein, die Vielfalt und Üppigkeit der Pflanzenwelt in den Tropen ist unvergleichlich.

Bananen
Viele tropische Früchte waren schon im Altertum bekannt. Der römische Historiker Plinius erwähnt, dass Alexander der Große 326 v. Chr. in Indien Bananen gesehen habe. Die islamischen Eroberer brachten die Banane um das Jahr 650 nach Ägypten, später auch nach Westafrika. Mit den Sklavenhändlern gelangte sie im 15. Jahrhundert auf die Kanarischen Inseln und von dort nach Mittelamerika. 1531 schließlich erreichte sie mit den Konquistadoren Mexiko. Heute werden mehr als 100 verschiedene Bananenarten angebaut. Außer Obstbananen gibt es Mehl- oder Gemüsebananen die geröstet, gekocht oder zur Herstellung von Bier verwendet werden.

Kokosnüsse
Keine tropische Frucht ist so weit verbreitet wie die Kokosnuss. Die Kokospalme wächst gern auf sandigen Küstenstreifen in unmittelbarer Nähe des Meeres, und die reifen, schwimmfähigen Früchte sind daher nicht selten an ferne Ufer gespült worden. Aus dem weichen »Auge« (der Keimgrube) der Schale sprießt ein Keim nach außen, der rasch Wurzel im Erdreich schlägt.

Die Kokospalme kann als eine der wichtigsten tropischen Nutzpflanzen gelten. Ihre Kopfgroße Steinfrucht hat eine ledrige Außenschale, darunter umschließt eine dicke lufthaltige Faserschicht die Kokosnuss. Diese besteht aus dem weißen, essbaren Samenfleisch um einen mit der sogenannten Kokosmilch gefüllten Hohlraum herum. Das zerkleinerte, getrocknete Samenfleisch ist die Kopra, aus der Kokosfett gewonnen wird, wichtig zur Herstellung von Palmin, Margarine, Speiseöl, Seife und Detergentien.

Die Bewohner der Tropengebiete benutzen die Kokosnuss als Nahrungsmittel, die Kokosmilch als Getränk, die Kokosfaser als Flechtmaterial für Matten, Seile und Körbe, die ?Blätter der Kokospalme zum Dachdecken bzw. wiederum für Matten und Körbe, den Stamm zum Hausbau (allerdings verwendet man heute besonders für Bauzwecke auch schon andere, z. T. sogar synthetische Stoffe). Aus dem Palmensaft wird der berauschende Palmwein hergestellt, während die Endknospe ein als Palmkohl oder Palm herz bekanntes Gemüse liefert.

Der Brotfruchtbaum
Die Früchte des Brotfruchtbaumes aus der Familie der Maulbeergewächse sind ein Grundnahrungsmittel auf den polynesischen Inseln. Das Fruchtfleisch der unreif gepflückten Frucht wird in der Schale geröstet und schmeckt wie frischgebackenes Weizenbrot. Als erster erwähnte Kapitän William Dampier die Brotfrucht, er hatte sie 1688 auf Guam kennengelernt. 1786 wurde Kapitän William Bligh beauftragt, Setzlinge des Brotfruchtbaumes von den Gesellschaftsinseln nach Westindien zu bringen. Nachdem die Meuterei auf seinem Schiff, der »Bounty«, den ersten Versuch zunichte gemacht hatte, fand 1791 (wieder unter Blighs Kommando) eine zweite Expedition statt. Sie verlief erfolgreich, und so wird heute der Brotfruchtbaum von Florida bis Brasilien angebaut.

Granatäpfel
Die vielkernige Frucht des Granatapfelbaumes war im Altertum bei den semitischen Völkern ein Sinnbild für Leben und Überfluss. In Babylon wurde die Frucht auf Hochzeitsfesten serviert, im Fernen Osten spielte sie eine ähnliche Rolle als Liebes- und Fruchtbarkeitssymbol. Später schrieb der Prophet Mohammed dieser Frucht eine andere Tugend zur ihr Genuss vertreibe Neid und Hass. Der Granatapfel wurde das Wahrzeichen von Granada, und Ibn al-Awwam berichtete im 13. Jahrhundert, dass in Andalusien ungefähr zehn verschiedene Arten dieses Baumes gediehen. Die Spanier führten ihn wahrscheinlich in der Neuen Welt ein, wo er von Nordamerika bis Chile Verbreitung fand.

Feigen
Die Feige kommt in vielen Mythologien vor: Adam und Eva bedeckten ihre Blöße mit Feigenblättern, der Baum der Erkenntnis, der in Buddhas Garten wuchs, war vielleicht der Bo oder die heilige Feige der Inder, in der römischen Mythologie war die Feige dem Bacchus heilig, auch galt sie bei den Römern als Sinnbild des Wohlstands.

Der Feigenbaum ist zweifellos einer der, ältesten vom Menschen kultivierten Bäume. Er verbreitete sich schon im Altertum in der ganzen Ägäis und Levante. Die Feige war ein Hauptnahrungsmittel der Griechen, und noch heute sind frische oder getrocknete Feigen im Mittelmeergebiet eine so gängige Speise, dass man sie »Mahlzeit des armen Mannes« nennt.

Mangos
Der Mangobaum, ein in Ostindien heimisches baumförmiges (bis 12 m hohes) Anar karden Gewächs mit nierenförmigen Steinfrüchten genießt in Indien gleichfalls großes Ansehen. Der Mogul Akbar ließ im 16. Jahrhundert einen Garten mit 100 000 Mangobäumen anlegen. Der englische Name ist eine Ableitung von »mankay« oder »mangay«, einem Wort aus dem in Südindien und Nordceylon gesprochenen Tamil, das dann von portugiesischen Händlern übernommen wurde. In der westlichen Hemisphäre tauchte der Baum erst um 1700 auf, als er in Brasilien eingeführt wurde. Die Mangofrucht (Mangopflaume) variiert in der Farbe von grünlichgelb bis orange und hat einen erfrischenden, aromatischen Geschmack.
 
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