Bäume Klima Krankheiten und Schädlinge

Bäume sind Holzgewächse, die nach Größe, Umfang und Alter den Höhepunkt des Pflanzenlebens auf der Erde darstellen. Trotz ihres ungeheuren Nutzens für den Menschen - Bäume regulieren den Sauerstoffgehalt der Atmosphäre, der für unsere Existenz lebensnotwendig ist, und liefern Rohstoffe für die Holz-, Papier- und Cellulose Industrie - ist der Mensch der erklärte Feind der Bäume und ihrer Vegetationsform, des Waldes, geworden. Ganze Länder, die früher über reiche Baumbestände verfügten, wie z. B. die Mittelmeerländer, England, Dänemark oder - außerhalb Europas - China, müssen heute wegen Raubbaues als waldarm bezeichnet werden, und in den tropischen Regenwäldern Westafrikas ist der unkontrollierte Holzeinschlag noch immer die Regel. Daneben werden Wälder durch die Wechselfälle des Klimas, durch Schädlinge und Krankheiten bedroht oder geschädigt.

Klimaeinflüsse
Das Klima ist einer der wichtigsten Faktoren für das Wachstum und die globale Verteilung der Bäume. Klimaveränderungen, die zum Abklingen der letzten Eiszeit führten, haben die Verbreitung der gegenwärtigen Vegetationszonen ursächlich beeinflusst. Die Kenntnis von der Verteilung der prähistorischen Waldgebiete lässt daher Aussagen über die Klimaverhältnisse der verschiedenen Erdzeitalter zu.

Die Vorfahren der uns bekannten Bäume waren tropische Gewächse. In den Tropen sind die jahreszeitlichen Temperaturschwankungen gering, die Jahreszeiten werden durch die wechselnden Niederschlagsmengen bestimmt. Viele tropische Pflanzen sind deshalb bei genügender Wärme und Feuchtigkeit immergrün. Ausnahmen bilden nur Pflanzen in den Bergregionen, z. B. den äquatorialen Anden oder im Hochland von Äthiopien. Da mit zunehmender Höhe die Temperatur und folglich auch die Vegetation abnehmen, herrschen hier oberhalb der Baumgrenze Gräser und niedrige Gewächse des alpinen Florenreiches vor.

Die Bäume der gemäßigten Zonen passen sich dem jahreszeitlichen Zyklus genau an, und zwar sowohl laubabwerfende Arten als auch Nadelhölzer. Man bezeichnet sie als kälteunempfindlich, weil sie selbst längere Kälteeinbrüche und Witterungsschwankungen überdauern können.

ökologische Zonen
Die Graphik zeigt die vertikale Verbreitung von Bäumen entsprechend den Klimaverhältnissen entlang einer nordsüdlich streichenden Gebirgskette. Alle Baumarten lassen ein Ansteigen ihrer Baumgrenze nach Süden hin erkennen. Der ökologische Wachstumsbereich einzelner Spezies erreicht z. B. in den Sierras Höhen bis zu 3000 m. Weiter nördlich konnte die Baumgrenze wegen der niedrigen Temperaturen nur bis 2100 m ansteigen, während sie im noch nördlicheren Küstengebirge 1500 m nicht überschreitet, bei einigen Spezies bloß wenig über dem Meeresniveau liegt.

Bäume, die außerhalb ihrer ökologischen Zonen angepflanzt werden, sind vielen Gefahren ausgesetzt. Eine sibirische Lärche etwa wird - in milderes Klima verpflanzt - durch die wärmeren Frühlingstemperaturen früher als gewöhnlich aus ihrer Vegetationsruhe gerissen werden, zu wachsen beginnen und bei späten Frühjahrsfrösten möglicherweise eingehen.

Umgekehrt lässt sich ein Baum aus südlichen Breiten nicht ohne weiteres in nördliche verpflanzen. Er wird den Frühling zwar überstehen, denn die Blütezeit kann verzögert werden, wenn seine Vegetationsperiode jedoch bis zum nördlichen Spätsommer anhält, dürfte das noch junge und weiche Holz dieses Baumes beim Einsetzen der ersten Herbstfröste erfrieren. Ähnlich, obwohl nicht so offenkundig, sind die Schwierigkeiten, die das Umpflanzen von Bäumen mit sich bringt. Nadelbäume von der amerikanischen Pazifikküste oder England gedeihen nur schlecht in New England, ebenso Eichen aus Ohio, die nach Frankreich verpflanzt werden. Andererseits hat man kanadische und norwegische Fichten und Rottannen mit Erfolg bei Aufforstungen in Westeuropa eingesetzt. Desgleichen haben sich australische Eukalyptusarten in der Sahara bewährt.

Die extremste Wuchsstockung dürfte bei der Übertragung von Bäumen aus kalten Klimabereichen in die Subtropen eintreten. Häufig werden sich die Knospen überhaupt nicht öffnen. Durch die vorherrschende Dauerwärme kann der Vegetationszyklus, der eine Wachstumspause im Winter vorsieht, empfindlich gestört werden, so dass die Bäume eingehen.

In der Forstwirtschaft ist deshalb die Frage nach der Herkunft der Samen von äußerster Wichtigkeit. Wenn es dem Forstwirt gelingt, Saatgut aus 200 km südlicheren Regionen zu verwenden und die Wachstumsperiode der daraus gezogenen Bäume um auch nur eine Woche zu verlängern, gewinnt er über eine Periode von 20 Jahren ein volles Wachstumsjahr.

Mangelnde Feuchtigkeitszufuhr
Viele Baumarten der gemäßigten Zone vertragen während der Wachstumsruhe zwar Frost und Kälte, nehmen aber Schaden bei Wintertrockenheit. Wenn der Boden gefroren ist und kein Wasser die Wurzeln erreicht, verursachen Wind und geringe Luftfeuchtigkeit vermehrte Evaporation: Der Baum beginnt auszutrocknen. Bei immergrünen Nadelhölzern ist dies an der Braunfärbung der Nadeln zu erkennen.

Andere Gefahren
Außer von klimatischen Fährnissen werden Bäume noch von der sie umgebenden Welt der Insekten und von Bakterien bedroht. Obwohl viele dieser Kleinlebewesen harmlos sind, richten einzelne Arten wie etwa die Holzwespe und der Borkenkäfer erheblichen Schaden an. Oft haben sie schon - ebenso wie Bakterien oder Pilzbefall - ganze Wälder vernichtet.
 
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