Schon immer haben die Menschen zur Nahrungsbeschaffung und zu ihrem eigenen Schutz Waffen verwendet. Die Vorzeitmenschen bewaffneten sich mit Stecken und Steinen, die sie gerade fanden, Diese Handwaffen waren brauchbar auf kurze Distanz, aber nicht dazu geeignet, Raubtiere fernzuhalten oder schnelle Beutetiere (wie Antilopen) zu erlegen. Mit zunehmender Handfertigkeit und Intelligenz begann der Mensch, aus den Materialien seiner Umgebung Werkzeuge und Waffen zu fertigen.
Die ersten Waffen
Zu den ältesten Waffen zählen bearbeitete Feuersteine aus der Altsteinzeit, die bis etwa 10 000 v. Chr. dauerte.
Noch heute wird von den australischen Ureinwohnern zur Jagd ein Wurfholz benutzt, der Bumerang. Dieses Holz ist so geformt, dass es, wenn es richtig geworfen wird, eine etwa kreisförmige Flugbahn beschreibt und zur Abwurfstelle zurückfliegt, wenn es sein Ziel verfehlt hat.
Ein lassoartiges Instrument stellt die südamerikanische Bola dar: An den Enden eines mehrfach verzweigten Lederseiles sind eingekerbte Steine angebracht. Wenn die Bola geschleudert wird, wickelt sich das Seil um die Beine des Beutetieres und bringt es zu Fall. Steinzeitfunde lassen die Vermutung zu, dass diese Waffe auch in Europa verwendet wurde.
Waffen dieser Art eignen sich zur Jagd, nicht aber zum Angriff oder zur Verteidigung bei kriegerischen Auseinandersetzungen. Hierfür wurde jahrtausendelang der Speer benutzt. Er bestand ursprünglich aus einem geraden Holzstock mit gehärteter Spitze. Später setzten sich Stein- und Knochenspitzen durch, die dann nach und nach durch Bronze- und später durch Eisenspitzen ersetzt wurden. Da der Krieger nach dem Abwurf des Speeres waffenlos war, benötigte er für den Nahkampf eine zusätzliche handliche Waffe. Die Zulus z. B. entwickelten einen kurzen Stoßspeer mit langer Spitze, den Assegai. Andere Völker erfanden das Schwert.
Schwert und Bogen
Schwerter wurden zuerst aus Bronze und später aus Eisen gefertigt. Die griechischen Kämpfer benutzten spezielle Schwerter, die sich sowohl zum Zustoßen als auch zum Schlagen eigneten. Die Römer kämpften mit kurzen eisernen Schwertern und schützten sich durch Schilde. Mit dieser Art der Kampfführung konnten sie sich über viele Jahrhunderte hinweg behaupten und ihr Weltreich verteidigen. Mit dem Zusammenbruch des Römischen Weltreiches verschwand auch die römische Kampfweise.
Zur Verteidigung gegen die aus dem Norden einfallenden Normannen (8.-11. Jh.) wurden gut organisierte Armeen aufgestellt, deren Soldaten außer mit Langschwertern und Streitäxten auch mit Pfeil und Bogen kämpften. Die normannischen Horden unterlagen schließlich den disziplinierten Truppen.
Der in Europa übliche Bogen war erheblich schwerer als der leichte, aus Horn- und Holzlamellen bestehende Bogen der östlichen Steppenvölker, der als Reiterwaffe diente. Der europäische Bogen wurde in erster Linie als Jagdwaffe und weniger als Kriegswaffe benutzt. Seine endgültige Form war der englische Langbogen (etwa 1,8 m lang) mit einer Sehne aus Rosshaar, mit dem man 1 m lange Pfeile verschoss. Die Truppen des normannischen Herzogs Wilhelm I. (Wilhelm der Eroberer), die 1066 in England einfielen, waren mit Bogen, Schild und Schwert bewaffnet und trugen als Körperschutz lange Kettenhemden.
Weiterentwickelte Waffen und Rüstungen
Kettenpanzer setzten sich dort rasch durch, wo die technischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen gegeben waren. Diese Schutzpanzer schützten relativ gut gegen Pfeile, aber nicht gegen Schlagwaffen. Deshalb wurden alle verwundbaren Stellen an den Kettenpanzern mit kleinen Eisenplatten versehen. Auch die Reitpferde erhielten Rüstungen und glichen eher Fabelwesen.
Mit ihren gepanzerten Streitrössern und bewaffnet mit einer knapp 4 m langen Eschenlanze mit Eisenspitze, einem Schild und einem langen Schwert zogen die schwer beladenen Ritter langsam in die Schlacht. Manchmal rüsteten sie sich auch mit Keulen, Streitäxten und Morgensternen aus.
Die damaligen Schwerter waren etwa 2 m lang, zweischneidig und konnten ein- oder beidhändig geführt werden. Die schwerfälligen Waffen und Rüstungen wurden aber bald von neueren Entwicklungen abgelöst. Das Zeitalter der Ritter ging schließlich mit den Schlachten von Crecyen-Ponthieu (1346) und Angincourt (1415) zu Ende, in denen englische Langbogenschützen durch größere Wendigkeit und Treffsicherheit die Ritter demoralisierten und besiegten. Neben den Langbogen wurde dann die Armbrust eingesetzt, die auch von ungeschulten Leuten bedient werden konnte, und deren Pfeile sogar Rüstungen durchdrangen. Durch die kurze Reichweite und längere Ladezeiten war jedoch die Armbrust dem Langbogen in mancher Hinsicht unterlegen.
Mit dem Verschwinden der schwerfälligen Rüstungen kamen auch wieder kürzere und leichtere Schwerter auf sowie im 18. Jahrhundert der oft dekorativ gestaltete Degen. Besonders Reiter benutzten gebogene Degen - bis in unser Jahrhundert hinein.
Die Schwerter wurden im Laufe der Zeit durch Bajonette ersetzt, eine seit dem 15. Jahrhundert gebräuchliche Stoßwaffe. Sie waren ursprünglich mit dem Gewehr fest verbunden, wurden in der Neuzeit noch als Seitenwaffe (Seitengewehr) getragen und nur »bei Bedarf« aufgepflanzt, heute kann man Bajonette noch bei Paraden antreffen.
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