Der Zweite Weltkrieg

Am 1. September 1939 rückten deutsche Truppen in Polen ein. Großbritannien und Frankreich hatten sich in Beistandspakten zur Hilfeleistung für Polen verpflichtet, falls Deutschland angreifen sollte. Nach Ablauf eines Ultimatums erklärten sie Deutschland den Krieg. In einem Blitzkrieg schlugen die Deutschen die veraltete polnische Armee, das Land wurde zwischen Deutschland und der Sowjetunion, die gerade einen Nichtangriffspakt abgeschlossen hatten, aufgeteilt. Eine britische Armee setzte nach Frankreich über, bis zum Frühjahr 1940 kam es im Westen aber zu keinen nennenswerten Kampfhandlungen.

Deutsche und japanische Siege
Deutschland überrannte im April 1940 Dänemark und Norwegen und rückte dann am 10. Mai in Holland, Belgien und Luxemburg, die neutral geblieben waren, ein. Als sich ihnen alliierte Streitkräfte entgegenstellten, durchbrachen deutsche Panzerverbände die für unüberwindlich geltenden Ardennen und erreichten den Ärmelkanal. Die Alliierten wurden in die Gegend von Dünkirchen abgedrängt. Zwischen dem 29. Mai und 3. Juni entkamen 338 226 britische und französische Soldaten nach England. Der größte Teil Frankreichs wurde von den Deutschen besetzt, nur im Südosten regierte in Vichy ein Marionettenregime unter Philippe Petain (1856-1951).

Adolf Hitler (1889-1945) erwartete, dass London jetzt zu Friedensgesprächen bereit sein würde, aber England kämpfte unter Winston Churchill (1874-1965) entschlossen weiter. Die deutsche Luftwaffe versuchte dann, die Royal Air Force als Voraussetzung für eine deutsche Invasion niederzukämpfen. Aber in der Luftschlacht über England (August-Oktober 1940), unterlagen die Deutschen.

Unter Ausnutzung der französischen Atlantikhäfen verstärkte Deutschland den U-Boot-krieg, er war in den folgenden zwei Jahren so erfolgreich, dass England fast in die Knie gezwungen worden wäre.

Italien trat im Juni 1940 in den Krieg ein, erlitt aber in Griechenland und Libyen schwere Niederlagen. Deutschland entsandte Truppen unter Erwin Rommel (1891-1944) nach Nordafrika, um den Italienern zu helfen, deutsche Truppen überrannten im April/Mai 1941 Jugoslawien, Griechenland und Kreta.

Am 22. Juni 1941 drangen deutsche Truppen unter Bruch des Nichtangriffspaktes in die Sowjetunion ein. Fünf Monate später standen sie 30 km vor Moskau, kamen dort aber in dem strengen Winter angesichts des verbissenen sowjetischen Widerstands zum Stehen. Am 7. Dezember 1941 führte Japan einen Überraschungsschlag gegen die US-Flotte in Pearl Harbor durch.

In der ersten Hälfte des Jahres 1942 standen die Achsenmächte (Deutschland und Italien, sowie Japan) auf der Höhe ihrer Macht. Im Pazifik eroberten die Japaner Niederländischindien, Malaya, Birma, die Philippinen und viele Inseln. In der UdSSR stießen die Deutschen bis nach Stalingrad und zum Kaukasus vor. In Nordafrika wurden die Briten nach Ägypten zurückgeworfen.

Das Blatt wendet sich
Ende 1942 und Anfang 1943 gewannen die Alliierten die Initiative zurück. Japanische Seestreitkräfte wurden in der Schlacht bei den Midwayinseln (4.-7. Juni 1942) entscheidend geschlagen. Am 7. August landeten US-Marinesoldaten auf Guadalcanal, mit dieser ersten amphibischen Operation wurden die Japaner zurückgeworfen. Am 31.1. 1943 kapitulierten 110 000 Mann der ursprünglich 270 000 Mann starken deutschen Stalingradarmee. Die übrigen 160 000 Mann waren gefallen. In Nordafrika siegte im Oktober 1942 der englische General Bernard Montgomery (1887-1976) bei El-Alamein, Alliierte die bei Algier landeten, zwangen die Truppen der Achsenmächte zum Rückzug nach Tunis, wo im Mai 1943 250 000 Mann kapitulierten.

Der Anfang vom Ende
Die letzte deutsche Großoffensive in Russland kam im Juli 1943 bei Kursk zum Stehen, die Sowjetarmee drang im Herbst und Winter weiter nach Westen vor. Die Alliierten landeten am 10. Juli 1943 unter Feldmarschall Harold Alexander (1891-1969) auf Sizilien, am 3. September auf dem Festland von Italien. Die Briten hatten im Mai 1942 ihren ersten »1000-Bomber-Angriff« gegen Deutschland geflogen, nach dem Eintreffen amerikanischer Luftstreitkräfte Mitte 1943 in Europa wurden Tag- und Nachtangriffe auf deutsches Gebiet bis zum Kriegsende durchgeführt.

Am 6. Juni 1944 landeten alliierte Streitkräfte unter General Dwight D. Eisenhower (1890-1969) in der Normandie. Sie stießen durch Frankreich und die Niederlande vor und erreichten im November den Rhein. Rom war am 4. Juni eingenommen worden. Durch eine sowjetische Großoffensive wurden die Deutschen aus der UdSSR vertrieben, dann rückten die sowjetischen Truppen nach Polen und in die baltischen Staaten vor. Im Pazifik vernichteten die Amerikaner die Reste der japanischen Flotte in den Seeschlachten bei den Philippinen, im Oktober 1944 gingen sie dort an Land. In Birma vereitelten die Briten einen Versuch Japans, nach Indien vorzudringen, die Engländer griffen die Japaner ihrerseits mit Erfolg an.

Die Alliierten überschritten im März 1944 den Rhein und stießen tief in deutsches Gebiet vor. Die Sowjets unter Marschall Georgij Konstantinowitsch Schukow (1896-1974) eroberten im April 1945 Berlin, Hitler beging Selbstmord, Deutschland kapitulierte am 8. Mai.

Am 6. August zündeten die Amerikaner die erste Atombombe über Hiroshima, nach dem Atombombenangriff auf Nagasaki am 14. August kapitulierte auch Japan.


Hiroshima wurde durch die erste Atombombe verwüstet. Nach heutigen Begriffen war es eine kleine Bombe von weniger als einer Kilotonne, aber sie genügte, um eine ganze Stadt zu zerstören und über 78 500 Menschen innerhalb einer Minute zu töten. Seither bedroht eine neue Art der Kriegführung die gesamte Menschheit, mit der Gefahr totaler Vernichtung.
 
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