Konrad II. gegen Herzog Ernst

In dieser Zeit begannen die Adeligen, die bisher in den Dörfern lebten, u. a. auf Bergen und Felsvorsprüngen Burgen zu bauen, ein untrügliches Zeichen dafür, wie spannungsvoll, ja kriegerisch sich ihr Verhältnis zu ihren hörigen Bauern und benachbartem Adel inzwischen gestaltete. Sie nannten sich nun nach ihren Burgen, so zum Beispiel jener Friedrich von Büren, der als Urahn der Staufer in die Geschichte einging. Seine Burg stand beim heutigen Wäschenbeuren unweit Göppingen. Viele dieser Burgherren verdankten ihre Stärke der Tatsache, dass ihre Lehen allmählich erblich wurden, geliehenes Land sich so in Familienbesitz verwandelte und der König dies nicht verhinderte. Sie dankten dies Konrad II. durch unverbrüchliche Treue, vor allem auch, als er zum einzigen Mal während seiner Herrschaft mit Anfeindungen im Inneren zu ringen hatte, als er sich nämlich gegen Herzog Ernst von Schwaben durchsetzen musste. Eine wirkliche Bedrohung für sein Königtum stellten die wiederholten Rebellionen, die dieser Stiefsohn aus enttäuschtem Erbanspruch anzettelte, zwar nicht dar, dennoch eine Machtprobe. Die Bitten der Mutter Gisela und die Nachsicht des Stiefvaters, der mehrfach Begnadigungen aussprach, konnten den jugendlichen Empörer nicht mäßigen. Sie weckten im Gegenteil in ihm kriegerischen Ehrgeiz, der von verwegenen Freunden, so dem Grafen Welf, noch geschürt wurde. Als sich Herzog Ernst von Schwaben im Jahre 1030 weigerte, die Reichsacht über seinen Freund Werner von Kiburg (bei Zürich) zu vollziehen, fiel er selbst in Acht und Bann (siehe unten). Für vogelfrei erklärt, verlassen von ihren Verbündeten, führten die beiden Reichsfeinde im Dickicht des Schwarzwaldes, auf dem Falkenstein unweit Schramberg, einer steilen Felsenburg, eine Art Räuberleben, ehe sie noch innerhalb eines Jahres im Verzweiflungskampf gegen die Häscher des Königs fielen. Die Vollstreckung der Reichsacht soll Konrad mit den Worten kommentiert haben: »Bissige Hunde haben selten Junge.« Dennoch bildete sich eine Legende, in der die schicksalhafte Freundschaft der Rebellen, ausgeschmückt mit Kreuzzugerlebnissen, als Beispiel von Treue bis in den Tod verherrlicht wird. Acht und Bann (mhd. âhte: öffentlich gebotene Verfolgung)
Acht: rechtsgeschichtlicher Begriff für den Ausschluss aus der weltlichen Friedensgemeinschaft nach schweren Missetaten: selbst wer einen Geächteten bei sich aufnahm und bewirtete, verfiel der Acht. Nach germanischem Recht konnte ein Geächteter von jedermann getötet werden, sobald die Gerichtsgemeinde oder der König die Acht verhängt und verkündet hatte. Im Mittelalter war die Acht – oft in Verbindung mit dem kirchlichen Bann – eine häufig verhängte Strafe für Friedensbrecher. Die Strafe hatte vorläufigen Charakter und wurde gegen denjenigen angewandt, der unentschuldigt der Gerichtsverhandlung fernblieb. Hatte sich der Geächtete nicht binnen »Jahr und Tag« durch freiwillige Gestellung rehabilitiert, traf ihn die volle Fried-, Rechts- und Ehrlosigkeit. Die Ächtung ging so weit, dass sogar das Eigengut eingezogen und anfänglich verwüstet wurde.
Acht und Bann bezeichnet mitunter die Reichsacht und die damit verbundene kirchliche Exkommunikation.
Kirchenbann: Anathema, Exkommunikation – Höchste Kirchenstrafe, die als ›kleiner Bann‹ den Ausschluss von Sakramenten und Kirchenämtern, als ›großer Bann‹ die Lösung jeder Beziehung zur Kirche bedeutete. Wie am gebannten deutschen König Heinrich IV. geschehen, konnte die Kirche Gebannten das kirchliche Begräbnis vorenthalten. Ab 1220 zog er automatisch die Reichsacht nach sich.

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Info 22.11.2017 17:29
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