Konrad II. – Die unruhige Ostgrenze

Auch gegenüber Ungarn, das einen Gebietsstreifen beiderseits der Donau bei Preßburg zugesichert bekam (1033), bewährte sich Konrads II. Strategie, Außenpolitik nicht unter dem Vorzeichen des reinen Prestigegewinns zu machen. In nur einer Generation hatte der Magyarenherzog Waik, der sich taufen ließ, eine baierische Frau nahm und mithilfe der Deutschen seine heidnischen Landsleute bekehrte und unterwarf, die Magyaren vom Nomadentum in die Sesshaftigkeit geführt. Unter dem Namen Stephan I. (der Heilige) schwang er sich zum König von Ungarn (1001) auf. Doch auch sein Reich blieb gefährdet, noch ausschließlich durch die einigende Kraft seines starken Herrschers geeint. Beim Beginn der Regierung Konrads II. erlebte das junge polnische Reich gerade einen ersten Höhepunkt und eine erstaunliche Expansion seiner Macht. Boleslaw I. Chrobry, der den Böhmenherzog Udalrich kurzerhand absetzte und gefangen nahm, um sich zeitweise selbst zum Herrn über Böhmen und Mähren zu machen, verwirklichte im Jahre 1024 seinen Traum von einem polnischen Königreich, indem er sich selbst zum König erhob, starb jedoch ein Jahr darauf. Dieses polnische Königreich hatte seine Grenzen im Westen bis zur Oder, in die Lausitz und zum Böhmerwald, im Osten bis Kiew vorgeschoben. Durch die Expansion mit der deutschen Ostbewegung konfrontiert, kam es zum Konflikt mit dem Reich, der 1018 im Frieden von Bautzen beigelegt wurde. Polen erhielt die Lausitz und das Milzener Land als Lehen. Durch den Ausgleich mit Dänemark und Ungarn in der Flanke nicht bedroht, wagte Konrad II. einen Feldzug gegen Boleslaws Sohn Mieszko II., der jedoch in den weiten Wäldern und Sümpfen des Ostens stecken blieb. Entmutigt und halb verhungert retteten sich die deutschen Krieger auf das linke Eibufer. In Bretislav I., dem neuen Führer Böhmens, der Mähren den Polen wieder entriss, fand Konrad II. einen starken Bündnispartner im Kampf gegen Polen. Zuverlässigster Verbündeter des Kaisers war jedoch der Zwist, der im polnischen Adel herrschte. Er zwang Mieszko II. zum Verzicht auf die Königswürde und die Eroberungen seines Vaters, die Mark Meißen und die Niederlausitz. Diese Verluste waren Ausdruck eines allgemeinen Niedergangs des polnischen Großreiches, das nach dem Tode Mieszkos II. (1034) durch die Abspaltung Pommerns und Schlesiens seine Großmachtstellung einbüßte. In Polen, wie auch in vielen anderen slawischen Völkern, gewannen in dieser Zeit heidnische Glaubenshandlungen zumindest zeitweise wie der Oberhand. Dies ist nicht verwunderlich, da man mit äußerst grausamen Maßnahmen versuchte, diesen Menschen den christlichen Lebenswandel anzuerziehen: die Verletzung der Fastenvorschriften beispielsweise büßte der Delinquent mit dem Verlust der Zähne, auf Anstiftung zum Ehebruch stand die Todesstrafe, neben dem Überführten lag ein scharfes Messer, mit dem er sich entmannen musste, wenn er Begnadigung erlangen wollte.

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Info 18.12.2017 00:08
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