Heinrich III. – Kurze Biografie

Heinrich III.Riesenwuchs, verbunden mit einer auffällig dunklen Gesichtsfarbe, wegen der er auch der »Schwarze Heinrich« genannt wurde, soll dem Sohn des ersten Saliers Konrad II. ein düsteres, Furcht einflößendes Aussehen verliehen haben. Geboren 1017, errang er als deutscher König (1039) und römischer Kaiser (1046) fast eine bedeutendere Machtstellung als Otto der Große. Er regierte mit sicherer Hand die drei Königreiche Deutschland, Italien und Burgund und beherrschte unangefochten Rom. Drei Päpste setze Heinrich III. ab und erhob vier Deutsche in ununterbrochener Reihenfolge auf den Stuhl Petri. machtbewusst unterstützte er dennoch die Mönche von Cluny, die eine Befreiung der Kirche von weltlichen Einflüssen forderten. So stärkte er indirekt das Papsttum, offenbar ohne zu beachten, dass ein im Ansehen gefestigtes Papsttum beanspruchen konnte, fortan ohne oder über den Kaiser hinweg die Geschicke der Christenheit zu lenken, eine Tragik seines Herrschertums, die sein Bild in der Nachwelt wesentlich geprägt hat. Auf Abbildungen erscheint der Kaiser in Christus ähnlicher Gestalt, in einer Mandorla, dem mandelförmigen Heiligenschein. Er wird von Christus selbst gekrönt und tritt gemeinsam mit seiner Gemahlin Agnes vor die Muttergottes, um ihr persönlich eine kostbare Handschrift zu überreichen. Die Darstellungen zeigen die erstrebte, unmittelbare Gottesnähe des Kaisers, der priesterliche Würde für sich beanspruchte. Seit jeher bestand ein Widerspruch zwischen dem Wesen der Königsherrschaft und den königlichen Eingriffen in kirchliche Belange. Er wurde jedoch überbrückt durch theokratische Herrschaftsauffassungen. (Unter Theokratie, griech.: Gottesherrschaft, verstehen wir, vereinfacht, den von einem Priesterkönig geleiteten Staat.) Heinrich III. († 1056) gelang es als letztem der deutschen Kaiser und Könige, dieser Reichsidee Geltung zu verschaffen.

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Info 18.12.2017 00:15
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