Die Besiedlung Nordamerikas

Im späten Mittelalter wuchs die englische Wirtschaft durch die zunehmende Beherrschung der Meere. Zwischen 1400 und 1600 segelten englische Seeleute immer weiter über den Atlantik, nach Island, Grönland, Labrador, schließlich bis an die nördliche Küste der jetzigen Vereinigten Staaten von Amerika. Ihre Fahrten galten hauptsächlich dem Fischfang. Die europäischen Entdeckungsreisen waren ein langwieriger und oft unterbrochener Vorgang: Manchmal waren die Engländer führend, manchmal die Spanier, Portugiesen und Franzosen. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts war der größere Teil Nordamerikas an die Engländer gefallen, während sich die spanischen Eroberer in Mittel- und Südamerika (außer Brasilien) festgesetzt hatten. Die ersten Einwanderer aus Europa
Die europäische Besiedlung des südlichen Teils der heutigen Vereinigten Staaten begann im 16. Jahrhundert. Die erste ständige Niederlassung war die Stadt St. Augustine in Florida, die 1565 von den Spaniern gegründet wurde. Die Spanier hatten damals bereits die relativ dicht bevölkerten indianischen Großreiche in Mexiko und Peru erobert. Im folgenden Jahrhundert kamen auch die Engländer und Franzosen nach Westindien und Nordamerika. Hier fanden sie riesige, von halbnomadischen Indianern nur spärlich bewohnte Gebiete. Nach 1700 setzte eine freie Einwanderung (zu unterscheiden von der »Zwangszuwanderung« der Negersklaven) in die englischen Kolonien der nordamerikanischen Ostküste ein. Die meisten Einwanderer waren Schotten, Iren und Deutsche. Den ersten wirklichen Versuch, eine dauerhafte englische Siedlung auf nordamerikanischem Boden zu gründen, unternahm Sir Walter Raleigh (1552-1618) im Jahr 1585 auf der Insel Roanoke vor der Küste Virginias – auch der Name dieser ersten englischen Kolonie geht auf Raleigh zurück, der damit seine Königin, die unverheiratete Elisabeth I., ehren wollte (die Insel gehört heute zu North Carolina). Der Absiedlung war kein Glück beschieden. Als sie zugrunde gegangen war, stand die Küste nördlich von Spanisch-Florida wieder dem Zugriff anderer europäischer Mächte offen. Die nächste englische Niederlassung in diesem Gebiet war die 1607 von der Virginia-Kompanie gegründete Siedlung Jamestown. Diese Gründung erfolgte eigentlich nur wegen des – erwarteten – Handels mit dem neuen Kontinent, die Virginia-Kompanie war allerdings auch bestrebt, eine starke Handelsflotte aufzubauen, dafür Matrosen auszubilden, das Evangelium zu verbreiten und eine protestantische Kolonie in einem Gebiet zu errichten, das immer noch von dem katholischen Spanien beansprucht wurde. Hauptgründe für die Einwanderung
Handel und Religion waren zwei wichtige Beweggründe für die europäische Besiedlung Nordamerikas. Menschen, die teils aus religiösen, teils aus politischen Gründen ihre Heimat verlassen wollten oder mussten, waren bereit, den Schritt ins Unbekannte zu wagen. In den ersten 50 Jahren nach der Gründung von Jamestown errichteten hauptsächlich die Engländer weitere Siedlungen: 1620 gründeten die puritanischen Pilgerväter Plymouth, 1632 erhielt Lord Baltimore vom englischen König das Maryland genannte Territorium, wo vor allem Katholiken ansässig wurden. Die Holländer gründeten 1625 Neu-Amsterdam, das 1664 unter dem Namen New York in englischen Besitz überging. Die Franzosen fassten in Nordamerika zunächst als Händler Fuß. Fischer und Pelztierjäger richteten am St.-Lawrence-Strom Handelsposten ein. Samuel de Champlain (um 1567-1635) gründete aber schon 1608 Quebec, die künftige Hauptstadt der französischen Kolonie. In weniger als 30 Jahren waren dann die Franzosen westwärts bis in das Gebiet des heutigen Wisconsin vorgedrungen, 1660 bestand eine französische Handelsroute vom Oberen See bis nach Saskatchewan, 1718 legten die Franzosen zur Beherrschung der Mississippi-Mündung La Nouvelle-Orteans – heute New Orleans – an. Bis Mitte des 18. Jahrhunderts hatte Frankreich das ganze mittlere Nordamerika in Besitz genommen, wenn auch nur dünn besiedelt, und konnte dadurch verhindern, dass sich die Engländer nach Westen ausbreiteten. Auswirkungen des Siebenjährigen Krieges
Das spanisch besiedelte Nordamerika, das die gesamte Küste der Golfs von Mexiko und Floridas einschloss, blockierte dagegen die englische Ausdehnung nach Süden. Der Siebenjährige Krieg (1756-63) in Europa, der mit einem englisch-französischen Krieg in Nordamerika um die dortige Vorherrschaft verflochten war, schwächte Frankreich und Spanien so sehr, dass die in den Kolonien siegreichen Engländer große Teile der bisher französischen und spanischen Territorien Nordamerikas übernehmen konnten. 1760 waren die Französen schon auf das östliche Kanada und das Gebiet der Großen Seen zurückgedrängt. Im Vertrag von Paris (1763) verlor Frankreich dann fast alle seine nordamerikanischen Besitzungen, insbesondere Kanada (»Neu-Frankreich«) und die Gebiete östlich des Mississippi (mit Ausnahme von La Nouvelle-Orleans), Spanien musste Florida abgeben. Nachdem die Briten ihre Kolonien in Nordamerika gesichert hatten, waren sie entschlossen, diese auch zu nutzen. Aber die überwiegend englischstämmigen Bewohner der nunmehr 13 Kolonien waren nicht bereit, Steuern an das ferne Mutterland zu zahlen, solange sie nicht im englischen Parlament vertreten waren. Der hieraus entstehende Streit führte schließlich zur Revolution: Am 4. Juli 1776 erklärten die 13 Kolonien ihre Unabhängigkeit von Großbritannien.

Forum (Kommentare)

nicola 17.03.2017 um 16:45:15 Uhr.
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