Zeittafel und Chronik zur Geschichte Deutschlands

Jahr: 3
Die Germanenstämme der Quaden, Semnonen, Hermunduren und Langobarden werden unter dem Markomannenfürst vereint. 5
Germanenzug des Tiberius mit dem Ergebnis, fast alle germanischen Stämme westlich der Elbe in römische Abhängigkeit gebracht zu haben. Die Langobarden werden von ihm an der Mündung der Elbe geschlagen. 6
Dritter Germanenfeldzug des Tiberius abgebrochen wegen des pannonisch-dalmatischen Aufstands. 9
Im Teutoburger Wald findet die berühmte gleichnamige Schlacht statt zwischen Arminius »Hermann der Cherusker«, und den 3 Legionen des Publius Quinctilius (der, wie eine stattliche Zahl seiner Offiziere auch, nach der Niederlage Selbstmord begeht); damit kommt der römische Vormarsch in Germanien zum Stehen. Der ursprüngliche Plan Roms, die Grenzen bis an die Elbe zu verkürzen (und damit die Gesamtlänge der zu schützenden Grenzlinie drastisch zu reduzieren), muss aufgegeben werden. 10
Vierter Feldzug des Tiberius gegen die Germanen. 14
Rachefeldzug des Germanicus gegen die Germanen. 16
Arminius unternimmt einen Rachefeldzug gegen die Römer (Schlachten bei Idisiaviso und am Steinhuder Meer). Diese ziehen sich verlustreich über den Rhein unter endgültiger Aufgabe rechtsrheinischer Gebiete zurück. 17
Arminius besiegt den Markomannischen König, der vor seinen eigenen Fürsten nach Rom flieht. 19
Arminius wird von seinen Stammesgenossen ermordet. 28
Germanische Friesen vertreiben die Römer. 50
Das spätere Köln wird als »Stadt der Ubier« gegründet (später Colonia Agrippina genannt). 55
Die Römer halten die Wanderung der germanischen Amsivarier am Rhein auf. 69
Die römischen Truppen werden im Bataveraufstand aus dem Rhein-Waal-Gebiet bis nach Vetera vertrieben, alle römischen Rheinfestungen außer bei Mainz, Mongontiacum und Basel werden erobert. 70
Bei Bingen am Rhein wirft der römische Feldherr Cerialis die gallischen Treverer und Lingonen nieder, bei Trier den aufständischen Bataver Civilis zurück, der vorher die Römer beim Kastell Bonn schlagen konnte. 74
Das Neckarland wird von Rom unterworfen. 83
Domitian schlägt keltischen Aufstand am Rhein nieder, vordringende Chatten werden über den Rhein zurückgedrängt. 84
Mit dem Bau des Limes als Sicherungswall gegen Germanien im Osten und Nordosten Roms wird begonnen. 89
An der oberen Donau brechen Markomannen und Jazygen ein. Domitian muss sich eines Aufruhrs in Obergermanien erwehren. 90
Der Legat von Obergermanien, Saturninus, der seit 89 im Bündnis mit den Germanen gegen Rom revoltiert, wird von Domitian geschlagen. Zur Grenzsicherung werden die germanischen Provinzen Germania Superior mit der Hauptstadt Mogontiacum (Mainz) und Germania Ulterior mit der Hauptstadt Colonia Agrippina (Köln) gegründet. Das Kastell Quintana an der Donau (Künzing, Landkreis Deggendorf) wird gegründet. 92
Erneuter Einfall von Markomannen, Jazygen und Quaden in römisches Territorium. 98
Trajan führt die Arbeiten am Limes an Rhein und Donau auch nach Ableben des Nerva zu Ende, bevor er als Alleinkaiser nach Rom zurückkehren wird. Die Kolonien Ulpia Traiana und Ulpia Noviomagus werden gegründet. Vandalen ziehen aus ihrem oberschlesischen Siedlungsgebiet Richtung Süden. 100
Der Taunus und die Wetterau fallen an Rom. 102
Zur Wasserversorgung Kölns bauen die Römer eine ca. 100 km lange Wasserzufuhr aus der Eifel. 118
Im Donau-Limes-Rhein Dreieck (von Henningen über Lorch am Rhein bis Hienheim an der Donau) errichtet Kaiser Hadrian das bereits unter Domitian begonnene Zehntland. Das (reichsuntertänige) Gebiet wird gegen Entrichtung eines Zehntels von Getreide, Baumfrüchten und Vieh an gallische und germanische Kolonisten vergeben. 122
Römer bauen in Trier (Augusta Treverorum) eine Steinbrücke über die Mosel (bis zum heutigen Tage in Benutzung!) 129
Hadrian besucht auf seiner zweiten Inspektionsreise Gallien und die römischen Rheinprovinzen. 138
Antoninus Pius erweitert das Friedens-Sicherungssystem des Hadrian (u.a. zweiter, nördlicher Grenzwall in Britannien, Ausbau des Kastells Saalburg am Limes im Taunus). 143
Ausbau des Limes in Raetien. 149
Bei Lorch an der Rems (westlich des heutigen Schwäbisch Gmünd) wird der obergermanische (Vallum Traiani) mit dem rätischen (Vallum Hadriani) Limes verbunden. 150
Die Erste Germanische Völkerwanderung bedroht das römische Reich durch Druck auf die Donauvölker. 151
Castra Batava (Passau) wird im Zuge des Limes-Ausbaus in Ergänzung zum bestehenden Castellum Boiodurum (Passau Innenstadt) am Zusammenfluss von Donau und Inn errichtet. 154
Durch die seit 150 eingesetzte Gotenwanderung werden die Burgunder aus dem Oder-Weichsel-Gebiet nach Westen abgedrängt. 166
Markomannen krieg der (gemeinsam regierenden) römischen Kaiser Mark Aurel und Aurelius Verus gegen sich erhebende Donauvölker unter Führung der Markomannen; werden 180 nach zähen Kämpfen niedergeschlagen. 168
Mark Aurel und Aurelius Verus bekämpfen gemeinsam die Markomannen an der Donau. 171
Rom sichert die Donaugrenze. Aufstieg der römischen Provinzhauptstadt Trier (wird 275 von den Germanen zerstört werden). 172
Mark Aurel bekämpft die Markomannen und Quaden an der römischen Donaugrenze. 174
Mark Aurel erzwingt gegen die Markomannen und Quaden (Krieg dauerte an bis 173) einen Frieden an seiner Donaugrenze. Am linken Donauufer wird ein Niemandsland eingerichtet. Quaden König Ariogais wird abgesetzt und durch romfreundlichen König Furtius ersetzt. 178
Erneute Unruhen an der Donaugrenze. Beginn des zweiten Markomannenkrieges Roms. 179
Das römische Standlager Castra Regina (Regensburg) entsteht am Ostende des germanischen Limes. 180
Zweiter Markomannenfeldzug Roms wird durch Friedensschluss beendet. Böhmen und Mähren werden von Rom besetzt. 188
Obergermanische Stämme durchbrechen den geschwächten Limes (Truppenabzug zur Unterstützung der seit 184 notwendig gewordenen Abwehrkämpfe in Britannien). 198
Saalburg im Taunus bei Bad Homburg, Castell seit 138, erste Anlage ca. 83, wird als Teil des Limes und vorgeschobener Brückenkopf Wiesbadens erheblich ausgebaut und befestigt (Abschluss der Arbeiten 213). Die südwärts wandernden Rugier aus Pommern drücken die westwärts vor den Goten ausweichenden Burgunder an die Elbe. 200
Die Semnonen ziehen (unter dem römischen Druck auf Böhmen) aus Sachsen und Thüringen über den Main bis zum Rhein, wo sie mit Befestigungen Roms aufgehalten werden; vermischen sich mit den dort lebenden germanischen Stämmen; es bilden sich Alemannen heraus. In Trier entstehen Porta Nigra und ca. 6,5 km lange befestigte Stadtmauer. 212
Die Alemannen dringen an den Oberrhein vor. 213
Am Limes in der Maingegend tritt erstmals alemannische Reiterei auf. Caracalla zieht im Frühjahr gegen die Alemannen; Holzteile des Limeswalles dieser Gegend werden durch Steinwälle ersetzt. Caracalla besiegt am Rhein die Chatten. In Baden-Baden lässt er die Thermen wieder herstellen. Die Arbeiten am Kastell Saalburg werden abgeschlossen. 215
Quaden, Markomannen und in Schlesien zurückgebliebene Vandalen Stämme verbünden sich im Kampf gegen die Römer. Dem Feldherrn Commodus (nicht zu verwechseln mit dem 192 ermordeten Kaiser Commodus gelingt es, diese zu entzweien, den Quadenkönig Gaiobomarus gefangen zu setzen und hinrichten zu lassen. 233
Alemannen und andere Germanenstämme brechen über den Limes ins römische Zehntland ein und dringen bis ins Allgäu vor. 234
Severus Alexander zieht gegen die Germanen und überschreitet den Rhein auf einer Schiffsbrücke. 235
In Bretzenheim bei Mainz wird Kaiser Severus Alexander (Kaiser seit 222) samt seiner Mutter Julia Mommaea von meuternden Truppen erschlagen, weil er statt gegen die Germanen zu kämpfen mit Geld Frieden erkaufen will. 236
Maximinus Thrax kämpft erfolgreich gegen die Germanen. 241
Die Franken bilden sich als Volksgruppe heraus, entstanden durch Vermischung mit den verschiedenen germanischen Stämmen der Salier im Norden (Niederfranken), der Ripuarier zwischen Ruhr und Main (Mittelfranken) und der hessischen Chatten (Unterfranken). Ebenfalls mit ihnen vermischt sind die Brukterer (zwischen Ems und oberer Lippe), die selbst wiederum aus Vermischung mit den rechtsrheinischen Tenkterern (zwischen Mainz und Köln) hervorgegangen sind. Weitere angeschlossene Germanenstämme waren die Amsivarier (von den Chauken von der unteren Ems vertrieben und die Wuppergegend besiedelnd), die Chattuarier (heutiges Ruhrgebiet) und die Chamaven (am rechten Niederrhein). Gemeinsamkeit entsteht durch gleichgesinnten Kampf gegen Rom. »Franken« steht für »frei«. 246
Philippus Arabs bekämpft an der Nordgrenze Siebenbürgens die Gepiden erfolgreich. 256
Alle Kastelle des germanischen Limes werden von den Germanen erobert. Franken brechen über den Niederrhein in römisches Gebiet ein und stoßen auf Plünderungszügen bis nach Spanien vor. Alemannen durchbrechen den Limes am Oberrhein und gelangen bis in die Auvergne. Das gesamte rechtsrheinische Gebiet muss von Rom aufgegeben werden. 258
Abwehrkämpfe der Römer gegen die Alemannen, die nach 256 erneut über den Limes gebrochen waren. 259
Der obergermanisch-rätische Limes muss von Rom aufgegeben werden; wird von Alemannen zerstört. 275
Germanen zerstören das römische Trier. Franken und Alemannen fallen, die Rheingrenzen überschreitend, in Gallien ein und plündern dutzende von römischen Städten. 278
Probus sichert, über Rätien zum Rhein marschierend, die Rhein- und Donaugrenzen. 280
Die Franken setzen die Rheinflotte Roms, in Köln vor Anker liegend, in Brand. 283
Der Limes geht endgültig an die Alemannen verloren und zerfällt. 285
Diocletianus macht Marcus Aurelius Valerius Maximianus zum Oberbefehlshaber über die Rheinarmee und der Hauptarmee des Westens. 287
Maximianus wählt Trier als Standort seiner Militäroperationen in Germanien und Gallien. 288
Die niederfränkischen Salier besetzen, aus dem Salland vertrieben, die Bataverinseln und die Rheinmündung. Maximianus bekämpft sächsische Seeräuber an der Nordsee. 289
Die Römer führen von Rätien aus einen großangelegten Feldzug gegen die Alemannen und bereinigen die Donaugrenze bis zu den Donauquellen. 297
In Mainz entsteht aus mehreren Zivilsiedlungen eine erstmals hier erwähnte »civitas«. 299
Langobarden beginnen von der unteren Elbe aus südwärts zu wandern (gelangen 568 nach Italien). Ihre angestammten Gebiete haben sie längst verlassen. 300
Im deutschen Siedlungsraum überwiegen freie Bauern gegenüber Adel, Halb- und Unfreien. Aufteilung in Grundherren und (zinspflichtige) Bauern erst im 9.Jhdt. durch Übergang von der Weidewirtschaft zum Ackerbau. Der Kern der späteren Stammesherzogtümer entsteht im deutschen Raum, gebildet aus fünf germanischen Volksstämmen: Sachsen (Norddeutschland zwischen Rhein und Elbe), Franken (entlang dem Rhein), Alemannen (Oberrhein, nördliche Schweiz), Thüringer (von der Werra bis nördlich des Mains), und Goten (untere Donau). 302
Mit dem Bataver Aurelius Januaris wird zum ersten Mal ein Germane Militärkommandant, und zwar von Pannonien. 304
Der Hauptmann der Thebäischen Legion, Gereon, und die Mitpatronin des Bistums Augsburg, sterben den Märtyrertod. 306
Erste steinerne Rheinbrücke bei Köln mit stark befestigtem Brückenkopf auf der gegenüberliegenden Rheinseite in Deutz (Fertigstellung 310).Constantinus besiegt die Franken unter Askarich und Merogais und lässt beide Heerführer im Trierer Amphitheater unbewaffnet gegen wilde Bären antreten (was die Bären überleben). 308
Constantinus bekämpft die Brukterer am Rhein. 311
Wegen der innenpolitischen Auseinandersetzung bricht Constantinus die Verteidigung gegen die Germanen am Rhein ab. 313
Köln wird Bistum. 325
Palastaula (Basilika) entsteht in Trier. Erste Germanische Völkerwanderung ist praktisch beendet. Die ersten Juden siedeln in Deutschland (zunächst in Köln nachweisbar) mit bis zu den Kreuzzügen erträglicher sozialer und rechtlicher Stellung. 331
Vor allem Germanen versuchen, nach der Heeresreform im römischen Heer Karriere zu machen. 335
Konstantin I. verbannt den Bischof Athanasius nach Trier. 336
Das heidnische Kultzentrum Altbachtal wird von Trierer Christen zerstört 342
Römer geben Straßburg auf, Christengemeinde bleibt. 346
Speyer als Bistum bezeugt. 350
Die Alemannen überqueren den Rhein. In Trier entsteht römische Basilika (später evangel. Kirche). 352
Alemannen und Franken zerstören auf linksrheinischem Gebiet über 40 Städte und besetzen große Teile des Elsass, der Pfalz und Rheinhessens. 354
Constantius zieht an den Oberrhein gegen die Alemannenfürsten Wadomar und Gundobad. 355
Der römische Heerführer und Franke Sylvanus wird in Köln von der Truppe zum Kaiser ausgerufen. Wird bereits nach 18 Tagen ermordet. 356
Franken erobern römische Städte am Rhein, wie Xanten, Köln, Bonn, Andernach. Die Alemannen am Oberrhein werden gemeinsam von Constantius und Julianus zum Friedensvertrag mit Rom gezwungen. 357
Entscheidungsschlacht bei Argentorate (Straßburg) zwischen den Alemannen unter Chlodomar und dem (seit 354) in Gallien als Caesar eingesetzten Julian, der trotz zahlenmäßiger Unterlegenheit überragend siegt. Alemannen werden im Breisgau als Föderierte angesiedelt. Julian lässt die Rheingrenzen und den Limes wiederherstellen. 358
Rheingrenze und Limes werden wiederhergestellt. 359
Wiederaufbau der zerstörten Römerstädte am Rhein, wie Bingen, Andernach, Bonn, Xanten, etc. Julianus bekämpft fränkische und sächsische Seeräuber am Niederrhein und in Nordgallien. 360
Julianus unterwirft Attuarier im heutigen Ruhrgebiet. 366
Valentinianus organisiert die Schlacht gegen die Alemannen von Trier aus. Sein Feldherr Dagalaif schlägt diese auf den Kata launischen Feldern vernichtend (6000 Tote, 4000 Verwundete beim Gegner). 368
Zu Ostern überfallen Alemannen unter dem Königssohn Rando Mainz, plündern die Stadt und verschleppen die Bewohner. Im Sommer zieht Valentinianus mit seinem Sohn Gratianus zum oberen Neckar und verwüstet alemannisches Gebiet. In einer blutigen Schlacht bei Solicinum schlägt er die verschanzten Verteidiger vernichtend. Mainz wird Bistum. Baubeginn der dortigen Kathedrale. 369
Ober- und Mittelrhein sowie obere Donau werden stärker befestigt und um Kastelle und Burgen erweitert, u.a. Breisach, Boppard, Bad Kreuznach. Theodosius kämpft auf den Bataverinseln (Rheindelta) gegen Sachsen und salische Franken. 370
Die Burgunder sind bis an den Oberrhein vorgerückt und vertreiben ihrerseits die Alemannen aus dem Gebiet zwischen Taunus und Neckar. 371
Valentinianus bekämpft bei Wiesbaden die Alemannen unter Macian. 375
Die Goten werden von den Hunnen in das Römische Reich getrieben, wo sie sich zwar ansiedeln aber weiterhin auf Beutezüge gehen. 410
Unter König Alarich plündern die Westgoten Rom. 411
Kirchenvater Augustinus erklärt in seiner Geschichtstheologie »Vom Gottesstaat« die Neutralität Gottes im Kampf zwischen Rom und den Germanen. Die Burgunder gründen ein Reich am Mittelrhein, mit Hauptstadt Worms. 429
Unter König Geiserich erobern die Vandalen von Spanien aus Nordafrika. 445
Hunnen-König Attila erobert weite Teile Europas von Ungarn bis zum Oberrhein. 451
Hunnen werden in der Schlacht auf den Kata launischen Feldern geschlagen, und ihre Invasion wird zum Halten gebracht 455
Während ihrer Raubzüge im Mittelmeer plündern die Vandalen Rom. 476
Der germanische Heerführer Odoaker ernennt sich zum König von Rom unter dem oströmischen Kaiser. 482
Das Großreich der Franken wird begründet von dem Merowinger Chlodwig (466-511). 488
Die Ostgoten beginnen ihre Eroberung Italiens. 493
Theoderich der Große (454-526), König der Ostgoten, ermordet König Odoaker. Er übernimmt die Herrschaft in Italien, behält das römische Verwaltungssystem bei und macht die Germanen zu seinen Kriegern. Die arianischen Goten und katholischen Römer wurden streng getrennt. 496
Chlodwig besiegt die Alemannen am Oberrhein und tritt dem Katholizismus bei. Fast alle anderen germanischen Fürsten gehören den arianischen Christen an. 534
Belisar, ein oströmischer Feldherr, erobert und zerstört das Reich der Vandalen in Nordafrika. 552
In der Schlacht am Vesuv werden die letzten Ostgoten in Italien von den Truppen des oströmischen Feldherrn Narses geschlagen. Ostrom übernimmt Herrschaft über Italien. 568
Bedrängt von den slawischen Awaren, fallen die Langobarden unter Alboin in Norditalien ein und gründen dort ein neues Königreich. 610
Mohammed (570-632) fühlt sich zum Propheten berufen und gründet den Islam. Damit beginnt der Jahrhunderte andauernde Kampf des Islams gegen das Abendland. 687
Der Hausmeier Pippin II eint die Teile des Fränkischen Reiches. 719
Bonifatius, ein angelsächsischer Mönch, erhält vom Papst den Auftrag, die Deutschen zu missionieren. 732
Karl Martell (714-741), karolingischer Hausmeier und Herrscher der Franken, besiegt die Araber bei Tours und Poitiers. Dies etabliert die Pyrenäen als Grenze zwischen den Arabern, die Nordafrika und Spanien erobert hatten, und den christlichen Völkern. 754
Papst Stefan II. flieht vor den Langobarden nach Frankreich. König Pippin der Jüngere erobert die Langobardei und verspricht dem Papst die Schenkung des Gebiets um Rom (vollzogen in 756), die »Pippinische Schenkung«. Der »Apostel der Deutschen«, Bonifatius, wird auf einer Missionsreise von den heidnischen Friesen erschlagen. 768
Karl der Große wird mit 26 Jahren zum fränkischen König gekrönt. 772
Der erste Feldzug Karls des Großen gegen die Sachsen. 773
Karl der Große greift auf Bitten des Papstes die Langobarden an und beginnt die Eroberung des Langobarden reiches, dessen König er 774 wird. 782
Karl beendet einen Aufstand der Sachsen. Im »Blutbad von Verden« lässt Karl 4500 Geiseln der aufständischen Sachsen hinrichten. 785
Der Sachsen-Herzog Widukind, Führer der Sachsen im Kampf gegen Karl, unterwirft sich und lässt sich taufen. 800
Papst Leo III. krönt Karl den Großen am 25.12. in Rom zum Kaiser. 814
Ende der Herrschaft Karls des Großen, sein Sohn Ludwig der Fromme wird sein Nachfolger. 840
Lothar I., Sohn Ludwigs des Frommen, übernimmt die Herrschaft über das Reich der Franken. 841
Lothar wird von seinen Brüdern Karl dem Kahlen und Ludwig dem Deutschen besiegt. 843
Lothar wird von seinen Brüdern zu dem Vertrag von Verdun gezwungen, in dem das Reich Karls des Großen aufgeteilt wird. Ludwig der Deutsche wird Herrscher der Ostfranken (bis
876). 855
Lothar I. tritt ab und geht ins Kloster. Sein Sohn Lothar II. wird König von Lotharingien. 870
Im Vertrag zu Meersen teilen sich Karl der Kahle (Westfrankenreich) und Ludwig der Deutsche (Ostfrankenreich) Lotharingien. 885
Das Frankenreich wird von Kaiser Karl III. nochmals vereinigt. 887
Kaiser Karl III. wird abgesetzt. 911
Der dem Stamme der Franken zugehörige Herzog Konrad wird deutscher König (bis 918). 919
Die Sachsen und Franken wählen den Sachsenherzog Heinrich I. zum König (bis 936). 924
Die Ungarn verzichten auf Einfälle ins Reich, nachdem ihnen von Heinrich I. Tribute gezahlt werden. 933
Heinrich I. besiegt die Ungarn an der Unstrut. 936
Otto I. der Große wird deutscher König (bis 973). 955
Auf dem Lechfeld erringt Otto der Große den endgültigen Sieg über die Ungarn. 968
Das Erzbistum Magdeburg wird zum Mittelpunkt der deutschen Ostsiedlung bestimmt. 973
Otto II. wird zum deutschen König gewählt (bis 983). 983
Die Slawen fallen ins Reich ein und Otto III. wird deutscher König (bis 1002). 1002
Heinrich II. wird zum deutschen König gewählt. 1024
Mit der Wahl Konrads II. erlangen die Salier die Herrschaft im Reich. 1039
Heinrich III. wird zum deutschen König gewählt (bis 1056). 1056
Heinrich IV. wird deutscher König (bis 1106). 1075
Papst Gregor VII. eröffnet den Kampf zwischen Papst und Kaiser – den sog. Investiturstreit -, indem er die Priesterehe verbietet und sich gegen die Einsetzung Geistlicher durch weltliche Gewalten wendet. 1076
Der Kaiser wird durch den Papst abgesetzt, nachdem er ihn aus der Kirche verbannt hat. 1077
Heinrich IV. wird wieder vom Kirchenbann freigesprochen. Trotzdem ernennen die deutschen Fürsten einen Gegenkönig, womit sie das Zeitalter der Gegenkönige und Gegenpäpste einleiten. 1084
Heinrich IV. wird in Rom vom Papst gekrönt, wird dann aber von den Normannen vertrieben. 1093
Konrad, der Sohn Heinrichs IV., wechselt zur päpstlichen Seite hinüber. 1095
Papst Urban II. ruft zum Kreuzzug auf. 1099
Die Kreuzfahrer erobern Jerusalem. 1104
Heinrich V. – der zweite Sohn Heinrichs IV. – stellt sich gegen seinen Vater und nötigt diesen zur Abdankung. 1106
Die deutschen Fürsten wählen Heinrich V. zum König (bis 1125). 1111
Heinrich V. und der Papst regeln die Investitur vertraglich. 1122
Der Investiturstreit für Deutschland und Italien wird beigelegt (Wormser Konkordat). 1125
Lothar, der Herzog von Sachsen, setzt sich gegen einen Gegenkönig aus dem
Geschlechte der Staufer durch und wird zum deutschen König gewählt (bis 1137). 1133
Lothar III. wird in Rom zum Kaiser gekrönt. 1138
Auf Wirken des Papstes hin wird Konrad von Staufen zum König gewählt (bis 1152). 1147
Ein zweiter Kreuzzug (über Byzanz und Kleinasien) unter der Führung von Konrad III. und König Ludwig VII. schlägt fehl. 1148
Konrad III. zieht sich aus dem zum Scheitern verurteilten Kreuzzug zurück. 1152
Friedrich I. Barbarossa wird zum König gewählt (bis 1190). 1153
Friedrich I. und der Papst wenden sich vertraglich gegen Rom und die Normannen. 1155
Wie bereits 1153 vereinbart wird Friedrich I. von Hadrian IV. zum Kaiser gekrönt. Allerdings wird Hadrian IV. kurz darauf vertragsbrüchig und verbündet sich mit den Normannen. 1158
Auf den Feldern von Roncaglia während des zweiten Zugs Friedrichs I. nach Italien wird das kaiserliche Recht in Italien umrissen. 1159
Zwei Päpste werden gewählt. Mit Unterstützung der Normannen gelingt es Alexander 1165 diesen Platz zu behaupten. 1162
Ein Krieg gegen Mailand unter Friedrich I. zieht dessen Nivellierung nach sich. 1178
Friedrich I. eröffnet den Kampf gegen Heinrich den Löwen. 1190
Kaiser Friedrich I. stirbt. Kaiser Heinrich VI. – der Sohn Friedrich Barbarossas, übernimmt daraufhin die Regierung Deutschlands (bis 1197). 1191
Heinrich VI. wird in Rom zum Kaiser gekrönt. 1192
Auf der Rückkehr vom Kreuzzug gerät König Richard Löwenherz von England in die Gefangenschaft von Kaiser Heinrich VI. Seine Freilassung erfolgt nur gegen ein sehr hohes Lösegeld. 1194
Heinrich VI. unterwirft Sizilien. 1196
Heinrich VI. plant, das Römische Reich und Deutschland zu einem Erb reich zu machen,
scheitert aber an diesem Vorhaben. 1198
Von den Staufern und Welfen werden Gegenkönige aufgestellt. Der vierjährige Sohn von Kaiser Heinrich wird unter Vormundschaft des Papstes Innozenz III. zum König des Normannenreiches gewählt. 1201
Die Stadt Riga wird gegründet. 1202
Beginn des vierten Kreuzzuges. 1204 findet er sein Ende mit der Eroberung Konstantinopels. 1208
Nachdem der König der staufischen Partei immer mehr Anhänger in Deutschland gewinnt, wird er aufgrund einer Privatfehde von Otto von Wittelsbach ermordet. 1209
Bis 1229 wird ein blutiger Kreuzzug gegen die Albigenser (Ketzergemeinschaft in Südfrankreich) geführt. In Rom wird Otto IV. als Kandidat der welfischen Partei von Innozenz III. zum Kaiser gekrönt. 1210
Durch Kaiser Otto IV. wird der Kampf um Sizilien eröffnet. Er wird daraufhin vom Papst gebannt. Franziskus von Assisi gründet eine Bruderschaft, die später unter dem Namen der Franziskaner berühmt wird. 1212
Friedrich II. von Sizilien wird von einer Fürstenpartei zum Gegenkönig gewählt (bis 1250). In Frankfurt wird der »Pfaffenkönig« Friedrich II. von Sizilien gewählt und in Mainz erfolgt seine Krönung. 1214
König Philipp II. von Frankreich erlangt in der Schlacht bei Bouvines einen Sieg über König Johann von England und Kaiser Otto IV. Friedrich II. triumphiert damit über Otto IV. 1215
Das Recht der katholischen Kirche wird über das vierte Laterankonzil neu formuliert. 1220
Friedrich II. wird in Rom zum Kaiser gekrönt. Seinen Sohn Heinrich setzt er als Statthalter für Deutschland ein. Damit scheidet er praktisch aus der Regierung Deutschlands aus. 1226
Dem Deutschen Orden wird von Kaiser Friedrich II. der Auftrag erteilt, das Land der heidnischen Preußen (Pruzzen) zu erobern und zu missionieren. 1227
König Waldemar von Dänemark wird bei Bornhöved von den deutschen Fürsten besiegt. 1228
Kaiser Friedrich II., mit dem päpstlichen Bann belegt, führt einen Kreuzzug nach Jerusalem an und krönt sich dort selbst mit der Krone des Königreichs Jerusalem. 1233
Unter Konrad von Marburg erlangt die Ketzerverfolgung einen Höhepunkt. 1235
Kaiser Friedrich II. kehrt aus Italien nach Deutschland zurück und wirft dort einen Aufstand seines Sohnes Heinrich nieder. Das erste Reichsgesetz in deutscher Sprache – der Mainzer Landfrieden – wird verkündet. 1241
Herzog Heinrich II. von Schlesien fällt im Kampf gegen die Mongolen. 1246
Der Papst flüchtet in das Konzil zu Lyon. Dieses setzt den Kaiser ab. Als Gegenkönige werden der Landgraf von Thüringen, Heinrich Raspe, und ein Jahr später auch Graf Wilhelm von Holland ausgerufen. 1250
Nachdem Kaiser Friedrich II. in Süditalien stirbt, versucht sein Sohn Konrad IV. seine Herrschaft über Sizilien zu stärken (bis 1254). 1254
Der Rheinische Städtebund wird gegründet. 1268
Konradin, der Sohn König Konrads IV., wird auf Befehl Karls von Anjou in Neapel hingerichtet. 1269
König Ottokar von Böhmen erwirbt Kärnten und Krain. 1273
Auf Drängen des Papstes hin wählen die Kurfürsten den Grafen Rudolf von Habsburg zum deutschen König (bis 1291). 1278
In der Schlacht bei Dürnkrut erringt König Rudolf I. einen Sieg über König Ottokar von Böhmen. 1282
Zur Sicherung des Ostseehandels schließen Lübeck, Riga und Wisby einen Bund. 1292
Graf Adolf von Nassau wird zum deutschen König gewählt (bis 1298). 1293
Anerkennung Lübecks als Vorort des Hansischen Städtebundes. 1294
Obwohl der deutsche König in dem englisch-französischen Krieg Verbündeter der Engländer ist, führt er den Krieg aufgrund französischer Geldgaben nur halbherzig. 1298
Albrecht von Österreich wird zum König gewählt (bis 1308). Adolf fällt in der Schlacht von Göllheim gegen König Albrecht. 1302
Verkündung der Oberherrschaft des Papsttums über die weltlichen Herrscher durch Papst Bonifaz VIII. 1308
Ermordung des Königs Albrecht I. Graf Heinrich von Luxemburg wird deutscher König (Heinrich VII.). 1313
König Heinrich VII. stirbt auf einer Italienreise. 1314
Von einem Teil der Kurfürsten wird Herzog Ludwig von Bayern zum deutschen König gewählt, von einem anderen Teil Herzog Friedrich von Österreich. 1315
Das Ritterheer der Habsburger wird am Morgarten von den Schweizer Eidgenossen besiegt. 1322
Ludwig der Bayer besiegt in der Schlacht bei Mühldorf Friedrich von Österreich und nimmt ihn gefangen. 1337
Edward III. von England und Kaiser Ludwig IV. schließen ein Bündnis gegen Frankreich. 1338
Die Königswahl wird von den Kurfürsten auch ohne Zustimmung des Papstes für gültig erklärt. 1343
Aufgrund schwerer Niederlagen endgültiger Verzicht des Polenkönigs auf seine Ansprüche auf Pomerellen und das Kulmer Land. 1346
Der Sohn des luxemburgischen Königs von Böhmen, Karl, wird auf Drängen des Papstes hin von den Kurfürsten zum König gewählt (Karl IV.). 1348
Ausbruch der Pest. 1349
Günther von Schwarzburg wird von der »bayrischen Partei« erfolglos als Gegenkönig aufgestellt. 1350
Karl IV. wird, wie schon lange kein deutscher König mehr, voll anerkannt, nachdem die Wittelsbacher ihn in seinem Amt bestätigen und ihnen dafür Tirol und Brandenburg zugesprochen wird. 1356
Die »Goldene Bulle« erklärt das Vorrecht von sieben Kurfürsten auf die Königswahl. 1370
Die Vorrechte der Hanse werden von Dänemark im Frieden von Stralsund anerkannt. 1373
Kaiser Karl IV. erwirbt Brandenburg von den Wittelsbachern. 1378
Beginn der großen Kirchenspaltung (Schisma). Wenzel, der Sohn Karls IV., wird deutscher König. 1393
König Wenzel veranlasst die Ermordung des Generalvikars des Erzbistums Prag. 1400
Nachdem die Kurfürsten König Wenzel abgesetzt haben, wählen sie Ruprecht von der Pfalz zum König (bis 1410). 1410
König Ruprecht stirbt. Die anschließende Wahl des Königs Sigismund von Ungarn und des Markgrafen Jobst von Mähren zu deutschen Königen bringt die Existenz dreier Könige und dreier Päpste mit sich. Sigismund kann sich letztlich durchsetzen. 1414
Einberufung eines allgemeinen Konzils nach Konstanz durch König Sigismund. 1415
In Konstanz wird der tschechische Reformator Hus als Ketzer verbrannt. 1420
Eröffnung des Kriegs gegen das Reich durch die Hussiten. Mittels einer neuen Kriegstaktik siegen die Hussiten mehrfach über das Reichsheer und dringen somit tief in das Reichsgebiet ein. 1431
In Basel tritt ein allgemeines Konzil zusammen (bis 1449). 1438
Der Erzherzog von Österreich, Albrecht, wird deutscher König. 1440
Nach dem Tod von Albrecht (1439) wird Friedrich, Erzherzog von Steiermark, zum deutschen König gewählt (bis 1493). 1453
Die Türken erobern Konstantinopel. 1460
Der neue Herzog von Holstein und Schleswig (König Christian I. von Dänemark) sichert den beiden Herzogtümern ewige Untrennbarkeit zu. 1466
Preußen unterwirft sich der polnischen Lehenshoheit. 1477
Vermählung des Erzherzogs Maximilian (Sohn Kaiser Friedrichs III.) mit Maria von Burgund (Erbin Burgunds). 1482
Die ersten Verbände der Landsknechte werden von Erzherzog Maximilian aufgestellt. 1492
Christoph Kolumbus entdeckt Amerika. 1493
Regierungsantritt König Maximilians I. 1494
König Karl VIII. von Frankreich tritt einen Kriegszug nach Süditalien an. 1495
Auf dem Reichstag zu Worms werden die Einführung des Reichskammergerichts und einer Reichssteuer beschlossen sowie ein ewiger Landfrieden. 1500
Der Reichstagshauptschluss errichtet ein Reichsregiment. 1514
Erzbischof Albrecht von Mainz erkauft sich das Recht zu einem zehnjährigen Ablass, um somit den Fuggern die Gelder zurückzahlen zu können, die ihm diese für die Erwerbung des Mainzer Erzbistums vorgestreckt hatten. 1516
Die »Dunkelmänner-Briefe« erscheinen. 1517
Verkündung der 95 Thesen »über die Kraft des Ablasses« durch Luther am 31.10.1517. 1518
In Zürich predigt Ulrich Zwingli die Reformation. Der päpstliche Legat Cajetan und Luther führen ein fruchtloses Gespräch in Augsburg. 1519
Kaiser Maximilian I. stirbt. Karl V. wird deutscher Kaiser (bis 1556). Auf einer Disputation mit Dr. Eck und Karlstadt wendet sich Luther gegen Papst und Konzilien. 1520
Folgende Schriften Luthers erscheinen: »Von der Freiheit eines Christenmenschen« – »An den christlichen Adel deutscher Nation« – »Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche«. Öffentliche Verbrennung der Bannbulle durch Luther. 1521
Auf dem Reichstag zu Worms weigert sich Luther zu widerrufen. Er wird daraufhin in Reichsacht erklärt, woraufhin er Zuflucht auf der Wartburg findet. Dort übersetzt er das Neue Testament (Vollendung der Bibelübersetzung 1534). Ausbruch des ersten Krieges zwischen Karl V. und Franz I. von Frankreich. Eroberung Belgrads durch die Türken. 1522
Predigt Luthers in Wittenberg gegen Wiedertäufer und Bilderstürmer. Unter der Führung von Franz von Sickingen unternehmen die verarmenden Reichsritter einen Raubkrieg gegen die geistlichen Fürstentümer (1523 werden sie endgültig niedergeschlagen) 1524
Bauernaufstand in Schwaben, Franken und Thüringen (wird 1525 niedergeschlagen). 1525
Erscheinen der Lutherschen Schrift »Wider die räuberischen und mörderischen Rotten der Bauern«. Übertritt Albrechts von Brandenburg zum Protestantismus. Sieg über Franz I. in der Schlacht von Pavia durch Karl V. 1526
Allgemeine staatsrechtliche Anerkennung der Protestanten durch den ersten Reichstag von Speyer. Ausbruch des zweiten Krieges zwischen Karl V. und Franz I. 1527
Plünderung und Verwüstung Roms durch deutsche Landsknechte. 1529
Karl V. und Franz I. schließen Frieden in Cambrai. Die evangelischen Stände protestieren auf dem Reichstag zu Speyer und entziehen dem Reichstag das Recht, in Glaubenssachen mit Mehrheit zu entscheiden. 1530
Die letzte Kaiserkrönung durch den Papst wird an Karl V. vollzogen. Protestanten und Katholiken verhandeln auf dem Reichstag zu Augsburg ohne Ergebnis. Die Protestanten verfassen ein Glaubensbekenntnis (Confessio Augustana). 1531
Die protestantischen Reichsstände bilden den Bund von Schmalkalden. 1534
Herzog Ulrich, der 1519 vertrieben wurde, kehrt nach Württemberg zurück und führt die Reformation ein. In Münster ergreifen die Wiedertäufer die Macht, werden 1535 allerdings blutig unterdrückt. 1536
Der größte deutsche Humanist, Erasmus von Rotterdam, stirbt. Zwischen Karl V. und Franz I. bricht der dritte Krieg aus (bis 1538). 1538
In Nürnberg wird ein Bund der katholischen Stände geschlossen. Ausgeschlossen sind die Kurfürsten und ein Großteil der geistlichen Fürstentümer. 1539
Die albertinische Linie des Herzogtums Sachsen und Kurbrandenburg werden protestantisch. 1540
Der 1534 von Ignatius v. Loyola gegründete Jesuitenorden wird vom Papst anerkannt. 1541
Calvin führt in Genf die Reformation durch. 1542
Nachdem das Inquisitionstribunal in Rom wieder eingesetzt wird, wird der »Index der verbotenen Bücher« erstellt. Der Erzbischof von Köln wird Protestant. 1545
In seiner letzten Streitschrift »Wider das Papsttum zu Rom, vom Teufel gestiftet« verteidigt Luther den Kaiser gegen einen päpstlichen Erlass. Das Konzil tritt in Trient zur Reform der katholischen Kirche zusammen. 1546
Luther stirbt in Eisleben. Beginn des Schmalkaldischen Kriegs zwischen dem Kaiser und den Protestanten. 1547
Die Schmalkaldener werden von Herzog Alba bei Mühlberg/Elbe besiegt. Philipp von Hessen und Johann Friedrich geraten in Gefangenschaft und die sächsische Kurwürde geht an die albertinische Linie über. 1548
Das sogenannte Interim wird auf dem Reichstag von Augsburg beschlossen. Über das Schicksal der säkularisierten kirchlichen Besitzungen wird dabei allerdings nicht bestimmt. 1552
Moritz von Sachsen wendet sich von dem immer einflussreicher werdenden Kaiser ab, und Karl V. muss fliehen. Der Passauer Vertrag zieht die Freilassung der protestantischen Fürsten nach sich. Die Bistümer Verdun, Metz und Toul fallen an Frankreich. 1553
Im Kampf gegen den Markgrafen von Brandenburg-Kulmbach fällt Moritz von Sachsen. 1555
Der Augsburger Religionsfrieden spricht den Reichsständen das Recht der Entscheidung über den Glauben ihrer Länder zu (mit einem Vorbehalt für die geistlichen Fürstentümer). 1556
Karl V. dankt ab. Das habsburgische Reich spaltet sich in eine spanische und eine österreichische Linie auf. Ferdinand I. wird zum deutschen Kaiser gewählt (bis 1564). 1561
Die baltischen Deutschritterstaaten geraten teils unter schwedische und teils unter polnische Souveränität. In Ungarn bilden die Calvinisten eine eigene Kirche. 1563
Der Kurfürst von der Pfalz beteiligt sich an der Schaffung des Katechismus der Reformierten (Calvinisten) in Heidelberg. 1564
Der dem Protestantismus zugeneigte Maximilian II. – Sohn Ferdinands I. – wird deutscher Kaiser (bis 1576). 1576
Rudolf II., ein Anhänger der Jesuiten, wird deutscher Kaiser (bis 1612). 1579
Aus den protestantischen Provinzen der Niederlande entsteht die Utrechter Union. 1588
Der niederländische Aufstand erfährt nach dem Untergang der spanischen Armada an der Küste Englands einen erneuten Auftrieb. 1608
Der deutsche Reichstag wird in Zusammenhang mit den Donauwörther Händeln beschlussunfähig und es gibt ab sofort keinen Reichstagsabschied mehr. Während einer großen Staatskrise übernimmt Matthias, Bruder von Rudolf, die Regierungsvollmacht für das Reich (nicht für Böhmen). 1609
Unter der Führung des Herzogs Maximilian von Bayern wird die katholische »Liga« gegründet. Aufgrund eines Streites um die Besitzungen von Kleve und Jülich kommt es beinahe zu einem europäischen Krieg. Im Wettstreit mit seinem Bruder Matthias gesteht Rudolf den böhmischen Ständen den Majestätsbrief zu, der diesen das Recht der Königswahl durch die Stände verspricht sowie Religionsfreiheit. 1610
Ein Kriegszug des Franzosenkönigs gegen Deutschland wird durch die Ermordung Heinrichs IV. verhindert. 1612
Matthias wird deutscher Kaiser (bis 1619). 1613
Der Kurfürst von Brandenburg tritt zum Calvinismus über. 1618
Ein Aufstand in Böhmen (Fenstersturz zu Prag) hat den Dreißigjährigen Krieg zur Folge. 1619
Ferdinand II. wird nach dem Tod von Matthias zum Kaiser gewählt. Ferdinand, dem König von Böhmen, wird durch die böhmischen Stände der Gehorsam verweigert. Der Calvinist Friedrich V. von der Pfalz wird zum König von Böhmen (der »Winterkönig«) gewählt. 1620
Mit der tatkräftigen Unterstützung von Herzog Maximilian von Bayern siegt Ferdinand in der Schlacht am Weißen Berge bei Prag über den Kurfürsten von der Pfalz. 1621
Die Spanier fallen in die Pfalz ein. 1623
Unter Tilly verfolgt das Heer der Liga kleinere norddeutsche Fürsten – Anhänger des Winterkönigs – und dringt so nach Norddeutschland vor. Ächtung des Kurfürsten von der Pfalz und Übertragung seiner Kurwürde auf den Herzog Maximilian von Bayern. 1625
Der mit Holland und England verbündete Christian IV. von Dänemark übernimmt die Führung des niedersächsischen Kreises der deutschen Protestanten. Als Condottiere stellt Wallenstein ein kaiserliches Heer auf. 1626
Tilly erringt bei Lutter am Barenberge über Christian IV. von Dänemark einen Sieg und Wallenstein an der Dessauer Elbbrücke über Ernst von Mansfeld. 1627
Wallenstein erobert Mecklenburg und Pommern. 1628
Vergebliche Belagerung Stralsunds durch Wallenstein. 1629
Edikt über die Restitution der säkularisierten geistlichen Besitzungen (seit 1552) und Friede zu Lübeck. 1630
Die Kurfürsten fühlen sich von der immer stärker werdenden Kaisermacht bedroht und erzwingen auf dem Kurfürstentag zu Regensburg die Entlassung Wallensteins. Besetzung Pommerns durch König Gustav Adolf von Schweden. 1631
Unter der Führung des Kardinals Richelieu schließt Frankreich einen Subsidien Vertrag mit Schweden. 1632
In der Schlacht bei Lützen siegt und fällt Gustav Adolf. 1633
Verständigung der süddeutschen Protestanten mit Frankreich und Schweden in Heilbronn. 1634
Da Wallenstein verdächtigt wird, cäsarische Ziele zu verfolgen, befiehlt der Kaiser dessen Ergreifung. Er wird daraufhin in Eger ermordet. 1635
Einige protestantische Stände, v.a. die des Kurfürsten von Sachsen, schließen Frieden mit dem Kaiser zu Prag. Wegen der drohenden Verständigung zwischen den deutschen Fürsten und dem Kaiser greift Frankreich offen in den Krieg ein. 1637
Ferdinand III. wird zum deutschen Kaiser gewählt. 1638
Im Auftrag der Franzosen erobert Bernhard von Weimar Breisach und das Elsass. 1640
Der »Große Kurfürst« Friedrich Wilhelm kommt in Brandenburg an die Regierung. 1648
Die Territorialgewalten erlangen aufgrund des Westfälischen Friedens endgültig den Sieg über das Reich. 1655
Der Krieg gegen die Polen durch Schweden und Brandenburg findet seinen Anfang. 1658
Leopold I. wird zum deutschen Kaiser gewählt. 1660
Der Krieg Brandenburgs, Österreichs und Polens mit Schweden wird durch den Frieden von Oliva beendet. Anerkennung der völkerrechtlichen Unabhängigkeit Preußens. 1663
Ab sofort tagt der Reichstag zu Regensburg ohne Unterbrechung. 1668
Nach seinem ersten Eroberungskrieg wird Ludwig XIV. von England, Holland und Schweden, dem sog. Dreibund, zum Frieden von Aachen gezwungen. 1670
Lothringen wird von den Franzosen besetzt. 1672
Ludwig XIV. initiiert den zweiten Eroberungskrieg gegen Holland. Der Große Kurfürst und der Kaiser schlagen sich auf die Seite der Niederlande. Ebenso wendet sich das Reich gegen Ludwig XIV. 1675
Nach dem Einfall der Schweden in Brandenburg werden sie vom Großen Kurfürsten bei Fehrbellin geschlagen. 1679
Ludwig XIV. kann seine Eroberungen im Frieden von Nimwegen behaupten. Dahingegen sieht sich der Große Kurfürst im Frieden von St-Germain gezwungen, seine Eroberungen wieder auszuliefern. Er schlägt sich auf die Seite Frankreichs. Ludwig XIV. benutzt die Reunionskammern, um gezielt Gebiete aus dem Deutschen Reich herauszubrechen. 1681
Ludwig XIV. gewinnt Straßburg. 1683
Das deutsche Reichsheer gewinnt unter der Führung von Johann Sobieski von Polen die Schlacht am Kahlenberg. Dies zieht die Aufhebung der Belagerung Wiens durch die Türken nach sich. 1684
Ludwig XIV. und das Deutsche Reich schließen einen zwanzigjährigen Waffenstillstand. 1685
Brandenburg nimmt 20000 Hugenotten auf, nachdem das Duldungsedikt von Nantes außer Kraft gesetzt wurde. 1686
Budapest wird von den Österreichern erobert. Die erbliche Thronfolge wird vom ungarischen Reichstag auf das Haus Habsburg übertragen. 1688
Friedrich III. wird Herrscher über Brandenburg (bis 1713). Ludwig XIV. führt seinen dritten Eroberungskrieg, den »Pfälzischen Krieg«. Kurfürst Max Emanuel von Bayern besetzt Belgrad. 1692
Hannover erhält die neunte Kurwürde. 1697
Der Krieg gegen Ludwig XIV. gelangt durch den Frieden von Rijswijk an seinen Wendepunkt. Kurfürst Friedrich August von Sachsen wird zum König gekrönt (August der Starke). Prinz Eugen von Savoyen erringt bei Zenta einen Sieg über die Türken. 1699
Anlässlich des Friedens von Karlowitz wird Ungarn von der Türkei förmlich abgetreten. 1700
Zwischen Russland, Schweden, Polen und Dänemark bricht der Nordische Krieg aus. 1701
Preußen wird Königreich. Nachdem der Habsburger Karl und der Bourbone Philipp ihre Ansprüche auf Spanien anmelden, kommt es zum Spanischen Erbfolgekrieg. 1704
Die Franzosen werden bei Hochstädt von Prinz Eugen und seinem habsburgischen Heer und Marlborough mit seinem britischen Heer geschlagen. 1705
Joseph I. wird zum Kaiser gewählt (bis 1711). 1711
Die Krönung Karls VI. zum Kaiser lässt die Vereinigung von Spanien und Österreich erwarten. Dies stimmt die Engländer friedenswillig. 1713
Philipp V. wird im Frieden von Utrecht als König von Spanien anerkannt. Friedrich Wilhelm I. wird König von Preußen (bis 1740). Erlass der Pragmatischen Sanktion durch Karl VI. 1717
Prinz Eugen erobert Belgrad. In Preußen wird die allgemeine Schulpflicht eingeführt. 1718
Anlässlich des Friedens von Passarowitz tritt das Osmanische Reich Belgrad und das nördliche Serbien an Österreich ab. 1720
Stettin und Vorpommern werden bis zur Peene von Schweden an Preußen abgetreten. 1721
Der Frieden von Nystad beendet den Nordischen Krieg. Dadurch gelangen die Ostseeprovinzen in den Besitz Russlands. 1730
Der Versuch des Kronprinzen Friedrich nach schweren Konflikten mit seinem Vater Friedrich Wilhelm I. zu fliehen, misslingt. 1736
Prinz Eugen stirbt. 1740
Friedrich II. wird zum König von Preußen gewählt (bis 1786). Maria Theresia wird Herrscherin über das habsburgische Erbland. Der Österreichische Erbfolgekrieg findet seinen Anfang. Durch seinen Einfall in Schlesien löst Friedrich II. den Ersten Schlesischen Krieg aus. 1742
Karl VII. (Kurfürst von Bayern) wird zum Kaiser gewählt (bis 1745). Im Frieden zu Breslau tritt Habsburg Schlesien an Preußen ab. 1744
Zwischen Preußen und Österreich beginnt der Zweite Schlesische Krieg. 1745
Kaiser Karl VII. stirbt. Der Frieden von Füssen beinhaltet den Verzicht des bayrischen Kurfürsten auf seine Ansprüche auf Niederösterreich. 1756
Friedrich II. fällt in Sachsen ein. Der Siebenjährige Krieg bricht aus. 1757
Das Reich, Russland und Frankreich mischen sich in den Krieg ein und wenden sich gegen Friedrich. England verbündet sich mit Preußen. 1762
Die Thronbesteigung des schwachsinnigen Peter III. in Russland rettet Friedrich II. aus seiner scheinbar aussichtslosen Lage. 1763
Im Frieden von Hubertusburg behält Preußen Schlesien und im Frieden von Paris bekommt England große Teile Nordamerikas. 1765
Joseph II. wird Kaiser. Er teilt die Herrschaft mit seiner Mutter. 1772
Die Kluft zwischen Ostpreußen und Brandenburg wird bei der ersten Teilung Polens durch den Erwerb Westpreußens durch Preußen beseitigt. 1778
Beginn des Bayrischen Erbfolgekriegs zwischen Österreich und Preußen. 1780
Maria Theresia stirbt. 1781
Joseph II. beginnt mit der Auflösung der Klöster und hebt die Leibeigenschaft in den habsburgischen Landen auf. 1784
Joseph II. schließt ein Konkordat mit der Kurie. 1785
Friedrich II. gründet den deutschen Fürstenbund, nachdem Joseph II. einen neuen Anschlag auf Bayern anzettelt. 1786
Friedrich II. stirbt und Friedrich Wilhelm II. von Preußen wird König. 1789
Vor allem die Stände des Habsburgischen Reiches befinden sich zeitgleich mit der Französischen Revolution in einem Aufruhr. 1790
Leopold II. wird zum Kaiser gewählt. 1791
Verständigung Preußens und Österreichs über ein gemeinsames Vorgehen gegen die Französische Revolution. 1792
Kriegserklärung Frankreichs gegenüber Österreich. Der Oberbefehlshaber der Interventionsarmeen – der Herzog von Braunschweig – ruft gegen das revolutionäre Frankreich auf. Allerdings wird sein Vormarsch bei Valmy aufgehalten. Franz II. wird zum Kaiser gewählt (bis 1806). 1793
Die zweite Teilung Polens findet statt. Preußen fällt der Hauptteil des sog. »Großpolen« zu. 1794
In Preußen wird das »Allgemeine Landrecht« eingeführt. 1795
Der Sonderfrieden zu Basel zieht das Ausscheiden Preußens aus dem Krieg gegen Frankreich nach sich. In der dritten Teilung Polens erhält Preußen Gebiete aus dem östlichen Teil Ostpreußens, außerdem Neuschlesien und Warschau. 1797
Anlässlich des Friedens von Campoformio trennt sich Österreich von der Lombardei und den habsburgischen Niederlanden. Außerdem verzichtet es ebenso wie Preußen auf das linke Rheinufer. Friedrich Wilhelm III. wird König von Preußen (bis 1840). In Rastatt tritt der Friedenskongress zusammen. 1799
Gegen die Französische Revolution wird der zweite Koalitionskrieg eröffnet. 1801
Durch den Frieden von Luneville wird der zweite Koalitionskrieg beendet. Gleichzeitig beginnt ein Kampf um die deutschen Territorien, ausgelöst durch das Versprechen auf Entschädigung für die verlorenen linksrheinischen Gebiete. 1802
England schließt Frieden mit Frankreich. Der Frieden dauert zwei Jahre an. 1803
Der Reichsdeputationhauptschluss teilt Deutschland neu auf. 1804
Franz II. wird »Kaiser von Österreich«. 1805
Beginn eines neuen Koalitionskrieges gegen Frankreich. Napoleon erringt in der Dreikaiserschlacht bei Austerlitz einen Sieg über die Österreicher und Russen. Preußen schließt mit Napoleon den zweideutigen Vertrag von Schönbrunn. 1806
Die Fürstentümer Bayern, Württemberg und Sachsen, die zu Königreichen erhoben wurden, bilden in Gefolgschaft zu Napoleon den Rheinbund. Preußen gerät in den Krieg gegen Napoleon und wird bei Jena und Auerstedt geschlagen. Napoleon verkündet von Berlin aus die Kontinentalsperre. 1807
Preußen und Russland führen den Kampf gegen Napoleon fort. Preußen verliert im Frieden von Tilsit die Hälfte seiner Territorien, nachdem Napoleon einen Sieg bei Friedland errungen hat. Die Gründung des Großherzogtums Berg, des Königreichs Westfalen und des Herzogtums Warschau durch Napoleon dient der Stützung seines Machtsystems. Als leitender Minister in Preußen wird der Reichsfreiherr vom Stein berufen. Der Freiherr von Hardenberg wird als Außenminister neu ernannt. In Preußen wird die Erbuntertänigkeit der Bauern abgeschafft. In seinen »Reden an die deutsche Nation« werden die Deutschen von Fichte zum Widerstand gegen Napoleon aufgerufen. 1808
In Preußen wird die von Stein ausgearbeitete Städteordnung umgesetzt. Der Reichsfreiherr von Stein wird auf Drängen Napoleons hin entlassen. In Preußen wird die Allgemeine Wehrpflicht von der »Armee-Reorganisations-Kommission« geplant. Napoleon wird auf dem Erfurter Kongress von den deutschen Fürsten als ihr Kaiser gepriesen. 1809
Im Krieg mit Frankreich erringt Österreich einen Sieg bei Aspern und erfährt bei Wagram eine Niederlage. Ergebnislos bleiben die Volksaufstände der Tiroler und in Preußen. In Schönbrunn schließen Napoleon und Österreich Frieden. 1810
Vereinigung Hollands, des nördlichen Hannover und der deutschen Hansestädte mit Frankreich. Gründung der Universität Berlin. Napoleon heiratet die Tochter des Kaisers von Österreich. 1812
Napoleon beginnt mit einem Heer aus allen europäischen Völkern den Krieg gegen Russland. Der preußische General Yorck von Wartenburg schließt mit den Russen die Konvention von Tauroggen, nachdem die Armee Napoleons zusammengebrochen ist. 1813
Preußen und Russland verbünden sich und eröffnen den Befreiungskrieg gegen Napoleon. Auch Österreich tritt dem Bündnis gegen Napoleon bei. Nach der Völkerschlacht bei Leipzig kann die napoleonische Herrschaft über Deutschland als beendet angesehen werden. 1814
Blücher überschreitet den Rhein bei Kaub. Die Verbündeten ziehen in Paris ein. Napoleon wird nach Elba verbannt und der Wiener Kongress tritt zusammen. 1815
Nach der Rückkehr Napoleons aus Elba herrscht dieser noch einmal 100 Tage über Frankreich. Er wird aber bei Waterloo von Wellington und Blücher besiegt. 1815
Durch die Schlussakte des Wiener Kongresses wird ein neues europäisches Staatensystem begründet. 1815
26. September: Zwischen dem Kaiser von Österreich, dem Zar von Russland und dem König von Preußen wird die Heilige Allianz gegen die revolutionären Tendenzen geschlossen. 1818
26. Mai: Die Handelsfreiheit wird vom preußischen Zollgesetz als Grundlage der Gesetzgebung angesehen. 1819
23. März: Der Student Sand ermordet den Staatsrat August von Kotzebue. Auf einem Kongress der deutschen Regierungschefs in Karlsbad erwirken die beiden deutschen Großstaaten Beschlüsse über die Unterdrückung der nationalrevolutionären Bewegung. 1830
Durch eine Revolution wird Louis Philippe König von Frankreich. Die Polen begehren auf und werden in den Krieg gegen Russland und Preußen hineingezogen. 1832
Auf der Hambacher Schlossruine feiert man ein freiheitliches »Konstitutionsfest«. 1833
Sachsen, Thüringen und zehn andere deutsche Staaten bilden den deutschen Zollverein. Um »Demagogen« und anderen revolutionären Umtrieben Herr zu werden, wird die Frankfurter Zentraluntersuchungskommission zu deren Verfolgung eingesetzt. 1835
Bau der ersten deutschen Eisenbahn zwischen Fürth und Nürnberg. 1836
Gründung des internationalen Kommunistenbundes. 1837
November: Die überholte Verfassung von 1819 wird vom König von Hannover wieder für gültig erklärt. Daraufhin erklären sieben Professoren der Universität Göttingen, dass sie sich weiterhin an ihren Eid auf die Verfassung von 1833 gebunden fühlten. Wegen des Eherechts findet der erste Kulturkampf des preußischen Staates gegen die katholische Kirche statt. 1839
In Preußen wird das erste Gesetz zum Schutz jugendlicher Fabrikarbeiter erlassen. 1840
Friedrich Wilhelm IV. wird gekrönt. Zwischen Deutschland und Frankreich macht sich Kriegsstimmung breit (»Die Wacht am Rhein«). 1844
In Schlesien brechen Unruhen der Weber aus. 1846
König Christian VIII. von Dänemark verfasst einen »offenen Brief« über die Verfassung von Schleswig-Holstein. Dies führt zu Aufregung im Reich. 1848
Februar: Karl Marx und Friedrich Engels veröffentlichen das Kommunistische Manifest. 24. Februar: Die Februar-Revolution in Paris zieht die französische Republik nach sich. 13. März: Durch Unruhen sieht sich Fürst Metternich zum Rücktritt veranlasst. 18. März: Nach Barrikadenkämpfen und revolutionären Unruhen ziehen die königlichen Truppen aus Berlin ab. 21. März: Friedrich Wilhelm IV. reitet mit der schwarz-rot-goldenen-Kokarde durch Berlin. 23. März: Ohne Erfolg versucht Heinrich von Gaggern, Friedrich Wilhelm IV. von der Führung Deutschlands, der Wiederherstellung Polens und dem Krieg gegen Russland zu überzeugen. 26. März: Russland behält die Reservisten für ungewisse Zeit ein. 31. März: Die Liberalen treffen zum Vorparlament zusammen. April: In Baden machen sich radikale Unruhen breit. Um deren Stände zu unterstützen, entsendet Preußen Truppen nach Schleswig und Holstein. 11. April: West- und Ostpreußen werden in den Deutschen Bund aufgenommen. 15. Mai: Die revolutionäre Bewegung in Wien veranlasst die kaiserliche Familie, nach Innsbruck zu fliehen. 18. Mai: In der Paulskirche zu Frankfurt tritt die deutsche Nationalversammlung zusammen. 13. Juni: Fürst Windischgrätz nimmt die Beschießung Prags vor und schlägt so einen Aufstand der Tschechen nieder. Juni: Erzherzog Johann von Österreich wird vom Präsidenten der Paulskirche, H. von Gaggern, als Reichsverweser vorgeschlagen. 26. August: Zwischen Preußen und Dänemark wird ein Waffenstillstand geschlossen. 5. September: Protest der Paulskirche gegen den Waffenstillstand von Malmö. 7. September: Mit Einverständnis der Regierung schafft der Habsburgische Reichstag alle Erbuntertänigkeiten und Dienstbarkeiten ab. 9. September: Robert Blum, Abgeordneter der Paulskirche, wird aufgrund seiner Tätigkeit im revolutionären Umfeld Wiens auf Befehl des Fürsten Windischgrätz hin standesrechtlich erschossen. 2. Oktober: Graf Brandenburg gründet das antirevolutionäre »Ministerium der Tat«. 10. Oktober: General Wrangel marschiert in Berlin ein. 31. Oktober: Erstürmung des revolutionären Wien durch Fürst Windischgrätz. 2. Dezember: Kaiser Franz Joseph I. übernimmt die Regierung. 5. Dezember: Aufnötigung einer keineswegs reaktionären Verfassung durch die preußische Regierung. 10. Dezember: Wahl Napoleons zum Präsidenten der französischen Republik. 24. Dezember: Veröffentlichung der Grundrechte des deutschen Volkes durch die Paulskirche. 1849
4. März: Der Habsburger Gesamtstaat erhält eine Verfassung. 9. März: Fürst Schwarzenberg fordert die Aufnahme Gesamthabsburgs in das neue Reich. 28. März: Für das nichtösterreichische Deutschland wird von der Paulskirche eine Gesamtverfassung beschlossen, die den König von Preußen als »Erbkaiser« vorsieht. 3. April: Die deutsche Kaiserkrone wird von König Friedrich Wilhelm IV. abgelehnt. 14. April: Mit Erfolg lehnen sich die Ungarn gegen die Herrschaft Habsburgs auf. Mai: Nach Abberufung der Mitglieder der Großmächte tagt in Stuttgart ein »Rumpf« der Paulskirche weiter. 26. Mai: Preußen, Bayern und Sachsen schließen das »Dreikönigsbündnis«. Juni: In Ungarn marschieren russische Truppen ein, um dem Aufstand Einhalt zu gebieten. 18. Juni: In Stuttgart wird »der Rumpf« der Nationalversammlung gewaltsam auseinandergetrieben. 1850
31. Januar: In Preußen wird das Dreiklassenwahlrecht eingeführt. März: In Erfurt tritt das Parlament der »Union« zusammen. Aufgrund der »hessischen Frage« droht zwischen Preußen und Österreich ein Krieg auszubrechen. 1. September: Ohne die Staaten der »Union« tritt der Frankfurter Bundestag wieder zusammen. 19. November: Preußen verzichtet in der Punktation von Olmütz auf die »Union«. Der »Deutsche Bund« wird somit wieder hergestellt. 1851
Ernennung des Otto von Bismarck zum preußischen Gesandten am Bundestag. Das Parlament wird durch einen Staatsstreich des Präsidenten Louis Napoleon auseinandergetrieben. 1852
Die Thronfolge für Schleswig und Holstein wird durch das Londoner Protokoll wiederhergestellt. 1853
Ein Krieg zwischen der Türkei und Russland beginnt. 1854
Bildung eines Bündnisses zwischen den Westmächten und der Türkei. Während Österreich noch zögert, bleibt Preußen neutral. Im September landen die Verbündeten auf der Krim. Verkündung des Dogmas von der Unbefleckten Empfängnis der Jungfrau Maria. 1856
Durch den Frieden von Paris findet der Krim-Krieg ein Ende. 1858
In Preußen wird die Regentschaft von Prinz Wilhelm übernommen. Treffen von Napoleon III. und Cavour in Plombieres. Gemeinsam planen sie den Befreiungskrieg Italiens und Frankreichs gegen Habsburg. 1859
29. April: Der Präventivangriff Österreichs auf Piemont bringt den Krieg in Italien zum Ausbruch. Daraufhin marschiert die französische Armee in Italien ein. Juni: Niederlage der österreichischen Armeen bei Magenta und Solferino. September: Gründung des liberalen und nationalen »Nationalvereins« in Eisenach. 1860
Vorlage des Entwurfs zur Heeresreform durch den Kriegsminister Preußens. 1861
Dezember: Sieg der »Fortschrittspartei« bei den Wahlen zum preußischen Abgeordnetenhaus. 1862
Ablehnung des Antrags Österreichs um Aufnahme in den deutschen Zollverein durch den deutschen Bundestag. Bismarck, der bislang preußischer Gesandter in Petersburg war, wird Gesandter in Paris. Der König besteht auf der umstrittenen, vom Abgeordnetenhaus nicht bewilligten Heeresreform. Das hat zur Folge, dass das Abgeordnetenhaus alle Heeresausgaben vom Etat streicht. Ernennung des Otto von Bismarck zum preußischen Ministerpräsidenten. 1863
8. Februar: Im Auftrag von Bismarck schließt der General von Alvensleben eine Konvention mit der russischen Regierung ab. Diese verschafft den Russen Unterstützung gegen den polnischen Aufstand. 23. Mai: Lassalle gründet den Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein. August: Ohne Beteiligung Preußens bemüht sich Habsburg auf dem Frankfurter Fürstentag um eine Neuordnung Deutschlands unter österreichischer Führung. König Friedrich VII. stirbt. Eine Gesamtverfassung Dänemarks einschließlich Schleswigs und Holsteins wird verkündet. 1864
Preußisch-österreichischer Krieg gegen Dänemark. Veröffentlichung des Syllabus durch den Papst (Verzeichnis moderner Irrlehren). Dänemark tritt Holstein und Schleswig an Österreich und Preußen ab (Frieden von Wien). 1865
Mit dem Gasteiner Vertrag erzielen Preußen und Österreich eine Einigung über die Schaffung von Besatzungszonen in Schleswig-Holstein. 1866
Preußen führt Krieg gegen Habsburg, Hannover und die deutschen Südstaaten. Bei Königgrätz werden die Österreicher geschlagen. Am 26. 7. wird der Vorfriede von Nikolsburg geschlossen. Preußen verzichtet auf die Vernichtung Österreichs. Im Frieden von Prag scheidet Österreich aus dem Reich aus. Bismarck erwirkt sich vom Abgeordnetenhaus »Indemnität«. Preußen verleibt sich Kurhessen, Hannover, Frankfurt und Nassau ein. Die National-Liberalen spalten sich von der Fortschrittspartei ab. 1867
»Das Kapital« von Marx erscheint. Kaiser Maximilian wird in Mexiko erschossen. Der erste Reichstag des Norddeutschen Bundes tritt zusammen. Das Habsburger Reich wird zum zweigeteilten Staat: Österreich-Ungarn. 1869
Eröffnung des Vatikanischen Konzils. In Eisenach wird die marxistische Deutsche Sozialdemokratische Arbeiterpartei gegründet. 1870
Die französische Regierung stellt die Forderung, Preußen möge auf die Kandidatur eines Hohenzollernprinzen für den spanischen Thron verzichten. Der Erbprinz von Hohenzollern-Sigmaringen tritt von der spanischen Thronkandidatur zurück. Die französische Regierung fordert den König von Preußen auf, für immer auf die Spanienkrone zu verzichten. Bismarck veröffentlicht die Emser Depesche. Die Unfehlbarkeit des Papstes in Glaubensdingen wird vom vatikanischen Konzil als Dogma angenommen. Frankreich erklärt Preußen den Krieg. Die Bündnisverpflichtungen gegenüber Preußen werden von den süddeutschen Staaten eingehalten. Aufgrund der russischen Gefahr bleibt Österreich neutral. Die französische Armee erfährt eine vernichtende Niederlage bei Sedan. Napoleon III. gerät in Gefangenschaft. 1871
Kaiserproklamation im Schloss von Versailles. Der Reichstag nimmt die Reichsverfassung an. März: Die katholisch christliche Partei das »Zentrum« wird gegründet. September: Das Dogma der päpstlichen Unfehlbarkeit wird vom »altkatholischen Kongress« in München schwer angegriffen. 1872
22. Januar: Der antikatholische, liberale Adalbert Falk wird preußischer Kultusminister. 30. Januar: Eröffnung des »Kulturkampfes« durch eine Reichstagsrede Bismarcks. 11. März: Die weltliche Schulaufsicht wird vom preußischen Abgeordnetenhaus beschlossen. 7. Juli: Verbot des Jesuitenordens in Deutschland. 1873
Mai: Die ausschlaggebenden Kulturkampfgesetze werden erlassen. 22. Oktober: Zwischen den drei Kaiserreichen wird ein bedeutungsloser Freundschaftsvertrag geschlossen (»Drei-Kaiser-Abkommen«) 1874
20. April: Annahme eines siebenjährigen Heereshaushalts (»Septanat«) durch den Reichstag. 1875
5. Februar: In einer päpstlichen Enzyklika werden die »Mai-Gesetze« schwer angegriffen. 8. April: Äußerungen Bismarcks führen zum Erscheinen eines Artikels in der »Post«: »Ist Krieg in Sicht«. Dies wird als militärische Drohung gegen Frankreich aufgefasst und veranlasst Russland zum Eingreifen. 22. April: Katholischen Priestern werden vom preußischen Abgeordnetenhaus die Gehälter gesperrt (»Brotkorbgesetz«) 25. Mai: Aus dem Zusammenschluss der Anhänger »Lassalles und Marx« entsteht die sozialistische Arbeiterpartei. 1878
3. Januar: Die »christlich-soziale Arbeiterpartei«, der eine antisemitische Färbung anhaftet, wird von Hofprediger Stöcker gegründet. März: Leo XIII. wird zum Papst gewählt. Mai und Juni: Anarchisten üben Attentate auf Kaiser Wilhelm I. aus. 13. Juni – 13.Juli: Abwendung des drohenden Kriegs zwischen England und Russland durch den Berliner Kongress mit dem Vorsitzenden Bismarck. 30. Juli: Neuwahlen des Reichstags ziehen eine Mehrheit aus Konservativen und Zentrum nach sich. 18. Oktober: Annahme des Sozialistengesetzes durch den Reichstag. 1879
29. Juli: Der preußische Kultusminister Falk tritt zurück. 7. Oktober: Habsburg und das Reich verbünden sich gegen einen russischen Angriff (Zweibund). 15. Dezember: Bismarck unterstützt die Reichspolitik durch Zentrum und Konservative und geht zum Schutzzoll über (Weihnachtsbotschaft). 1880
Beginn der Herausbildung antisemitischer und völkischer Vereine und Sekten. 20. Mai: Beginnender Abbau des Kulturkampfes mit der ersten kirchenpolitischen Novelle Preußens. 1881
18. Juni: »Dreikaiserbündnis« durch Russland, Österreich und Deutschland. 17. November: Ankündigung einer umfassenden Sozialgesetzgebung durch kaiserliche Botschaft. 1882
20. Mai: Italien schließt sich dem Zweibund an (Dreibund). 1884
Erwerb erster Kolonien durch das Reich (Südwestafrika, Togo, Kamerun, »Deutsch-Ostafrika«). 1886
Von einem »Siedlungsgesetz« verspricht man sich ein Zurückhalten des Polentums. 1887
18. Juni: Bismarck schließt den Rückversicherungsvertrag mit Russland und hintergeht damit die österreichischen Verbündeten. 1888
9. März: Kaiser Wilhelm I. stirbt. 99 Tage lang regiert Friedrich III. mit Bismarck als Reichskanzler in Deutschland. 15. Juni: Wilhelm II. wird Kaiser. 1890
18. März: Wilhelm II. zwingt Bismarck zum Rücktritt. März: General Caprivi, der Nachfolger Bismarcks, erneuert den Rückversicherungsvertrag nicht. 24. Juni: Das Reich gibt Sansibar ab und bekommt so von England die Insel Helgoland zugesprochen. 1. Oktober: Das Sozialisten-Gesetz tritt außer Kraft. 1891
15. Mai: Die Enzyklika »Rerum novarum« enthält ein Programm zur christlichen Sozialreform. 21. Oktober: Die Sozialdemokraten beschließen das »Erfurter Programm«. 1892
17. August: Mittels einer geheimen Militärkonvention ergänzen Frankreich und Russland ihr Bündnis. 1893
18. Februar: Gründung eines Bundes der Landwirte. 15. Juli: Aufgrund eines Beschlusses des neugewählten Reichstages wird das Heer verstärkt. 1894
26. Oktober: Fürst von Hohenlohe wird Reichskanzler. 1895
31. Juli: Dem deutschen Botschafter wird anlässlich der Armeniergreuel in London die Aufteilung der Türkei vorgeschlagen. 1896
3. Januar: Die Zurückschlagung der englischen Freischärler veranlasst Kaiser Wilhelm, ein Glückwunsch-Telegramm an den Präsidenten der Republik Transvaal zu schicken. 1897
30. November: Der Bau einer Schlachtflotte wird von Wilhelm II. angekündigt. 1898
6. März: Durch die Unterzeichnung des Pachtvertrages wird der Erwerb Kiatschous gültig. 28. März: Die erste »Flottenvorlage« wird vom Reichstag angenommen. 29. März: Dem deutschen Botschafter wird von Joseph Chamberlain ein britisch-deutsches Bündnis vorgeschlagen. Dieses wird allerdings vom Reichsaußenminister einen Tag später abgelehnt. 30. Juli: Otto von Bismarck stirbt. 30. September: Kaiserin Elisabeth von Österreich wird in Genf ermordet. Okt.-Nov.: Kaiser Wilhelm II. reist in den Orient. 1899
Obwohl das Reich den Buren freundlich gesonnen ist, hält es sich aus dem Burenkrieg heraus. 1900
14. Juni: Die deutsche Kriegsflotte erfährt durch das Zweite Flottengesetz Verstärkung. 20. Juni: Der chinesische Boxeraufstand wird mit Hilfe der europäischen Armee unter Führung des deutschen Generals von Waldersee bekämpft. 1901
22. Januar: Das Ende des viktorianischen Zeitalters der deutsch-englischen Freundschaft wird durch die Thronbesteigung Edwards VII. eingeleitet. 1902
Bündnis zwischen England und Japan. 1903
11. Juni: Das Königspaar Alexander und Draga wird von rußlandfreundlichen Offizieren ermordet. Damit ist Serbien nicht mehr habsburgisches, sondern russisches Einfluss Gebiet. 1904
8. Februar: Die russische Flotte in Port Arthur wird von den Japanern überfallen. Damit nimmt der russisch-japanische Krieg seinen Lauf. 1905
Januar: Aufgrund der Niederlage gegen Japan brechen in Russland revolutionäre Unruhen aus. 6. Juni: Der Rücktritt des französischen Außenministers Declasse wird erzwungen. 24. Juli: Vertrag zwischen Wilhelm II. und dem Zar in Björkö. Dieser wird von deren Außenministern verleugnet. 5. September: Friedensschluss zwischen Russland und Japan. 1906
Januar/April: Während der Konferenz von Algeciras wird ohne nennenswerte Ergebnisse an der Marokko-Frage gearbeitet. 16. April: Bewilligung des Abschiedsgesuches von Geheimrat von Holstein. 1907
Januar: Aus den Wahlen zum Reichstag geht eine nationalliberale-konservative Mehrheit hervor (Bülow-Block). 31. August: England und Russland bereinigen ihre Gegensätze. Oktober: Auslösung der Skandalprozesse um die Hofgesellschaft durch Maximilian Harden. 1908
9. Juni: Der englische König und der Zar treffen sich in Reval. 16. September: Habsburg und Russland erzielen eine vage Einigung über Bosnien und die Meerengen. 5. Oktober: Bosnien wird von Habsburg annektiert. 10. November: Eine Staatskrise wird ausgelöst, nachdem ein aufgebrachtes Interview des Kaisers für den »Daily Telegraph« veröffentlicht wird. 1909
21. März: Russland wird vom Reich zur Anerkennung der österreichischen Annexion Bosniens genötigt. 14. Juli: Fürst von Bülow wird vom Kaiser abgesetzt. Sein Nachfolger wird Theobald von Bethmann-Hollweg. 1911
1. Juli: Das Kanonenboot »Panther« wird vom Reich nach Agadir geschickt. Dies löst eine neue Marokko-Krise aus. 21. Juli: Warnung des deutschen Reichs in Form einer aggressiven Rede des britischen Schatzkanzlers Lloyd George. 1912
Januar: Die Reichstagswahlen ziehen doppelt so viele sozialdemokratische Mandate nach sich. 9.-11. Februar: Ohne Ergebnis verhandelt der britische Kriegsminister Haldane in Berlin ein letztes Mal über Rüstungsbeschränkungen. 13. März: Gegen das Osmanische Reich wird ein Offensivbündnis geschlossen (Bulgarien, Serbien und Griechenland). 14. Juni: Ein Reichstagsbeschluss ordnet eine erneute Verstärkung von Heer und Flotte an. 8. Oktober: Montenegro, Griechenland, Serbien und Bulgarien erklären der Türkei den Krieg (1. Balkankrieg). 1913
30. Mai: Anlässlich des Vorfriedens von London wird die europäische Türkei auf die Linie Enos Midia begrenzt. Juli: Das deutsche Heer wird vergrößert. Einführung der dreijährigen Dienstzeit in Frankreich. 7.-11. Juli: Serbien, Montenegro, Griechenland, Rumänien und die Türkei führen Krieg gegen Bulgarien (2. Balkankrieg). 10. August: Das Ende des zweiten Balkankrieges führt zu Gebietsabtretungen Bulgariens (Teile Mazedoniens an Serbien, Adrianopel an die Türkei und die Dobrudscha an Rumänien). 1914
20. Mai: Die Ausmerzung Serbiens wird in einer Denkschrift des österreichischen Auswärtigen Amtes als lebenswichtig für Habsburg eingeschätzt. 28. Juni: Ermordung des österreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand und seiner Gemahlin durch serbische Fanatiker. 6. Juli: Kaiser und Reichskanzler raten dem österreichischen Botschafter das sofortige Einschreiten Österreichs gegen Serbien. 20. Juli: In Belgrad erhält der österreichische Gesandte ein Ultimatum an Serbien, welches von Wien als unhaltbar eingestuft wird. 21. Juli: Durch den russischen Außenminister wird dem deutschen Botschafter mitgeteilt, dass Russland keine feindlichen Aktionen gegen Serbien dulden werde. 21.-23. Juli: Staatsbesuch des französischen Staatspräsidenten Poincare in St. Petersburg. 23. Juli: In Belgrad übergibt der österreichische Gesandte die Note, die auf den 25. Juli befristet ist. 25. Juli: Kurz vor Ablauf der Frist erfolgt eine Antwort Serbiens auf das österreichische Ultimatum in Form einer formellen Annahme unter schweren Vorbehalten. Daraufhin sofortiger Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Serbien durch Österreich. 26. Juli: Der deutsche Botschafter erhält vom russischen Außenminister das Ehrenwort, dass Russland bislang »kein Pferd und keinen Reservisten« eingezogen habe. Serbien wird von Österreich-Ungarn der Krieg erklärt. 29. Juli: Russland mobilisiert die an Habsburg anstoßenden Grenzbezirke. Churchill hält die britische Flotte zusammen, die sich zu Manövern zusammengefunden hat. 30. Juli: Der österreichische Generalstab erhält vom deutschen Generalstabschef von Moltke den Rat, verstärkt mobil zu machen. 31. Juli: In Paris wird der Sozialistenführer Jaures von einem Nationalisten ermordet. Bereits am frühen Morgen des 31. Juli befiehlt die Zarenregierung die allgemeine Mobilmachung. Im Lauf des Vormittags ordnet auch Österreich die allgemeine Mobilmachung an. Am Mittag teilt das Reich Österreich mit, dass Österreich zunächst die Hauptlast des Krieges gegen Russland tragen müsse, da das Reich selbst seine militärischen Kapazitäten vorwiegend gegen Frankreich konzentrieren würde. Am frühen Nachmittag wird der »Zustand drohender Kriegsgefahr« durch das Deutsche Reich ausgerufen. Kurz darauf erhält der deutsche Botschafter in Paris die Anweisung, die französische Regierung um eine Zusage neutraler Haltung zu bitten. Sollte er diese erhalten, möge er Toul und Verdun als Bürgschaft fordern. Um Mitternacht überreicht der deutsche Botschafter in Petersburg ein auf 12 Stunden befristetes Ultimatum, welches die Einstellung der Mobilmachungsmaßnahmen beinhaltet. 1. August: Unterlassung der beabsichtigten Kriegserklärung an Frankreich in den Mittagsstunden. Kurz darauf weist die Reichsregierung den Botschafter in Petersburg an, um 17 Uhr MEZ den Krieg zu erklären. Um 16 Uhr erfolgt die Anordnung der allgemeinen Mobilmachung durch die französische Regierung. Eine Stunde später ordnet auch die Reichsregierung allgemeine Mobilmachung an. Italien erklärt seine Neutralität. 2. August: Belgien wird vom Reich dazu aufgefordert, dem Durchmarsch deutscher Truppen nichts entgegenzusetzen. Mobilmachung der britischen Flotte. 3. August: Kriegserklärung Deutschlands an Frankreich. 4. August: In den frühen Morgenstunden marschieren deutsche Truppen in Belgien ein. Die Kriegskredite werden vom deutschen Reichstag einstimmig genehmigt. 5. August: Nach Ablauf eines Ultimatums erklärt England Deutschland den Krieg.26.-30. August: Hindenburg und Ludendorff schlagen die russische Invasionsarmee bei Tannenberg. 26. August – 12. September: Zurückwerfung der österreichischen Armeen bis in die Karpaten hinein. 30. August: Der rechte deutsche Flügel, der zur Umfassung von Paris bestimmt war, schwenkt vor Paris auf die Marne zu ein.9. September: Auf Anordnung des Abgesandten der Obersten Heeresleitung werden die beiden Armeen des deutschen rechten Flügels abgezogen. 14. September: Ersetzung Moltkes als Generalstabschef, nachdem die deutsche Offensive im Westen zum Scheitern verurteilt war. 1. November: Die Türkei tritt an der Seite der Mittelmächte in den Krieg ein. Mitte Dezember: Die Front in Frankreich erstarrt. 1915
18. Februar: Eröffnung des U-Boot-Kriegs gegen England durch das Reich. 19. Februar: Die Westmächte eröffnen den Angriff auf die Dardanellen. 18. März: Abschluss eines Geheimabkommens bezüglich Konstantinopel und der Meerengen zwischen den Westmächten und Russland. 22. April – 25. Mai: Erstmaliger Einsatz von Giftgas durch die Deutschen in der Schlacht bei Ypern. 7. Mai: Ein deutsches U-Boot versenkt den britischen Passagierdampfer »Lusitania«. 23. Mai: Italien erklärt Österreich-Ungarn den Krieg. September: Nach der Eroberung Westrußlands beginnt die russische Front durch die deutschen und österreichischen Armeen zu erstarren. In Zimmerwald in der Schweiz fordert eine internationale Sozialistenkonferenz zum Kampf gegen den Krieg auf. 6. September: Bündnis zwischen den Mittelmächten und Bulgarien. 18. September: Auf amerikanischen Druck hin beenden die Deutschen den U-Boot-Krieg gegen England. 1916
21. Februar – 21. Juli: Die Deutschen eröffnen den Angriff auf Verdun. Dieser zieht die Ausblutung des französischen und deutschen Heeres nach sich. 6. März: Falkenhayn und Tirpitz wollen den U-Boot-Krieg wieder aufnehmen. Der Kaiser wendet sich gegen diese Forderung. 17. März: Rücktritt des Admirals von Tirpitz. 20. April: Als Reaktion auf eine drohende Note der USA sichert das Reich zu, die völkerrechtlichen Regeln einzuhalten. 31. Mai – 1. Juni: Die britische und deutsche Flotte schlagen eine Seeschlacht im Skagerrak, die letztlich unentschieden bleibt. 4. Juni: Der russische General Brussilow dringt bis zu den Karpaten vor. 24. Juni – 26. November: In der Sommeschlacht führen französische und englische Armeen einen Gegenschlag zur Verdun-Offensive. 27. August: Kriegserklärung Rumäniens an Österreich-Ungarn. 29. August: Ernennung Hindenburgs zum Chef des Generalstabes und Ludendorffs zum Ersten Generalquartiermeister. 1. September – Dezember: Unter Generalfeldmarschall von Mackensen wird Rumänien von einer deutschen Armee überrannt. 5. November: Polen wird von den Mittelmächten zum selbständigen Königreich erklärt. Dadurch erhoffen sie sich die Rekrutierung einer polnischen Armee zum Kampf gegen Russland. 21. November: Kaiser Franz Joseph I. stirbt. Karl I. wird sein Nachfolger. 2. Dezember: Beschluss des Hilfsdienstgesetzes im Reich. 12. Dezember: Die Alliierten erhalten ein Friedensangebot durch das Reich. Sie lehnen es einige Tage später ab. 1917
Januar – Mai: Karl I. von Österreich führt Sonderfriedensverhandlungen mit Frankreich, ohne das Reich darüber in Kenntnis zu setzen. 31. Januar: Erklärung des unbeschränkten U-Boot-Kriegs durch das Reich. Die Vereinigten Staaten brechen ihre diplomatischen Beziehungen zu Deutschland ab. 14. Februar: Zwischen Frankreich, Russland und Großbritannien wird ein Geheimvertrag über Elsass-Lothringen und die Rheingrenze geschlossen. 11. März: Geheimer Vertrag zwischen Russland, Frankreich und England über die Westgrenzen Russlands. 12. März: Ausbruch der russischen Revolution. 6. April: Die Vereinigten Staaten erklären Deutschland den Krieg. 7. April: In der Osterbotschaft kündigt Kaiser Wilhelm II. die Abschaffung des Dreiklassenwahlrechts in Preußen an. 9.-11. April: Ablösung des kriegsfeindlichen Flügels der Sozialdemokratie von der Mehrheit auf dem Gothaer Parteitag. 16. April: Mit Hilfe des deutschen Oberkommandos erreicht Lenin Petersburg. 4. Mai: Das neutrale Griechenland wird von den Alliierten besetzt. 14. Juli: Reichskanzler von Bethmann-Hollweg wird gestürzt. Der bisherige Leiter des Reichsernährungsamtes, Georg Michaelis, wird sein Nachfolger. 19. Juli: Annahme einer Friedensresolution durch die Mehrheitsparteien des deutschen Reichstages. 1. August: Eine Friedensvermittlung des Papstes scheitert an der Weigerung Deutschlands, Belgien komplett herauszugeben. 30. Oktober 1917 – 30. September 1918: Graf Hertling ist Reichskanzler. 7. November: Die Bolschewisten erlangen die Macht in Russland und errichten die Sowjetrepublik (»Oktoberrevolution«) 28. November: Friedensverkündung der Bolschewisten (ohne Entschädigung und Annexionen). 22. Dezember: Friedensverhandlungen zwischen den Mittelmächten und der neuen Sowjetregierung in Brest-Litowsk. 1918
1. Januar: Präsident Wilson stellt ein Friedensprogramm in 14 Punkten auf. 1. Januar: In Wien und Berlin finden Massenstreiks statt. 9. Februar: Der sog. »Brotfrieden« zwischen der Ukraine und den Mittelmächten wird geschlossen. 3. März: Friedensschluss mit Russland in Brest-Litowsk mit der Folge, dass Russland all seiner Gewinne seit Peter dem Großen entledigt wird. 21. März – 17. Juli: Ohne Erfolg führt die Oberste Heeresleitung mehrere frontale Angriffe gegen die alliierten Stellungen durch. 7. Mai: In Bukarest schließen Rumänien und die Mittelmächte Frieden. 18. Juli-September: Die Entente eröffnet die Offensive im Westen. Eine Erklärung Ludendorffs besagt, der Krieg sei militärisch nicht mehr zu beenden. 15. September: Die bulgarische Front bricht zusammen. 29. September: Aufforderung der Obersten Heeresleitung an die Reichsregierung, innerhalb von 24 Stunden einen Waffenstillstand herbeizuführen. 30. September: Der Reichskanzler Graf Hertling tritt zurück. Prinz Max von Baden übernimmt sein Amt. 3. Oktober: Prinz Max von Baden lässt die Bitte um Waffenstillstand hinausgehen. Forderung Wilsons an Deutschland, einen Waffenstillstand herbeizuführen, der eine Kriegsfortführung unmöglich macht. 20. Oktober: Einstellung des U-Boot-Krieges. 24. Oktober: Eröffnung einer italienischen Offensive gegen das auseinanderbrechende österreichisch-ungarische Heer. 26. Oktober: Entlassung Ludendorffs. General Groener wird Generalquartiermeister. 28. Oktober: Durch eine Änderung der Reichsverfassung findet eine praktische Annäherung an den Zustand der Weimarer Verfassung statt. Meuterei der Matrosen gegen eine vermeintliche Todesfahrt der Hochseeflotte. Ende Oktober: Auseinanderbrechen des Habsburgerreichs. Die Tschechoslowakei, Jugoslawien, Deutsch-Österreich und Ungarn werden selbständig. 31. Oktober: Die Türkei legt ihre Waffen nieder. 3. November: einseitiges Abbrechen des Kampfes an der italienischen Front durch Österreich-Ungarn. Von der Flotte aus wird in Kiel die Revolution aufs Land getragen. 8. November: In Bayern ruft Kurt Eisner die Republik aus. 9. November: In Riesendemonstrationen zieht die Berliner Arbeiterschaft durch die Stadt. Die führenden Offiziere des Großen Hauptquartiers erklären die Niederschlagung des Aufstandes in Deutschland durch die Frontarmee für nicht durchführbar. Am Mittag gibt Prinz Max von Baden in eigener Regie die Abdankung Wilhelms II. Als Kaiser und König bekannt. Eine Stunde später ernennt er Ebert zum Reichskanzler. Karl Liebknecht ruft vom Schloss aus die sozialistische Republik aus. Scheidemann reagiert darauf mit der Proklamation der demokratischen Republik vom Reichstag aus. In den frühen Abendstunden scheitert Ebert an dem Versuch, den Prinzen Max von Baden als »Reichsverweser« zu gewinnen. 10. November: Kaiser Wilhelm II. geht nach Holland. Aus je drei Mitgliedern der Mehrheitssozialdemokratie und der Unabhängigen Sozialdemokraten wird der »Rat der Volksbeauftragten« gebildet. Im Namen der Obersten Heeresleitung stellt sich Hindenburg der Republik zur Verfügung. 11. November: Kaiser Karl I. flieht in die Schweiz. Zwischen Deutschland und der Entente kommt es zum Waffenstillstand. 12. November: Deutsch-Österreich wird von der deutsch-österreichischen Nationalversammlung zu einem Bestandteil der deutschen Republik erklärt. 12. November: Vom Rat der Volksbeauftragten wird eine Reihe sozialpolitischer Maßnahmen verkündet. 15. November: Der Staatsrechtler Preuß wird von Ebert beauftragt, eine Reichsverfassung auszuarbeiten. 23. November: Hugo Preuß Entwurf eines Programmes für einen deutschen Einheitsstaat wird von der sog. Staatenkonferenz zerschlagen. 28. November: Rücktritt Wilhelms II. als Deutscher Kaiser und König von Preußen. 30. November: Für die künftige deutsche Nationalversammlung wird vom Rat der Volksbeauftragen eine Wahlordnung beschlossen. 4. Dezember: Von führenden Zentrumspolitikern wird eine Erklärung für eine »Rheinische Republik« als Gliedstaat des Deutschen Reiches abgegeben. 12. Dezember: Eingriffe der Arbeiter- und Soldatenräte in die Pressefreiheit, die Lebensmittelversorgung und die Rechtspflege werden vom Rat der Volksbeauftragten abgelehnt. Auch die »Rheinische Republik« erfährt eine Ablehnung durch den Rat der Volksbeauftragten. 16. Dezember: In Berlin tritt ein Zentralrat der Arbeiter- und Soldatenräte Deutschlands zusammen. 18. Dezember: Vom Rätekongreß wird ein Siebenpunkteprogramm – die sog. Hamburger Punkte – zur radikalen Demokratisierung der Armee angenommen. 19. Dezember: Der Zentralrat der Arbeiter- und Soldatenräte spricht sich für die Einberufung einer deutschen Nationalversammlung aus. 23. Dezember: Aus dem Rat der Volksbeauftragten scheiden die Unabhängigen aus. 23./24. Dezember: Der Marstall und das Schloss in Berlin, von den radikalen Matrosen besetzt, werden schwer umkämpft. 24. Dezember: Die Regierung Ebert, inzwischen truppenlos geworden, erfährt seine Rettung durch den von den Revolutionären geachteten Weihnachtsabend. 1919
1. Januar: Gründung der Kommunistischen Partei Deutschlands. 4. Januar: Mit dem Ziel, Freikorps aufzustellen, verlässt der Volksbeauftragte Noske Berlin. 5. Januar: In Berlin bricht ein neuer Aufstand der radikalen Linken aus. 18. Januar: Im Spiegelsaal von Versailles wird die Friedenskonferenz eröffnet. 19. Januar: Aus den Wahlen zur deutschen Nationalversammlung geht eine schwarzrotgoldene Mehrheit hervor (SPD, Zentrum, Demokraten). 4. Februar: Im sächsischen Landtag erhalten SPD und Unabhängige Sozialdemokraten die Mehrheit. 6. Februar: Am Tag des Zusammentritts der Nationalversammlung legt Ebert die Macht in deren Hände. 10. Februar: Das »Gesetz über die vorläufige Reichsgewalt« wird von der Nationalversammlung verabschiedet. 11. Februar: Ebert wird zum vorläufigen Reichspräsidenten gewählt. 13. Februar: Ebert ernennt Scheidemann zum Reichskanzler. 21. Februar: Graf Arco erschießt den bayrischen Ministerpräsidenten Kurt Eisner. 21. Februar: Sprengung des bayrischen Landtags. Die Macht geht an den Zentralrat der bayrischen Republik über. 7. April: Die erste Räterepublik wird in Bayern ausgerufen. 13. April: In Bayern wird die zweite Räterepublik ausgerufen. 28. April – 1. Mai: Durch Freikorps wird die bayrische Räterepublik beseitigt. 7. Mai: In Versailles werden die Friedensbedingungen der deutschen Delegation überreicht. 12. Mai: Vor dem in Berlin tagenden Reichstag lehnt Reichskanzler Scheidemann den Entwurf des Friedensvertrages ab. 20. Juni: Die Regierung Scheidemann tritt zurück. 22. Juni: Unter Gustav Bauer erklärt sich die neue Reichsregierung zur Unterzeichnung des Versailler Vertrages bereit. 28. Juni: Im Spiegelsaal von Versailles wird der Friedensvertrag unterzeichnet. 11. August: Inkraftsetzung der neuen Reichsverfassung (Weimarer Verfassung). 16. September: Eintritt Adolf Hitlers in die Deutsche Arbeiterpartei. 1920
10. Februar: In der ersten Schleswigschen Zone findet eine Volksabstimmung statt. Nordschleswig stimmt für Dänemark. 24. Februar: Im Münchner Hofbräuhaus findet eine erste Massenveranstaltung der NSDAP statt. 11. März: Der Reichsfinanzminister erhebt gegen den Abgeordneten Helfferich eine Beleidigungsklage. Trotz schwerwiegender Beschuldigungen wird dieser nur geringfügig verurteilt. 13. März: Durch einen Staatsstreich ergreifen nationalistische Kreise unter Führung des Landschaftsdirektors von Ostpreußen, Wolfgang Kapp, von Berlin Besitz. Der Reichspräsident und die Reichsregierung weichen nach Stuttgart aus. Gegen die »Kappregierung« wird vom Reichspressechef zum Generalstreik aufgerufen. 17. März: Die gescheiterte »Regierung« Kapp tritt zurück. 27. März: Sturz der Regierung Bauer. Neubildung der Regierung durch den Sozialdemokraten Hermann Müller. 6. April: Aufgrund des Eindringens der Reichswehr in das Rheinland bei der Verfolgung der Kommunisten werden Frankfurt und Darmstadt von französischen Truppen besetzt. 18.-26. April: Auf der Konferenz von San Remo handeln die Alliierten Zugeständnisse in der deutschen Frage gegen solche im Vorderen Orient aus. 6. Juni: Nach den Reichstagswahlen gibt es keine Mehrheit mehr für die schwarzrotgoldene Koalition. 21./22. Juni: Die Konferenz von Boulogne führt zu keiner Einigung über die deutschen Reparationen. 24. Juni: Bildung einer mittelparteilichen, von der SPD geduldeten Regierung Fehrenbach. 5.-16. Juli: Auch die Konferenz von Spa bringt keine Einigung über die deutschen Reparationen mit sich. 11. Juli: Eine große Mehrheit der Bezirke Allenstein und Marienwerder stimmt für Deutschland. 20. September: Nach öffentlicher Abstimmung werden Eupen und Malmedy an Belgien abgetreten. 14. Oktober: Die Mehrheit der USPD tritt auf dem Parteitag zu Halle zur KPD über. 15. November: Unter dem Protektorat des Völkerbundes wird der Freistaat Danzig konstituiert. 1921
1.-7. März: Die Reparationskonferenz in London scheitert am deutschen Widerspruch. 8. März: Düsseldorf, Duisburg und Ruhrort werden von französischen Truppen besetzt. 18. März: An Russland werden von Polen ukrainische und weißrussische Gebiete anlässlich des Rigaer Friedens abgetreten. Mitte März: In Mitteldeutschland zettelt Max Hölz einen kommunistischen Aufstand an. 20. März: 60% stimmen bei der Volksabstimmung in Oberschlesien für Deutschland. 4. Mai: Rücktritt der Regierung Fehrenbach aufgrund der in London beschlossenen Reparationsforderungen. 5. Mai: Die Siegermächte fordern im »Londoner Ultimatum« die Annahme ihres Reparationsprogrammes. 10. Mai: Unter der Leitung des Zentrumsmannes Josef Wirth wird eine zur Annahme des Londoner Ultimatums bereite Regierung gebildet. 15. Mai: Protest Frankreichs, Italiens, der Tschechoslowakei und Jugoslawiens gegen die Anschlussbewegung in Österreich. 26. August: Ermordung des ehemaligen Reichsfinanzministers Erzberger. 29. August: Erlass einer Notverordnung zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung. 23. September: Die Sozialdemokraten geben sich das Görlitzer Programm. 7. Oktober: Das Wiesbadener Abkommen sieht vor, dass die zerstörten Gebiete Frankreichs durch deutsche Dienst- und Sachleistungen wieder aufgebaut werden. 1922
31. Januar: Ernennung Walther Rathenaus zum deutschen Außenminister. 3. Februar: Freiherr von Lersner verweigert die Annahme der »Kriegsverbrecher-Liste« während der Versailler Friedenskonferenz. 13. Februar: Es wird vereinbart, dass »Kriegsverbrecher« durch das Reichsgericht abgeurteilt werden sollen. 10. April – 19. Mai: Unter Teilnahme Deutschlands tagt in Genua eine europäische Wirtschaftskonferenz. 16. April: Deutschland und die Sowjetunion schließen den Vertrag von Rapallo. 23. August: Die milden Urteile des Reichsgerichts gegen die »Kriegsverbrecher« ziehen Beschwerden der Siegermächte nach sich. 24. September: Die Sozialdemokraten vereinigen sich mit dem rechten Flügel der USPD. 24. Oktober: Kraft eines verfassungsändernden Gesetzes vom Reichstag wird Friedrich Ebert neu zum Reichspräsidenten gewählt. 14. November: Infolge der sich verschlechternden außenpolitischen Lage stürzt das Kabinett Wirth. 22. November: Von dem ehemaligen Generaldirektor der Hapag, Cuno, wird ein »Kabinett der Fachleute« ins Leben gerufen. 18. Dezember: Als Garantie bietet der Reichskanzler Cuno die französischen Grenzen an. 1923
11. Januar: Die französische Armee besetzt das Ruhrgebiet, um somit »produktive Pfänder« zu erhalten. 13. Januar: Gegen die Ruhrbesetzung wird von der Reichsregierung zum passiven Widerstand aufgerufen. 11. August: Die Ruhrbesetzung wird von der britischen Regierung als illegal bezeichnet. 12. August: Die Regierung Cuno tritt völlig gescheitert zurück. 13. August: Gustav Stresemann wird zum Reichskanzler ernannt. 31. August: Die deutsche Mark besitzt inzwischen den Wert von 10 Mio. Mark für einen Dollar. 12. September: Ein Dollar entspricht nun 100 Mio. Mark. 24. September: Beschluss der Regierung, den passiven Widerstand bedingungslos aufzugeben. 26. September: Verkündung des Belagerungszustandes durch Bayern und Übertragung der vollziehenden Gewalt an den Generalstaatskommissar von Kahr. 27. September: Der Ausnahmezustand wird verhängt, und die Reichsregierung überträgt die vollziehende Gewalt dem Reichswehrminister. 20. Oktober: Der bayrische General von Lossow lässt die bayrische Reichswehr auf Bayern vereidigen und widersetzt sich damit einem Befehl von Seeckts. 21. Oktober: Die »Revolverrepublik« der Separatisten beherrscht das Rheinland. 29. Oktober: Durch die Reichsexekution wird die Linksregierung in Sachsen abgesetzt. 31. Oktober: 72,5 Milliarden Mark entsprechen einem Dollar. 2. November: Wegen der Aktion gegen Sachsen treten die sozialistischen Mitglieder der Reichsregierung zurück. 8.-9. November: Hitlers Aufruf zur nationalen Revolution scheitert. 9. November: Der Chef der Heeresleitung, General von Seeckt, erhält die vollziehende Gewalt. 15. November: Durch die Rentenmark wird die Inflation beendet. 23. November: Verbot der NSDAP und der KPD im ganzen Reich. Sturz des Kabinetts Stresemann. 30. November: Bildung eines neuen Kabinetts durch den Zentrumsführer Marx. 1924
14. Januar: Zusammentreten des Dawes-Ausschusses. Februar: Mit Gewalt werden die Separatisten in der Pfalz aus dem Weg geräumt. 14. Februar: Durch die Steuernotverordnung wird eine schwerwiegende politische Krise ausgelöst. 13. März: Wegen der widersprüchlichen Regierungskoalition wird der Reichstag aufgelöst. 26. März – 1. April: Abhalten des Hochverratsprozesses gegen Adolf Hitler und seine Genossen vor dem Volksgerichtshof in München. 9. April: Das »Dawes-Gutachten« wird vorgelegt. 4. Mai: Die Mitte ist nach den Neuwahlen so geschwächt, dass eine Regierungsbildung ohne Sozialdemokraten oder Deutschnationale nicht denkbar ist. August: Frankreich verspricht, das Ruhrgebiet bis August 1925 zu verlassen. 29. August: Annahme des Dawes-Plans durch den Reichstag. 30. August: In London wird das Schlussprotokoll über die Reparationsregelung unterzeichnet. 20. Oktober: Reichstagsauflösung aufgrund der Auseinandersetzung um die Regierungsbeteiligung der Deutschnationalen. 7. Dezember: Die Neuwahlen bringen keine nennenswerte Veränderung der Stärke der Parteien mit sich. 1925
5. Januar: Die Alliierten wollen die erste Besatzungszone nicht räumen, da sie die deutsche Abrüstung zum vertraglichen Termin nur als mangelhaft durchgeführt ansehen. 15. Januar: Bildung eines Kabinetts aus Zentrum, Demokraten, Deutscher Volkspartei und Deutschnationalen durch den früheren Oberbürgermeister Luther. 28. Februar: Reichspräsident Ebert stirbt. 29. März: Keiner der sieben Kandidaten erhält die erforderliche Mehrheit beim ersten Wahlgang für die Reichspräsidentenschaft. 26. April: Mit relativer Mehrheit wird Hindenburg beim zweiten Wahlgang zum Reichspräsidenten gewählt. 14. Juli – 25. August: Das Ruhrgebiet und die »Sanktionsstädte« werden von den Franzosen und Belgiern geräumt. 16. Oktober: Zwischen Deutschland, Frankreich, England, Italien und Belgien wird in Locarno ein Sicherheitsvertrag abgeschlossen. 26. Oktober: Aus Protest gegen den Locarno-Vertrag treten die Deutschnationalen aus der Regierung aus. 27. November: Mit einfacher Mehrheit wird der Locarno-Vertrag vom Reichstag angenommen. 1. Dezember: Der Locarno-Vertrag zieht die Räumung der ersten Rheinlandzone nach sich. 1926
März: Ein Streit um die Ratssitze verzögert die Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund, wie ursprünglich im Locarno-Vertrag vorgesehen war. 24. April: Deutschland und die Sowjetunion schließen einen Neutralitätsvertrag. 12. Mai: Wegen eines Erlasses über die Hissung der Flagge Schwarz-Weiß-Rot auf den deutschen Konsulaten und Gesandtschaften stürzt das Kabinett Luther. 17. Mai: Wilhelm Marx wird Reichskanzler. 20. Juni: Sozialdemokraten und Kommunisten leiten einen Volksentscheid für die Enteignung der deutschen Fürsten ein. Letztlich jedoch findet er nicht genug Anklang. 8. September: Deutschland wird in den Völkerbund aufgenommen. 17. September: In Thoiry treffen sich Außenminister Stresemann und sein französischer Amtskollege Briand, um die deutsch-französischen Fragen zu diskutieren. 8. Oktober: General von Seeckt wird zum Abschied gezwungen, nachdem er zu den Manövern einen Hohenzollernprinzen eingeladen hat. 12. Dezember: Beschluss der Siegermächte, die deutsche Rüstung nicht weiter zu überwachen. 16. Dezember: Der sozialdemokratische Abgeordnete Scheidemann erreicht den Rücktritt der Regierung, nachdem er die Reichswehr schwer angegriffen hat. 1927
31. Januar: Unter Einbeziehung der Deutschnationalen bildet Wilhelm Marx eine Regierung. 3. Juli: Auf Druck der Deutschnationalen führt die Reichsregierung Schutzzölle ein. 1928
14. Januar: Wegen fragwürdiger Geschäfte tritt Reichswehrminister Geßler von der Marine zurück. 20. Mai: Die Sozialdemokraten erringen bei den Neuwahlen zum Reichstag einen großen Erfolg. 28. Juni: Bildung einer großen Koalition durch den sozialdemokratischen Abgeordneten Hermann Müller. 27. August: Angebot Stresemanns an Poincare, die Reparationsfrage und die Rheinlandräumung gleichzeitig zu lösen. Unterzeichnung des »Kriegsächtungspaktes« für Deutschland durch Stresemann (»Kelloggpakt«). 16. September: In Genf sind sich die Mächte darüber einig, dass einer vorzeitigen Rheinlandräumung eine neue Reparationsregelung vorausgehen müsse. 22. Oktober: Der neue Vorsitzende der Deutschnationalen Volkspartei, Alfred Hugenberg, führt die Radikale Fraktion der Partei zum Sieg. 1929
1. Januar: Die Arbeitslosenzahl ist auf 2,9 Millionen angestiegen. 11. Februar: Der Young-Ausschuss tritt zusammen, um die Reparationsfrage zu regeln. 18. Mai: Erlass eines Gesetzes über die wirtschaftliche Hilfe für Ostpreußen. 7. Juni: Der Young-Ausschuss legt sein Gutachten vor. 5. September: Vorlage eines Plans durch den französischen Außenminister Briand, der die Einigung Europas regelt. 9. September: Vorschlag einer europäischen Wirtschaftseinheit durch Stresemann im Völkerbund. 11. September: Die Rechten legen einen Gesetzentwurf gegen den Young-Plan vor. 3. Oktober: Stresemann stirbt. 25. Oktober: In New York löst ein Börsenkrach die Weltwirtschaftskrise aus. 22. Dezember: Ungefähr 14 % der Stimmberechtigten stimmen für den Volksentscheid gegen den Young-Plan. 1930
1. Januar: Die Arbeitslosenzahl ist auf 3,2 Millionen angestiegen. 20. Januar: Auf einer Konferenz in Haag einigen sich die Mächte über den Young-Plan. 7. März: Aus Protest gegen den Young-Plan tritt Reichsbankpräsident Schacht zurück. 11. März: Die Young-Plan-Gesetze werden vom Reichstag mit einfacher Mehrheit angenommen. 18. März: Der Reichspräsident fordert vom Reichskanzler Hilfe für den Osten. 25. März: Zum Schutz der Republik wird ein Gesetz erlassen, das allerdings kaum wirksam ist. 27. März: Wegen eines Streits um die Erhöhung der Beiträge für die Arbeitslosenversicherung um 1/2 % wird der Reichskanzler Hermann Müller gestürzt. 29. März: General Schleicher veranlasst die Ernennung des christlichen Gewerkschaftsführers Heinrich Brüning zum Reichskanzler. 18. Juli: Annahme eines sozialdemokratischen Antrags durch den Reichstag, der beinhaltet, dass die Notverordnung vom 16.7. über die Behebung wirtschaftlicher Notstände gemäß der Weimarer Republik wieder aufgehoben werden soll. Der Reichstag wird anschließend von der Reichsregierung aufgelöst. 14. September: Die Anzahl der Sitze der NSDAP steigt bei den Reichstagswahlen von 12 auf 107 an. 25. September: Bei einem Prozess gegen hohe Reichswehroffiziere lässt sich Hitler den Eid zuschieben, er wolle seine Ziele ausschließlich mit legalen Mitteln verfolgen. 30. November: Rücktritt des Chefs der Heeresleitung, Wilhelm Heye. 1931
1. Januar: Die Arbeitslosenzahl ist auf 4,9 Millionen angestiegen. 20. März: Österreich und das Reich veröffentlichen ihren Plan der Zollunion. 31. März: Beschluss des Osthilfegesetzes. 5. Juni: Die Regierung beschließt neue Notverordnungen und erklärt den Young-Plan für nicht länger durchführbar. 20. Juni: Herbert Hoover, der Präsident der USA, schlägt vor, alle internationalen Zahlungsverpflichtungen für ein Jahr zurückzustellen (»Hoover-Feierjahr«). 1. Juli: Gemessen an 1929 ist der Produktionsindex um60 % gesunken und die Rohstahlerzeugung von 13 Millionen Tonnen auf 4 Millionen. 13. Juli: Schließung der Darmstädter und Nationalbank. 9. August: Nur 37 % stimmen für den Volksentscheid, der die Auflösung des preußischen Landtages fordert (Ablehnung). 19. August: Empfehlung des britischen Bankiers Layton, den Kapitalentzug aus Deutschland einzudämmen. 21. September: England wendet sich vom Goldstandard ab und trägt so zur Schwächung der Weltwirtschaft bei. 10. Oktober: Hindenburg empfängt erstmals Hitler und Göring. 11. Oktober: Zusammenschluss der »Harzburger Front« aus Deutschnationalen, Stahlhelm, Nationalsozialisten und Rechtsradikalen. 1932
27. Januar: Hitler spricht vor dem Industrieclub in Düsseldorf. Februar: Anstieg der Arbeitslosenzahl auf 6,2 Millionen. 13. März: Erster Wahlgang der Reichspräsidentenwahl ergibt folgende Verteilung der Stimmen: Hindenburg erhält ca. 18,1, Hitler 11,3, Thälmann 5,0 und Düsterberg 2,6 Millionen der Stimmen. 10. April: Im zweiten Wahlgang erhält Hindenburg 19,3, Hitler 13,4 und Thälmann 3,7 Millionen der Stimmen und Hindenburg wird somit Reichspräsident. 13. April: Verbot der SA und SS durch die Regierungsverordnung. 20. April: Aus den preußischen Landtagswahlen geht eine kommunistisch-nationalsozialistische Mehrheit hervor. 7. Mai: Geheime Verhandlungen zwischen General von Schleicher und Hitler. Letzterem werden im Gegenzug zu einer Duldung einer nationalen Regierung Neuwahlen und Aufhebung des SA-Verbots versprochen. 12. Mai: Schleicher zwingt den Wehr- und Innenminister zur Abgabe des Wehrministeriums. 30. Mai: Rücktritt des Reichskanzlers Brüning. 1. Juni: Ernennung des Franz von Papen zum Reichskanzler. 4. Juni: Auflösung des Reichstags. 14. Juni: Aufhebung des SA-Verbots. 9. Juli: Der Vertrag von Lausanne zieht die praktische Beendigung der Reparationen nach sich. 20. Juli: Das Reich übernimmt die Regierung Preußens. Das Kabinett Braun wird abgesetzt. 31. Juli: Nach den Wahlen zum Reichstag ist die NSDAP mit Abstand die stärkste Partei im Reich. 13. August: In Verhandlungen mit Papen und Hindenburg fordert Hitler das Reichskanzleramt. 12. September: Auflösung des Reichstags, nachdem der Regierung Papen mit großer Mehrheit das Misstrauen ausgesprochen wurde. 10. Oktober: Im Streit zwischen Reich und Preußen belässt ein Urteil des Reichsgerichts der abgesetzten Regierung einige bedeutungslose repräsentative Funktionen. 6. November: Die neuen Reichstagswahlen ziehen keine wesentliche Änderung der politischen Situation nach sich. 1. Dezember: Hindenburg wird vom Reichskanzler von Papen eine unbefristete Vertagung des Reichstags vorgeschlagen. General von Schleicher legt der Reichskanzler den Versuch einer Spaltung der NSDAP nahe. 2. Dezember: General v. Schleicher wird vom Reichspräsidenten zum Reichskanzler ernannt. 7. Dezember: In einer nationalsozialistischen Führertagung wird Hitler zum Vizekanzler gewählt. 11. Dezember: Dem Reich wird von der Abrüstungskonferenz in Genf militärische Gleichberechtigung zugestanden. 1933
1. Januar: Der Stand der Arbeitslosen beläuft sich auf 6 Millionen. 4. Januar: Im Hause des Bankiers von Schröder in Köln Begegnung zwischen Hitler und Papen. 17.-27. Januar: Verhandlungen über eine neue Reichsregierung zwischen Papen, Göring, Hitler, Hindenburg, Meißner und Ribbentrop. 23. Januar: Rücktritt des Reichskanzlers General von Schleicher. 28. Januar: Beinahe alle Parteien geben in Vorgesprächen zu verstehen, dass sie Hitler gerne in der Funktion des Reichskanzlers sähen. 30. Januar: Ernennung Hitlers zum Reichskanzler (Koalitionsregierung ohne nationalsozialistische Mehrheit). Bildung der Regierung Hitler. Kurz vor Vereidigung erzwingt Hitler die Reichstagsauflösung. 6. Februar: Eine Notverordnung dient der endgültigen Beseitigung der preußischen Regierung Braun. Gegen die Stimme des Senatspräsidenten Adenauer wird die Auflösung des preußischen Landtages beschlossen. 27. Februar: Van der Lubbe, ein holländischer Anarcho-Kommunist, steckt den Reichstag in Brand. Noch in der Nacht vom 27. auf den 28. Februar werden die greifbaren kommunistischen Funktionäre verhaftet. 28. Februar: Politische Vergehen werden anlässlich einer Notverordnung ab sofort strenger geahndet. 4. März: Otto Braun (der »rote Zar« Preußens) verlässt Deutschland. 5. März: Aus den Reichstagswahlen geht die Regierung Hitler mit einer knappen Mehrheit hervor. Die preußischen Landtagswahlen ergeben ein beherrschendes nationalsozialistisches Bild. 6. März: Beseitigung der Länderregierungen. 13. März: Ernennung Joseph Goebbels« zum Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda. 21. März: Eröffnung des Reichstags in der Garnisonskirche von Potsdam. 24. März: Gegen die Stimmen der Sozialdemokraten wird vom Reichstag das Ermächtigungsgesetz beschlossen und damit auch die Ermächtigung zur Verfassungsänderung. 1. März: Besetzung der Länderparlamente gemäß des Wahlergebnisses vom 5. März. 1. April: Durchführung eines organisierten Boykotts gegen jüdische Geschäfte. 7. April: Ausschaltung von Nichtariern und Regimegegnern aus dem Staatsdienst (»Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums«). In den Ländern werden »Reichsstatthalter« eingesetzt. Rücktritt des Franz von Papen als Reichskommissar für Preußen. 11. April: Ernennung Görings zum preußischen Ministerpräsidenten. 28. April: Gründung einer preußischen »Geheimen Staatspolizei«. 1. Mai: Tag der »Nationalen Arbeit«: Die sozialistischen Gewerkschaften marschieren mit Hitler. 2. Mai: Besetzung der Gewerkschaftshäuser durch nationalsozialistische Formationen. 17. Mai: Einstimmige Erklärung des Reichstags, dass Hitler »Friedenspolitik« betreibe. 26. Mai: Pastor Bodelschwingh wird von den evangelischen Kirchenführern zum Reichsbischof gewählt. 28. Mai: Bei den Wahlen in Danzig erhält die NSDAP die absolute Mehrheit. 1. Juni: Erlass des ersten Gesetzes zur Verminderung der Arbeitslosigkeit. 11. Juni: Die Deutsche Evangelische Kirche wird durch ein Gesetz begründet. Reichsminister Frick erklärt die Revolution nach »vollzogener Gleichschaltung« als »abgeschlossen«. 22. Juni: Verbot der Sozialdemokratischen Partei. 27. Juni: Nötigung der Parteien (Deutschnationale, Deutsche Staatspartei, Deutsche Volkspartei, Zentrum), »sich freiwillig aufzulösen«. Rücktritt des Wirtschaftsministers Hugenberg. 6. Juli: Hitler erklärt die Revolution für beendet. 8. Juli: Bis auf die NSDAP werden über das »Gesetz gegen die Neubildung von Parteien« alle Parteien verboten. 21. September: Das Zweite Gesetz zur Verminderung der Arbeitslosigkeit tritt in Kraft (»Eröffnung der Arbeitsschlacht«). Eröffnung des Reichstagsbrandprozesses vor dem Reichsgericht. 22. September: Einführung der Kontrolle über künstlerische und schriftstellerische Betätigung durch das Reichskulturkammergesetz. 27. September: Auf einer Nationalsynode in Wittenberg wird Wehrkreispfarrer Müller zum Reichsbischof gewählt. 29. September: Das Reichserbhofgesetz wird erlassen. 4. Oktober: Nichtarier und Antinationalsozialisten werden gemäß dem Schriftleitergesetz aus der Presse ausgeschlossen. 14. Oktober: Austritt des Reichs aus dem Völkerbund und aus der Abrüstungskonferenz. 12. November: Das deutsche Volk spricht sich in einer Befragung über den Schritt vom 14.10. zu 90 % dafür aus. 1. Dezember: Der SA-Chef und Stellvertreter des Führers erhält über das Gesetz zur Sicherung der Einheit von Partei und Staat Sitz und Stimme im Reichskabinett. 1934
20. Januar: Mit dem Erlass eines Gesetzes über die nationale Arbeit werden kollektive Lohnverträge abgeschafft. 26. Januar: Freundschaftsvertrag zwischen dem Reich und Polen. 30. Januar: Abschaffung der Länderparlamente kraft des Gesetzes über den Neuaufbau des Reiches. 10. April: Himmler, der Reichsführer der SS, wird Chef der Geheimen Staatspolizei Preußens. 29. Mai: Die Evangelische Bekenntniskirche wird von der Synode in Barmen ins Leben gerufen. 15. Juni: In Venedig treffen sich Hitler und Mussolini ohne nennenswerte Ergebnisse dabei zu erzielen. 17. Juni: Der Vizekanzler von Papen kritisiert die Entwicklung des Dritten Reiches in der Öffentlichkeit. 30. Juni: Hitler zerstört die Führungsschichten des alten Deutschland, indem er die Spitzen der SA ausrottet. 1. Juli: Der Reichspräsident überbringt Hitler seine Glückwünsche für die Niederschlagung der SA-Revolte. 3. Juli: Die von Hitler seit dem 30. Juni durchgeführten Gewaltmaßnahmen werden vom Reichskabinett als rechtmäßig deklariert. 20. Juli: Die SS wird zur selbständigen Organisation. 25. Juli: Der österreichische Bundeskanzler Dollfuß wird während eines Aufstands in Wien ermordet, der auf die nationalsozialistische Partei zurückzuführen ist. Mussolini stellt am Brenner einige Divisionen auf, um Österreich so gegen die »Horde von Mördern und Homosexuellen« zur Seite zu stehen. 26. Juli: Verleugnung des Putsches in Wien durch Hitler. Ernennung Papens zum Gesandten in besonderer Mission in Wien. 1. August: Bereits zu Lebzeiten Hindenburgs wird ein Gesetz erlassen, das Hitler zum Nachfolger des Reichspräsidenten bestimmt. 2. August: Hindenburg stirbt. Sofort wird die Reichswehr auf ihren neuen Oberbefehlshaber Hitler vereidigt. 1935
17. Januar: Beschluss des Völkerbundes über die Wiedervereinigung des Saargebiets mit dem Reich. 30. Januar: Aufstellung einer neuen »deutschen Gemeindeordnung«. 16. März: Entgegen dem Versailler Vertrag wird die allgemeine Wehrpflicht wieder eingeführt. 18. Juni: Über das deutsch-englische Flottenabkommen wird zwischen den Flottenstärken der beiden Länder eine feste Relation festgelegt. Indirekt bedeutet dies nichts anderes, als die Legalisierung der deutschen Wiederaufrüstung. 16. Juli: Gründung des Reichskirchenministeriums unter dem Nationalsozialisten Kerrl. 15. September: Verkündung der Nürnberger Gesetze durch den Reichsparteitag der NSDAP. Fortan sind Ehen zwischen Juden und Deutschen verboten. Außerdem wird den Juden deren Staatsbürgerschaft aberkannt, die Hakenkreuzflagge gilt als Nationalflagge, und es existiert das Gesetz zum Schutz der Erbgesundheit des deutschen Volkes. 3. Oktober: Mussolini eröffnet den Angriff auf Abessinien. 11. Oktober: Der Völkerbund beschließt Sanktionen gegen Italien. 7. November: Auflösung des Stahlhelms als »SA-Reserve«. Eine Beteiligung an den Sanktionen gegen Italien wird vom Reich abgelehnt. 1936
7. März: Nachdem Hitler den Locarno-Vertrag für nichtig erklärt hat, nimmt er die Besetzung des Rheinlands vor und veranlasst den Bau des Westwalls. 29. März: Mit 99 % Ja-Stimmen spricht sich das Volk in einer Befragung für die Besetzung des Rheinlandes aus. 4. Juli: Der Völkerbund bricht die Sanktionen gegen Italien ab. 11. Juli: Über ein Abkommen mit Österreich werden die freundschaftlichen Beziehungen wieder hergestellt. 18. Juli: Ausbruch eines Bürgerkriegs in Spanien. 1. August: Beginn der Olympischen Spiele in Berlin. 24. August: Einführung der zweijährigen Militärzeit. 18. Oktober: Verkündung eines Vierjahresplans, mit dessen Durchführung Göring betraut wird. 25. Oktober: Das Reich und Italien schließen einen Freundschaftsvertrag (»Achse«). 14. November: Wiederherstellung der Reichshoheit über die deutschen Ströme. Damit werden die Bestimmungen des Versailler Vertrags bezüglich der deutschen Wasserstraßen aufgehoben. 25. November: Das Reich und Japan schließen den Antikominternpakt. 1937
30. Januar: Verlängerung des Ermächtigungsgesetzes auf vier Jahre. 4. März: Mit der päpstlichen Enzyklika »Mit brennender Sorge« wird die nationalsozialistische Rassenlehre angegriffen. 5. November: In einer Unterredung mit der obersten militärischen und zivilen Führung nehmen Hitlers kriegerische Pläne Gestalt an (Hossbach-Protokoll). 6. November: Italien tritt dem Antikominternpakt bei. 1938
4. Februar: Ribbentrop wird Außenminister und Hitler Befehlshaber der Wehrmacht. 12. März: Einmarsch deutscher Truppen in Österreich (»Anschluss«). 22. April: Hitler zieht einen Angriff auf die Tschechoslowakei in Erwägung (»Studie Grün«). 24. April: Die sudetendeutsche Partei fordert im Karlsbader Programm einen deutschen Staat innerhalb der Tschechoslowakei. 21. Mai: Teilmobilmachung der Tschechoslowakei aufgrund der »militärischen Gefährdung« des Landes. 30. Mai: Hitler gibt als nächstes Ziel die Zerschlagung der Tschechoslowakei an (»Studie Grün« Nr. 2). 3. Juni: In einem Artikel setzt sich die »Times« für das Selbstbestimmungsrecht der Sudetendeutschen ein. 27. August: General Ludwig Beck, der Generalstabschef des Heeres, tritt aus Protest gegen die Kriegspolitik Hitlers zurück. 15. September: Aufgrund der sudetendeutschen Krise treffen sich der britische Premierminister Chamberlain und Hitler auf dem Obersalzberg. Öffentliche Forderung Konrad Henleins, das Sudetengebiet möge sich von der Tschechoslowakei loslösen. 18. September: Einigung Frankreichs und Großbritanniens, das Sudetengebiet an Deutschland abzutreten. 22. September: Erfolglose Verhandlungen zwischen Chamberlain und Hitler bezüglich des Vorgehens bei der Durchführung der Abtretung des Sudetengebiets. 26. September: Hitler erklärt, die Abtretung des Sudetenlandes sei die letzte Revisionsforderung. 28. September: Verzicht der Westmächte auf eine geregelte Übergabe des Sudetengebiets. 29. September: Auf der Konferenz in München einigen sich Frankreich, Großbritannien, Italien und das Reich auf die sofortige Abtretung des Sudetengebiets an das Reich. 30. September: Freundschaftsabkommen zwischen dem Reich und Großbritannien. 1. Oktober: Einmarsch deutscher Truppen ins Sudetenland. 5. Oktober: Öffentliche Erklärung der britischen Regierung, mit Nachdruck an der britischen Aufrüstung zu arbeiten. 21. Oktober: Auf Hitlers Betreiben hin werden Vorkehrungen für die Liquidierung der »Rest-Tschechei« getroffen. 24. Oktober: Der polnische Botschafter sieht sich mit der Forderung des Reichsaußenministers von Ribbentrop konfrontiert, Danzig mit dem Reich wiederzuvereinigen und die Korridorfrage zu regeln. 2. November: Ein beachtlicher Teil der Forderungen Ungarns an Rumänien findet im »Wiener Schiedsspruch« Berücksichtigung. Allerdings wird darin der ungarische Anspruch auf die Slowakei abgelehnt. 9. November: Durchführung organisierter Ausschreitungen gegen die Juden (»Kristallnacht«). 24. November: Befehl Hitlers, einen Handstreich auf Danzig vorzubereiten. 6. Dezember: Zwischen Frankreich und Deutschland wird ein Nichtangriffsvertrag geschlossen und die Achtung der beiderseitigen Grenzen garantiert. 1939
5. Januar: Forderung Hitlers an den polnischen Außenminister Oberst Beck, Danzig mit dem Reich wiederzuvereinigen und die Korridorfrage zu regeln. 12. Februar: In Anbetracht des nahenden Untergangs der Tschechoslowakei rät Hitler dem Slowakenführer Tuka sich von den Tschechen loszulösen. 10. März: In einer Rede vor dem Kongress der kommunistischen Partei stellt Stalin alle Absichten des Reiches auf die Ukraine in Abrede, was einem Annäherungsangebot an das Hitler-Reich nahekommt. 13. März: Hitler wiederholt gegenüber dem Regierungschef der Slowakei die Erklärungen, die er gegenüber Tuka kundtat. 14. März: Unabhängigkeitserklärung der Slowakei. Unterzeichnung eines Abkommens durch den tschechischen Staatspräsidenten Hacha, welches die Unterwerfung der Tschechoslowakei unter ein deutsches Protektorat beinhaltet. 16. März: Premierminister Chamberlain erklärt die britische Garantie für den auseinandergefallenen tschechoslowakischen Staat für nichtig. 17. März: Protest von Seiten Großbritanniens, Frankreichs, der Sowjetunion und der Vereinigten Staaten gegen die Besetzung der Tschechoslowakei durch das Reich. Aufruf Chamberlains zum Kampf gegen die deutschen Vormachtsbestrebungen. 20. März: Gezwungenermaßen tritt Litauen das Memelgebiet an Deutschland ab. 23. März: Das Reich und die Slowakei schließen einen Protektorats vertrag. Zwischen Rumänien und dem Reich wird ein Wirtschaftsvertrag geschlossen, infolge dessen Rumänien seine Rohstoffquellen dem Reich in beachtlichem Ausmaß ausliefert. 31. März: Großbritannien gibt dem polnischen Staat ein Beistandsversprechen. 3. April: Hitler ordnet an, Vorkehrungen für einen Krieg gegen Polen vom 1. September an zu treffen. 7. April: Italien besetzt im Wettlauf mit dem Reich Albanien. 28. April: Kündigung des deutsch-englischen Flottenvertrags und des deutsch-polnischen Freundschaftsabkommens durch Hitler. 4. Mai: Mussolini erreicht vom Reich das Versprechen, dass ein großer Krieg nicht vor Ablauf der kommenden drei Jahre durchgeführt würde. 8. Mai: Eine große Koalition gegen das Reich aus Großbritannien, Frankreich und der Sowjetunion scheitert an der Ablehnung Großbritanniens. 22. Mai: Zwischen dem Reich und Italien wird ein Militärpakt geschlossen (»Stahlpakt«). 15. Juni: Beginn der Verhandlungen zwischen den Westmächten und der Sowjetunion über ein Bündnis. Die Weigerung Polens und Rumäniens, der Sowjetunion das Durchmarschrecht zu gewähren, und die Abneigung der Westmächte, Russland in Osteuropa freie Hand zu lassen, führen zu einem Scheitern der Verhandlungen.23. August: Freundschaftsvertrag zwischen dem Reich und der Sowjetunion und Teilung Polens durch das Reich und die Sowjetunion in Interessensgebiete. 25. August: Zwischen Polen und Großbritannien wird ein förmlicher Beistandspakt geschlossen. Hitler widerruft den an diesem Tag ausgegebenen Angriffsbefehl. 26. August: Scheitern der Vermittlungsversuche Italiens und Großbritanniens. 1. September: Das Reich eröffnet den militärischen Angriff auf Polen. 1939
1. September: Ohne Kriegserklärung eröffnet das Reich um 4 Uhr 45 den Krieg gegen Polen. 3. September: Großbritannien und Frankreich erklären Deutschland den Krieg. 17. September: Einmarsch der Sowjetarmee in Ostpolen. 27. September: Kapitulation der polnischen Hauptstadt Warschau. 28. September: Freundschafts- und Grenzvertrag zwischen dem Reich und der UdSSR. 6. Oktober: In einer Reichstagsrede macht Hitler ein »Friedensangebot«, das von den Westmächten sofort abgelehnt wird. Die letzten polnischen Verbände, die noch ostwärts der Weichsel kämpften, legen die Waffen nieder. 9. Oktober: Es ergeht der Befehl, eine Angriffsoperation »durch den luxemburgisch-belgischen und holländischen Raum« gegen Frankreich vorzubereiten. 12. Oktober: Nach einigen direkten Annexionen wird das besetzte polnische Gebiet durch das Reich zum »Generalgouvernement« organisiert. 9. November: Auf Hitler wird ein Attentat im Münchener Bürgerbräukeller verübt, das in der Folge nicht aufgeklärt werden kann. 16. November: Die Sowjetunion und das Reich verständigen sich auf die Umsiedlung der Deutschen aus den Baltenstaaten. 23. November: In einer Rede konstatiert Hitler, dass dem Reich nur die Wahl zwischen Sieg und Vernichtung bleibe. 30. November: Die Sowjetunion greift Finnland an. 14. Dezember: Der Führer der norwegischen »Sammlungspartei«, Vidkun Quisling, wird von Hitler empfangen. Wegen des Überfalls auf Finnland wird die Sowjetunion vom Völkerbund ausgeschlossen. 1940
27. Januar: Die Besetzung Dänemarks und Norwegens (»Weserübung«) wird vorbereitet.5. Februar: Um die deutsche Erzversorgung zu unterbrechen und zur Unterstützung Finnlands beschließt der Oberste Kriegsrat der Alliierten, Truppen bei Narvik zu landen. 16. Februar: Das deutsche Marinehilfsschiff »Altmark« wird in norwegischen Gewässern von britischen Kriegsschiffen angegriffen. 24. Februar: Hitler stimmt dem Mansteinplan für den Westfeldzug mit einigen Veränderungen zu. 17. März: Dr. Todt wird Reichsminister für Bewaffnung und Munition. Finnland und die Sowjetunion schließen Frieden. 18. März: Hitler und Mussolini treffen sich am Brenner. 2. April: Befehl Hitlers, die »Weserübung« am 9. April durchzuführen. 7. April: Zum Zwecke des Vorgehens gegen Norwegen und Dänemark laufen die deutschen Kriegsschiffe aus. 8. April: Die britische Expeditionsflotte läuft zur Besetzung Norwegens aus. 9. April: Besetzung Dänemarks und wichtiger norwegischer Küstenstädte durch deutsche Streitkräfte. 14. April: In Mittelnorwegen und bei Narvik beginnt die Landung der Briten. 28. April: Ernennung des Gauleiters Terboven zum Reichskommissar für Norwegen. 10. Mai: Das Reich eröffnet den Offensivkrieg gegen Frankreich, Holland und Belgien. Churchill wird nach Chamberlain britischer Regierungschef. Eine geheime Verordnung, zurückdatiert auf den 1.9.1939, schreibt die Tötung unheilbarer Geisteskranker vor (Euthanasie). 14. Mai: Über einen Terrorangriff aus der Luft auf Rotterdam verspricht man sich die Rettung deutscher Luftlandetruppen. 15. Mai: Kapitulation der holländischen Armee. Die Königin geht mitsamt ihrer Regierung nach England. 20. Mai: Die Atlantikküste bei Abbeville wird von deutschen Panzerverbänden erreicht. 24. Mai: Hitler stoppt die bei Dünkirchen eingesetzten Panzereinheiten, die für die Vernichtung der britischen Armee gedacht waren. Die Alliierten ziehen ihre Truppen aus Norwegen ab. 26. Mai: Abermals stoßen deutsche Panzerverbände gegen Dünkirchen vor. Währenddessen findet die Evakuierung der britischen Armee über See statt. 28. Mai: Auch die belgische Regierung geht nach England. König Leopold III. liefert sich der Kriegsgefangenschaft aus. Juni: Die eigentliche Schlacht im Atlantik beginnt. 4. Juni: Einnahme Dünkirchens. 5. Juni: Beginn des Angriffs auf die Weygand-Linie durch die deutsche Armee. 9. Juni: Mit den letzten britischen Truppen verlässt auch König Haakon Norwegen. Die norwegischen Truppen kapitulieren auf Befehl des Königs hin. 10. Juni: Italien erklärt England und Frankreich den Krieg. 14. Juni: Ohne Kampf besetzen deutsche Truppen Paris. 17. Juni: Eine neue französische Regierung unter Petain erbittet Waffenstillstand. 19. Juni: General de Gaulle bildet in London das »Nationalkomitee freier Franzosen«. 22. Juni: Unterzeichnung des deutsch-französischen Waffenstillstands in Compiegne. 24. Juni: Italien und Frankreich schließen Waffenstillstand. 2. Juli: Im Falle der Erringung der Luftüberlegenheit erklärt Hitler eine Landung in England für möglich. 3. Juli: Vernichtung eines französischen Geschwaders vor Mers el Kebir durch britische Schlachtschiffe. 5. Juli: Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu England durch Frankreich. 10. Juli: Weisung Hitlers, gegen England die Landungsoperation vorzubereiten. Erstmals wird England von stärkeren Kampfverbänden der Luftwaffe angegriffen. 13. Juli: In einer Unterredung mit General Halder drückt Hitler seine Abneigung gegen die Vernichtung Englands aus. 19. Juli: Zweifelhaftes »Friedensangebot« Hitlers an England. 21. Juli: Hitler ordnet die Inangriffnahme des »russischen Problems« an. 31. Juli: Vor den Oberbefehlshabern teilt Hitler sein Vorhaben mit, die Sowjetunion im Frühling 1941 angreifen zu wollen. 1. August: Hitler ordnet in einer Weisung die Niederkämpfung der britischen Luftwaffe an. 5. August: Das Oberkommando plant den Feldzug gegen die Sowjetunion. 13. August: Mit der »Niederkämpfung« der britischen Luftwaffe wird begonnen (»Schlacht von Großbritannien«). 17. August: Befehl, die britische Insel völlig zu blockieren. 30. August: Im »Wiener Schiedsspruch« wird die »endgültige Grenze« zwischen Ungarn und Rumänien festgelegt. 2. September: Großbritannien überlässt den USA Stützpunkte auf den britischen Inseln im Karibischen Meer. Dafür treten die USA Großbritannien 50 Zerstörer ab. 5. September: Auslösung der zweiten Phase der Luftschlacht über England. 13. September: Die Italiener lösen eine Offensive gegen Ägypten aus. 15. September: »Schlacht von Großbritannien«. 17. September: Die vorgesehene Landung in England am 21.9. wird von Hitler auf unbestimmte Zeit verschoben. 27. September: Italien, Japan und das Reich schließen den Dreimächtepakt. 29. September: Hitler beschließt, deutsche Truppen nach Rumänien zu schicken. 12.-14. Oktober: Verhandlung zwischen Molotow und Hitler über die deutsch-sowjetischen Beziehungen. 23. Oktober: Erfolgloses Treffen zwischen Hitler und Franco in Hendaye. 24. Oktober: Unbedeutendes Treffen zwischen Petain, Laval und Hitler in Montoire. 28. Oktober: Griechenland wird von Italien angegriffen. Treffen Hitlers und Mussolinis in Florenz. Hitler kritisiert den Angriff Griechenlands durch Italien. 29. Oktober: Britische Einheiten landen auf Kreta. 5. November: Zum dritten Mal wird Franklin Delano Roosevelt zum Präsidenten der USA gewählt. 20. November: Hitler ordnet in einer Weisung die Eroberung Gibraltars an. 8. Dezember: In einem Brief an Präsident Roosevelt fordert Churchill 2000 Kampfflugzeuge, die Erhöhung der amerikanischen Produktionskapazität und Geleitschutz für die amerikanischen Lieferungen. 9. Dezember: General Wavell unternimmt mit seiner britischen Ägypten-Armee eine Gegenoffensive. 10. Dezember: Der Plan »Attila« beinhaltet die Besetzung des unbesetzten französischen Gebiets und die Besitzergreifung der französischen Flotte. 11. Dezember: Aufgrund fehlender politischer Vorbedingungen untersagt Hitler das Unternehmen »Felix«. 13. Dezember: Eine Weisung Hitlers ordnet die Planung des Kriegs gegen Griechenland an. 18. Dezember: In einer Weisung befiehlt Hitler, »auch vor Beendigung des Krieges gegen England Sowjetrussland in einem raschen Feldzug niederzuwerfen« (»Barbarossa«). 27. Dezember: Admiral Raeder, der Oberbefehlshaber der Marine, spricht sich in Gegenwart Hitlers gegen den Russlandfeldzug aus. 1941
9. Januar: Die Juden werden gezwungen, den Judenstern zu tragen. 24. Januar: Zwischen den USA und England finden die ersten geheimen Generalstabsbesprechungen statt. 6. Februar: In einer Weisung legt Hitler den Einsatz deutscher Truppen in Afrika fest. 11. Februar: In Tripolis landen die ersten deutschen Truppen. 5. März: Eine Weisung Hitlers sieht vor, Japan gegen die britischen Besitzungen im Fernen Osten zu hetzen, um einerseits England zu fesseln und andererseits eine Ablenkung der USA in Richtung Pazifik zu erreichen. 7. März: In Griechenland landen britische Truppen. 11. März: Das amerikanische Pacht- und Leihgesetz tritt in Kraft. 25. März: Serbien tritt dem Dreimächtepakt bei. Die deutschfreundliche Regierung in Serbien wird von einer Offiziersrevolte unter Beteiligung von König Peter gestürzt. 27. März: Hitler konzentriert sich auf die Vernichtung des Staatsgebildes Jugoslawien und verschiebt deswegen das Unternehmen »Barbarossa« um vier Wochen. 30. März: Vor den Oberbefehlshabern lässt Hitler verlauten, soldatische Ehrbegriffe gegenüber dem sowjetischen Soldaten seien nicht angebracht. 4. April: Anlässlich einer deutsch-italienischen Offensive wird die Cyrenaika in Nordafrika zurückerobert. 6. April: Beginn des deutschen Angriffs gegen Jugoslawien und Griechenland. Freundschaftsabkommen zwischen Jugoslawien und der Sowjetunion. 13. April: Nichtangriffspakt zwischen Russland und Japan. 25. April: In einer Weisung (»Merkur«) ordnet Hitler die Eroberung Kretas an. 1. Mai: Ausarbeitung eines Plans (»Isabella«) für die Besetzung Spaniens. 10. Mai: Rudolf Heß, Stellvertreter Hitlers, fliegt mit dem Vorhaben der Friedensstiftung nach England. 12. Mai: Bormann wird der Nachfolger von Heß. 20. Mai: Beginn der Invasion Kretas. 22. Juni: Beginn des Angriffs gegen die Sowjetunion. 8. Juli: Erklärung Hitlers, er wolle Petersburg und Moskau dem Erdboden gleichmachen. 12. Juli: Großbritannien und Russland schließen ein Bündnis. 17. Juli: Ernennung Alfred Rosenbergs zum Reichsminister für die besetzten Ostgebiete. 25. Juli: Verhängung der Öl- und Schrottsperre über Japan. 14. August: Roosevelt und Churchill treffen eine Vereinbarung über die Atlantik-Charta, die die künftige Ordnung der Welt zum Inhalt haben soll. 25. August: Gleichzeitiger Einmarsch britischer und sowjetischer Armeen in Persien. September: Das japanische Oberkommando stellt einen Operationsplan zur Eroberung Hongkongs, Britisch-Malaias, Burmas, Niederländisch-Indiens und der Philippinen fertig. 10. September: Die Kesselschlacht von Kiew nimmt ihren Anfang. 11. September: Amerikanische Kriegsschiffe erhalten von Roosevelt den Befehl, in jedem Fall auf deutsche U-Boote zu feuern. 23. September: In Auschwitz beginnen »probeweise« die ersten Vergasungen. 2.-12. Oktober: Die Doppelschlacht bei Wjasma und Brjansk hat zur Folge, dass große sowjetische Armeegruppen eingekesselt werden und Hunderttausende von Gefangenen genommen werden. 3. Oktober: Einführung der Zwangsarbeit für die jüdische Bevölkerung. Hitler gibt bekannt, die Sowjetunion sei als militärische Macht für immer gebrochen. 4. Dezember: Die Sowjetunion und Polen nehmen ihre diplomatischen Beziehungen wieder auf. 5. Dezember: Die sowjetische Gegenoffensive läuft an.7. Dezember: Vernichtung der amerikanischen Pazifikflotte durch einen Überraschungsschlag der Japaner bei Pearl Harbour. 8. Dezember: Befehl Hitlers, mit der Verteidigung im Osten zu beginnen. 11. Dezember: Kriegserklärung Hitlers an die USA. 16. Dezember: Hitler erlässt den »Haltbefehl« für die Ostfront. 19. Dezember: Hitler übernimmt den Oberbefehl des Heeres. 22. Dezember: erstmaliges Treffen zwischen Churchill und Roosevelt. 25. Dezember: Absetzung des Führers der Panzerdivisionen im Osten durch Hitler. 1942
3. Januar: Gegenüber dem japanischen Botschafter in Berlin erklärt Hitler, er messe dem Krieg Japans gegen Amerika eine hohe Bedeutung bei. 20. Januar: Auf einer Konferenz in Wannsee wird ein genaues Vorgehen zur Liquidierung des Judentums ausgearbeitet. 2.-15. Februar: Eroberung Singapurs von der Landseite her durch die Japaner. 8. Februar: Ernennung Albert Speers zum Reichsminister für Bewaffnung und Munition. März: Auslösung des Bombenkriegs gegen deutsche Städte durch die britische Luftwaffe. 5. März: Befehl Hitlers, die Halbinsel Krim, Kertsch und Sewastopol zu erobern. 21. März: Bestimmung des Gauleiters Saukel zum Generalbevollmächtigten für den Arbeitseinsatz. 1. April: Der amerikanische Kriegsminister Stimson und der Chef des Generalstabes, General Marshall, stimmen für eine baldige Landung in Frankreich. 5. April: Laut einer Weisung Hitlers wird als Hauptziel der deutschen Kriegführung die Zerstörung der wirtschaftlichen Kraftquellen des Gegners angegeben (Eroberung des Ölgebietes im Kaukasus und Vernichtung der feindlichen Armeen am Don). 26. April: In einer Reichstagsrede fordert Hitler die Gewalt über Leben und Tod und die Befreiung von allen Fesseln der Gewohnheit und des Rechts. 29. April: Treffen Mussolinis und Hitlers in Salzburg. 4. Mai: Die Vorgehensweise für den Angriff in Libyen Ende Mai und die Eroberung Maltas Mitte Juni wird im Plan »Herkules« beschrieben. 8. Mai: Das deutsche Heer beginnt die Sommeroffensive gegen die Sowjets. 17. Mai: Mit der Gefangennahme von ca. 240 000 sowjetischen Soldaten wird die Schlacht bei Charkow beendet. 26. Mai: Ermordung des Reinhard Heydrich (Beauftragter für die Endlösung der Judenfrage, stellvertretender Reichsprotektor in Böhmen und Mähren) durch tschechische Partisanen. 29. Mai: Ohne Erfolg fordert der sowjetische Volkskommissar des Äußeren, Molotow, die sofortige Errichtung einer zweiten Front. 30. Mai: Der erste Tausend-Bomber-Angriff wird von der britischen Luftwaffe durchgeführt. Dabei wird Köln beinahe völlig zerstört. 3. Juni: Schwere Niederlage der Japaner in der Seeschlacht bei den Midway-Inseln. 10. Juni: Das Dorf Lidice (Tschechoslowakei) wird dem Erdboden gleichgemacht, da dieses den Attentätern Heydrichs Unterschlupf gewährt hatte. 18.-26. Juni: Beratende Gespräche zwischen Churchill und Roosevelt. 22. Juni: Unter der Führung Rommels erreicht das deutsche Afrika-Korps die ägyptische Grenze. 20. Juli: In Gesprächen zwischen Churchill, dem Vertrauten des Präsidenten Roosevelt, Hopkins, und den Militärs wird die Landung in Nordafrika beschlossen. 29. Juli: Befehl des sowjetischen Oberkommandos an die Truppen, auf keinen Fall bei Stalingrad zurückzuweichen. 7. August: Anlässlich der Landung der ersten amerikanischen Marine-Division auf der Salomonen-Insel Guadalcanal wird im Pazifik eine Kriegswende eingeläutet. 9. August: Deutsche Truppen besetzen die Ölfelder von Maikop. 12. August: In Moskau finden Verhandlungen zwischen Stalin, Churchill und Harriman, dem Vertreter Roosevelts, statt. 19. August: Der Oberbefehlshaber der 6. Armee, Generaloberst Paulus, erteilt den Befehl zum Angriff auf Stalingrad. Scheitern einer »Probelandung« der britischen Armee bei Dieppe. 1. September: Eindringen deutscher Truppen in die Vorstädte von Stalingrad. 24. September: General Zeitzler wird Chef des Generalstabes des Heeres. Abschaffung des politischen Kommissars in der sowjetischen Armee. 23. Oktober: Die britische Armee durchbricht unter der Führung Montgomerys die deutsch-italienischen Stellungen bei El Alamein. 7. November: Landung amerikanisch-britischer Truppen in Nordafrika. 11. November: Nachdem die Alliierten Nordafrika erreicht haben, lässt Hitler deutsche und italienische Truppen in das unbesetzte Frankreich einmarschieren. Admiral Darlan, der Oberkommandierende der französischen Armee, schließt sich in Nordafrika den Alliierten an. 19. November: Beginn einer sowjetischen Offensive zur Umzingelung Stalingrads. Die dritte rumänische Armee wird von der sowjetischen »Südwestfront« durchstoßen. 20. November: Die vierte rumänische Armee wird von der zweiten russischen Umfassungsarmee durchstoßen. 22. November: Stalingrad ist umzingelt. Befehl Hitlers an die sechste Armee in Stalingrad, sich ruhig zu verhalten und auf weitere Befehle zu warten. 23. November: Bitte des Oberbefehlshabers der sechsten Armee an Hitler, aus Stalingrad nach Südwesten ausbrechen zu dürfen. 24. November: Hitler verspricht Entsatz der sechsten Armee. 25. November: Hitlers und Görings Versprechungen werden von General Seydlitz in einem Schreiben an den Oberkommandierenden der sechsten Armee als Lüge aufgedeckt. 27. November: Generalfeldmarschall Manstein übernimmt den Oberbefehl über die Heeresgruppe Don. In Toulon versucht Hitler, die französische Flotte durch Handstreich zu nehmen. 12. Dezember: Die Panzerarmee Hoth versucht nach Stalingrad durchzubrechen. 23. Dezember: Aufgrund der mittlerweile eingeleiteten Offensive am Don wird der Versuch der Armee Hoth abgebrochen. 24. Dezember: Admiral Darlan wird von einem Anhänger de Gaulles ermordet. 27. Dezember: General Wlassow wendet sich von den Sowjets ab und bildet ein Komitee »zur Befreiung der Völker Russlands«. 1943
8. Januar: Die deutschen Truppen in Stalingrad werden vom sowjetischen Oberkommando zur Übergabe aufgefordert. 14. Januar: In Casablanca treffen sich Churchill und Roosevelt zu einer Konferenz. 28. Januar: Die deutschen Armeen in Stalingrad werden gespalten. 31. Januar: Großadmiral Dönitz wird Oberkommandierender der Kriegsmarine. 14. Februar: Die deutsche Armee gibt Rostow frei. 18. Februar: An der Münchner Universität werden von den Geschwistern Scholl Flugblätter gegen Hitler verteilt. Unter dem Motto »Wollt ihr den totalen Krieg?« hält Goebbels im Sportpalast zu Berlin eine Rede. April: Um Nachschubschiffen Geleitschutz zu gewähren, werden von den Alliierten erstmals Flugzeugträger, Langstreckenbomber und das Radar eingesetzt. 13. April: Ungefähr zehntausend Leichen werden in Katyn entdeckt. Es handelt sich um polnische Offiziere, die allesamt an einem Genickschuss starben. Daraufhin brechen die diplomatischen Beziehungen zwischen der polnischen Exilregierung und der Sowjetunion ab. 19. April: Brutale Niederschlagung des bewaffneten Aufstands im Warschauer Ghetto, der sich gegen die Verschickung von Juden in die Todeskammern von Auschwitz richtete. 12. Mai: Churchill und Roosevelt treffen zur Konferenz von Washington zusammen. 13. Mai: Kapitulation der deutschen Truppen in Nordafrika. 15. Mai: Auflösung der kommunistischen Internationalen durch die Sowjetunion aus Rücksicht auf die westlichen Verbündeten. 24. Mai: Die Bekämpfung von Geleitzügen durch U-Boote wird vom Marinekommando eingestellt. 1. Juli: Gegenüber dem Generalfeldmarschall Manstein wendet sich Hitler abermals gegen Versprechungen an sowjetische Teilvölker. 9. Juli: Landung britisch-amerikanischer Truppen auf Sizilien. 12. Juli: Gründung des »Nationalkomitees Freies Deutschland« in Moskau, bestehend aus in Stalingrad in Gefangenschaft geratenen Generälen und kommunistischen Politikern. 19. Juli: Hitler und Mussolini treffen sich in Feltre. 24. Juli: Mit einem britischen Terrorangriff auf Hamburg wird eine anhaltende Reihe massiver Luftangriffe auf deutsche Städte in die Wege geleitet. Sturz Mussolinis durch den Großen Faschistischen Rat und Verhaftung Mussolinis auf Befehl des Königs hin. 25. Juli: Ernennung einer neuen italienischen Regierung unter General Badoglio. 17. August: Die Ausbildung und Herstellung der V-Waffen wird durch einen schweren britischen Angriff erheblich verzögert. 19.-24. August: Treffen von Churchill und dem amerikanischen Präsidenten in Quebec. 7. September: Als Folge der Aufgabe von Stalino verliert das Reich das Donezbecken. 8. September: Die Bekanntgabe der Kapitulation Italiens durch Marschall Badoglio zieht harte Gegenmaßnahmen Deutschlands nach sich. 9. September: Ein Großteil der italienischen Flotte kann nach Malta fliehen. Landung britisch-amerikanischer Divisionen im Golf von Salerno. 10. September: Besetzung Roms durch deutsche Truppen. 11. September: Die Alliierten erreichen die Reichsgrenze. Zwischen Italien und den Alliierten wird ein förmlicher Waffenstillstand geschlossen. 12. September: Befreiung Mussolinis durch die SS. 15. September: Mussolini ruft die italienische Republik aus. 23. September: Erklärung Goebbels an Hitler, Deutschland solle mit einer Mächtegruppe Frieden schließen. 23. Oktober: Armeegruppen brechen zum unteren Dnjepr durch und schneiden so die Krim ab. 22. November: In Kairo treffen sich Churchill, Roosevelt und Chiang Kaischek. 28. November – 1. Dezember: Roosevelt, Stalin und Churchill treffen sich in Teheran und vereinbaren die Landung in Frankreich im Jahre 1944 sowie den Austausch Ostpolens an die Sowjetunion gegen den Erwerb deutscher Gebiete. 3. Dezember: In Kairo treffen sich Roosevelt, Churchill und der türkische Staatspräsident. 12. Dezember: Bündnisvertrag zwischen der Sowjetunion und der tschechischen Exilregierung unter Benesch. 22. Dezember: Einführung des NS-Führungsoffiziers in der deutschen Wehrmacht. 1944
22. Januar: Landung der Alliierten in Italien bei Anzio und Nettuno. 15. Februar: Erklärung des Großadmirals Dönitz vor den Oberbefehlshabern, England könne friedensbereit gemacht werden, indem eine neue deutsche Offensive zur See gestartet wird. 22. Februar: Churchill versucht die Bedenken der polnischen Exilregierung gegen den Gebietsaustausch Polens in einer Rede im Unterhaus auszuräumen. 4. März: Eröffnung einer Offensive gegen die deutsche Heeresgruppe Süd durch die Sowjets.18. März: Die strategischen Punkte Ungarns werden von der Wehrmacht besetzt. 4. Juni: Die Wehrmacht räumt Rom. 6. Juni: Landung des britischen und amerikanischen Heeres in Frankreich. 10. Juni: Das französische Dorf Oradour wird von einer SS-Einheit zerstört, seine Einwohner ermordet. 14. Juni: Die Beschießung Englands durch Raketen nimmt seinen Anfang. 22. Juni: Die Sowjets eröffnen eine große Offensive gegen den Mittelabschnitt der Ostfront. 20. Juli: Verschiedene Widerstandskreise versuchen auf unterschiedliche Art die Herrschaft Hitlers zu unterbinden. Himmler wird Befehlshaber des Ersatzheeres. 21. Juli: Bildung eines prokommunistischen Polenkomitees in Moskau. 23. Juli: Einführung des »deutschen Grußes« in der Wehrmacht. 31. Juli: General Patton leitet den Bewegungskrieg in Frankreich ein, nachdem er bei Avranches die deutsche Front durchbrochen hat. 1. August: Festlegung der Sippenhaftung für Angehörige der deutschen Wehrmacht durch Hitler. In Warschau erhebt sich die polnische Geheimarmee unter General Bor. 4. August: Die deutschen Truppen räumen Florenz. An den Apenninen bauen sie eine Abwehrstellung auf. 15. August: Alliierte Truppen landen in Südfrankreich. Unter General de Gaulle ziehen französische Einheiten in Paris ein. Der Warschauer Aufstand wird von der Sowjetunion als »verbrecherisch« deklariert. 21. August – 26. September: In einer Konferenz bei Dumbarton Oaks bereiten die alliierten Mächte die »Vereinten Nationen« vor. 4. September: Finnland scheidet aus dem Krieg aus. 7. September: Der Oberbefehlshaber West sieht in dem Aufbau einer Auffangstellung am Westwall die einzig erfolgversprechende Lösung. 11. September: Alliierte Heere erreichen die Reichsgrenze. 12. September: Rumänien scheidet aus dem Krieg aus. 15. September: In Quebec unterzeichnen Roosevelt und Churchill den sog. »Morgenthauplan«, der die Vernichtung des Ruhrgebiets beinhaltet. 22. September: Roosevelt verleugnet den Morgenthauplan. 25. September: Hitler ordnet die Aufstellung des Volkssturms unter Führung der Gauleiter und oberster Leitung Himmlers an. 28. September: Die letzten Transporte aus Theresienstadt werden in die Todesfabrik von Auschwitz veranlasst. 2. Oktober: Die polnische Armee unter General Bor ergibt sich in Warschau. 11. Oktober: Entwurf des Generals Jodl für einen neuen Sensenschnitt durch die Ardennen. 13. Oktober: Auf einer Konferenz in Moskau beschließen Stalin und Churchill die »Neue Teilung Polens«. 14. Oktober: Generalfeldmarschall Rommel wird wegen seiner Beteiligung am 20. Juli zum Selbstmord genötigt. 15. Oktober: Ein ungarischer Sonderwaffenstillstand wird von den Deutschen gewaltsam verhindert. 21. Oktober: Amerikanische Truppen besetzen Aachen. Lynchjustiz gegen alliierte Flieger durch die Deutschen. November: Befehl Hitlers, Nordnorwegen in »verbrannte Erde« zu verwandeln. 25. November: Entscheidung Hitlers für die »große Lösung der Ardennen-Unternehmung«, d.h. für einen Vorstoß bis nach Antwerpen. 15. Dezember: Churchill setzt sich im Unterhaus für die Aussiedlung der Deutschen aus den Gebieten östlich der Oder-Neiße-Linie ein. 16. Dezember: Beginn der deutschen Ardennen offensive. 18. Dezember: Die Ardennen offensive kommt zum Stehen. 1945
1. Januar: Das Lubliner Komitee erklärt sich zur Regierung Polens. Großangriff der deutschen Luftwaffe auf alliierte Flugplätze. Zwar gelingt es ihr, 300 Flugzeuge zu vernichten, aber ihr eigener Bestand reduziert sich um ein Drittel und ist deswegen selbst nicht mehr einsatzfähig. 3. Januar: Die deutsche Armee zieht sich aus dem Ardennen gebiet zurück und kann sich so weitgehend der aus einem Angriff Montgomerys und Pattons resultierenden Umzingelung entziehen. 16. Januar: Vor den Oberbefehlshabern erklärt Hitler, er wolle sich im Westen allein auf die Verteidigung beschränken. Gleichzeitig entsendet er Truppen nach Ungarn. 23. Januar: Guderian, der Chef des Generalstabes, versucht ohne Erfolg, den Reichsaußenminister zu Friedensbemühungen zu bewegen. Die Sowjets erreichen die Oder. 26. Januar: Durch einen Vorstoß der sowjetischen Armee durch Pommern an die Ostsee wird Ostpreußen abgeschnitten. 31. Januar: Der Einschließungsring der sowjetischen Armeen um Königsberg schließt sich. Februar: Die Abtransporte zur See aus Ostpreußen nehmen ihren Anfang. Der Flüchtlingsstrom aus dem Osten wird immer größer. 4.-12. Februar: Roosevelt, Stalin und Churchill treffen sich in Jalta auf der Krim. Die Sowjetunion erteilt die Zusage, zwei bis drei Monate nach der deutschen Kapitulation in den Krieg gegen Japan einzutreten, wenn ihr die mandschurische Eisenbahn überlassen wird. Außerdem werden Vereinbarungen über die Besatzungszonen in Deutschland getroffen und über die Entfernung derjenigen deutschen Industrie, die für Kriegsproduktion jeglicher Art geeignet ist. 10. Februar: Hitler zieht die Kündigung der Genfer Konvention in Betracht. 13. Februar: Die Rote Armee erobert Budapest. Auf russische Veranlassung hin unternimmt die britische Luftwaffe einen schweren Luftangriff auf Dresden. 15. Februar: Die Rote Armee beginnt mit der Eroberung von Breslau. 16. Februar: Hitler befiehlt die Einsetzung von Standgerichten. 19. Februar: Der Einschließungsring um Königsberg wird von der Wehrmacht vorübergehend aufgesprengt. Graf Bernadotte, verwandt mit dem schwedischen König, verhandelt in Hohenlychen über das Schicksal der Norweger und Dänen in den Konzentrationslagern. 23. Februar: Köln wird von der amerikanischen Armee angegriffen. 26. Februar: Durchbruch der sowjetischen Armee zur Ostsee. Damit ist Ostdeutschland abgeschnitten. 7. März: Die Amerikaner überschreiten eine Brücke bei Remagen und bilden einen Brückenkopf auf dem linken Rheinufer. 8. März: In der Schweiz finden mit SS-General Wolf Verhandlungen über die Kapitulation der deutschen Streitkräfte in Italien statt. 10. März: Feldmarschall Kesselring wird Oberbefehlshaber im Westen. 17. März: Die amerikanische Armee besetzt Köln. 18. März: Hitler erklärt das »stärkere Volk des Ostens« zur Nation der Zukunft. 19. März: Hitler erlässt den sog. »Nero-Befehl«, der die Zerstörung aller Verkehrsverbindungen, Versorgungsanlagen, Gas- und Elektrizitätswerke und Produktionsanlagen anordnet, sobald sich der Gegner nähert. 22. März: Das Reich setzt die Regierung Szototay in Ungarn ein, die ihm hörig ist. Der britischen Armee gelingt es, den Übergang über den unteren Rhein zu erzwingen. 28. März: General Krebs wird Chef des Generalstabes. 30. März: Die Sowjetunion erobert Danzig. 31. März: Montgomery fordert, Berlin vor den Sowjets zu erobern. Eisenhower lehnt dieses Ansinnen ab. 1. April: Die sowjetische Armee beginnt den Angriff auf Wien. 3. April: Hitler erteilt den »Flaggenbefehl«: Alle männlichen Bewohner eines Hauses seien zu erschießen, welches eine weiße Flagge zeigt. 5. April: Russland kündigt den Nichtangriffspakt mit Japan auf. 12. April: Franklin Delano Roosevelt stirbt. 12. April: Teile der amerikanischen Armee haben sich 60 Meilen von Berlin entfernt aufgebaut. Königsberg wird vom Kommandanten den Russen übergeben. 13. April: Stalin verkündet die völlige Einnahme von Wien. 17. April: Gegen Berlin beginnt eine große russische Offensive. 18. April: Kapitulation des Ruhrgebietes. Einzug der Amerikaner in Leipzig. 20. April: Der deutsche Verteidigungsring um Berlin wird von der sowjetischen Armee durchbrochen. 23. April: Angebot der einseitigen Kapitulation gegenüber den Westmächten durch Himmler, sofern gegen die Sowjets weitergekämpft werden könne, bis die Front der Alliierten die deutsche Front ersetzen würde. Ablehnung des Angebots durch die Westmächte. 25. April: Vollständige Umzingelung Berlins. In San Francisco findet die Gründung der Weltorganisation der Vereinten Nationen (UN) statt. 28. April: Partisanen ermorden Mussolini und seine Geliebte. 29. April: Die Armee Wenck versucht erfolglos, Berlin zu befreien. 30. April: Selbstmord Hitlers. Testamentarisch bestimmt er Großadmiral Dönitz zum Reichspräsidenten. Churchill fordert vom alliierten Oberkommando, die Eroberung Prags vor den Sowjets zu unternehmen. 1. Mai: Goebbels und seine gesamte Familie verüben Selbstmord. Regierungsübernahme in Flensburg durch Großadmiral Dönitz und Einstellung des Kampfes gegen den Westen. 2. Mai: Ohne Berücksichtigung des testamentarischen Willens Hitlers bildet Großadmiral Dönitz eine neue Regierung. Montgomery gelingt es noch vor den Sowjets, Wismar und Lübeck zu erreichen. Der Kampfkommandant von Berlin übergibt sich den Sowjets. Öffentliche Erklärung Eisenhowers, die Unterscheidung zwischen Ost und West – wie sie von Großadmiral Dönitz in seinen Aufrufen getroffen worden ist – nicht zu teilen. 4. Mai: Die deutschen Armeen in der Lüneburger Heide kapitulieren vor dem britischen Feldmarschall Montgomery. 6. Mai: Der »Reichsführer SS« Himmler wird von Großadmiral Dönitz all seiner Ämter enthoben. Eisenhower kündigt in der Nacht vom 6. auf den 7. Mai an, Schießbefehl auch auf einzelne unbewaffnet überlaufende Soldaten zu erteilen, sollte die Unterzeichnung der Kapitulation noch weiter hinausgezögert werden. 7. Mai: Um 2 Uhr 41 wird die Kapitulation der deutschen Armeen in Reims unterzeichnet. 8. Mai: Um 24 Uhr tritt an allen Fronten Waffenruhe ein. 9. Mai: Die Waffenruhe wird in einem letzten Bericht der Wehrmacht mitgeteilt: »An allen Fronten schweigen die Geschütze.« 23. Mai: Die »Reichsregierung« Dönitz wird verhaftet. 5. Juni: Die oberste Regierungsgewalt Deutschlands wird durch eine Proklamation von den Siegermächten übernommen. 11. Juni: Die kommunistische Partei der Sowjetzone tritt an die Öffentlichkeit. 15. Juni: Neubildung der Sozialdemokratischen Partei der Sowjetzone. 20. Juni: Konstituierung der Christlich-Demokratischen Union in der Sowjetzone. 1. Juli: Die amerikanischen Armeen ziehen sich aus Sachsen und Thüringen zurück. Die Sowjets erteilen den alliierten Truppen die Erlaubnis, wie vereinbart in Berlin einzumarschieren. 11. Juli: Errichtung der Alliierten Kommandantur in Berlin. Ihre Amtszeit erstreckt sich bis in den Herbst 1946 hinein. 17. Juli: Konferenz der drei Siegermächte in Potsdam. 27. Juli: Bildung deutscher Verwaltungen in der sowjetischen Besatzungszone. 30. Juli: erste Sitzung des Kontrollrats in Berlin. 31. Juli: Die Regierungschefs der drei Siegermächte einigen sich darauf, die Verwaltung der Gebiete jenseits der Oder-Neiße-Linie Polen zu überlassen. Ferner beschließen sie, keine deutsche Regierung zu bilden. Allerdings wollen sie gesamtdeutsche »Verwaltungen« schaffen. Diese scheitern jedoch am Widerstand Frankreichs. 8. August: Die Siegermächte verständigen sich über die Abwicklung der Kriegsverbrecherprozesse. 1. September: Konstituierung der Christlich-Demokratischen Union in der britischen Zone. In Bayern wird die Christlich-Soziale Union gegründet. 7. September: Einleitung der Bodenreform in der sowjetischen Zone. 9. September: Reparationskonferenz in Paris. Es werden keine nennenswerten Ergebnisse erzielt. 19. September: Die Länder Bayern, Württemberg und Hessen werden gebildet. 30. Oktober: Ein Befehl der Militärregierung der Sowjetzone löst die Enteignung von Betrieben aus. 6. November: Bildung eines Länderrates aus den Regierungen der drei Länder in der amerikanischen Zone. 20. November: Abkommen der Siegermächte, das die Verteilung der aus dem Osten ausgesiedelten Deutschen auf die Besatzungszonen regelt. Beginn des Kriegsverbrecherprozesses in Nürnberg. Die Urteilsverkündung erfolgt am 1.10.1946, dessen Vollstreckung am 16.10.1946. 1946
20. Januar: In der amerikanischen Zone finden die ersten Gemeindewahlen statt. 26. März: Vom Kontrollrat wird ein Industrieplan erstellt, der das erlaubte Höchstmaß der deutschen Produktion festsetzt. 18. April: Die Befugnisse des Völkerbundes werden auf die UN übertragen und der Völkerbund selbst wird aufgelöst. 19. April: Die kommunistische Partei und die Sozialdemokratische Partei in der sowjetischen Besatzungszone schließen sich zusammen und bilden die Sozialistische Einheitspartei SED. 25. April: Die Außenministerkonferenz in Paris beschäftigt sich nur am Rande mit der deutschen Frage. 4. Mai: Die Einstellung der Reparationslieferungen an die Sowjetunion wird angeordnet. 31. Mai: Durchführung eines Schulreformprogramms durch die Sowjetzone. 15. Juni: Die deutsche Frage wird auch in einer zweiten Außenministerkonferenz nur am Rande gestreift. 30. Juni: Wahl von Vertretungskörperschaften in den Ländern der amerikanischen Zone. 15. Juli: Auf Anordnung der Militärregierung wird das Land Nordrhein-Westfalen gebildet. 1. August: erste Gemeindewahlen in der sowjetischen Zone. 30. August: Anlässlich eines Abkommens der Siegermächte wird das Land Rheinland-Pfalz gebildet. 6. September: Eine Rede des amerikanischen Außenministers Byrnes setzt den Beginn einer neuen Deutschlandpolitik der Amerikaner. Oktober: Wahl des Sozialdemokraten Ernst Reuter zum Bürgermeister. 24. November – 1. Dezember: Landtagswahlen in den Ländern der amerikanischen Besatzungszone. 2. Dezember: Das Land Bayern gibt sich eine Verfassung. Zusammenschluss der britischen und amerikanischen Besatzungszone zur Bizone. 11. Dezember: Das Land Hessen gibt sich eine Verfassung. 1947
1. Januar: Die Neugliederung der Länder Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg wird in der britischen Besatzungszone abgeschlossen. 3. Februar: In Ahlen gibt sich die CDU ein fortschrittliches Wirtschaftsprogramm. 6. Februar: Schaffung eines neuen Gemeinderechts in der sowjetischen Besatzungszone. 25. Februar: Der Kontrollrat beschließt die Auflösung Preußens. 10. März – 24. April: Auch die vierte Außenministerkonferenz bringt keine Lösung in der deutschen Frage. Es wird beschlossen, die deutschen Kriegsgefangenen bis Dezember freizulassen. 12. April: Verkündung der Truman-Doktrin durch den Präsidenten der Vereinigten Staaten: Jegliches weitere Vordringen des Kommunismus wird als eine Bedrohung für die Vereinigten Staaten angesehen. 20. April: erste Landtagswahlen in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Hamburg. 18. Mai: erste Landtagswahlen in der französischen Besatzungszone und in der Folge Bildung verantwortlicher Regierungen. 6./7. Juni: Treffen der Ministerpräsidenten der vier Besatzungszonen in München. Dort werden Fragen der wirtschaftlichen Einheit und der politischen Zusammenarbeit besprochen. Das Programm der Sowjets wird abgelehnt, worauf die Vertreter der Sowjetzone die Konferenz verlassen. 5. Juni: Verkündung des Marshall-Plans durch den amerikanischen Außenminister Marshall. 2. Juli: Die Sowjetunion verweigert die Beteiligung am Marshall-Plan. Außerdem nötigt sie die Tschechoslowakei, deren bereits erfolgte Zustimmung wieder zurückzunehmen. 15. Juli: Außerkraftsetzung der Direktive ICS 1067, die die Wiederherstellung der deutschen Wirtschaft beinhaltet. 24. Juli: Ernst Reuter wird von der Stadtverordnetenversammlung zum Oberbürgermeister Berlins gewählt. Die Sowjets verhindern die Anerkennung durch die Militärkommandantur. 28. August: In den Dreimächtebesprechungen in London einigt man sich auf eine Milderung des Industrieplanes für Deutschland.6. September: Jakob Kaiser schlägt einen deutschen Konsultativrat vor. 2. November: Veröffentlichung einer Demontageliste für die britisch-amerikanische Zone. Vorgesehen ist der Abbau von beinahe 700 Industriewerken. 25. November – 15. Dezember: Wiederum wird bei einer Außenministerkonferenz in London bezüglich der deutschen Frage ergebnislos verhandelt. 6. Dezember: Ein deutscher Volkskongress tagt in Berlin. 1948
6. März: Die Außenminister der drei Westmächte einigen sich in London darauf, eine Ruhrbehörde zu errichten. 7. Juni: In London wird von den Außenministern der drei Westmächte die künftige Deutschlandpolitik festgelegt. 18. Juni: In Folge der Währungsmaßnahmen führen die Sowjets die Blockade Berlins durch. 19. Juni: Auf Weisung der sowjetischen Militärregierung wird die Währungsreform in der sowjetischen Besatzungszone durchgeführt. 22. Juni: Durch den Konflikt zwischen den westlichen und sowjetischen Militärkommandanten entsteht in Berlin eine Doppelwährung. 24. Juni: Vom Warschauer Kommunique wird gefordert, dass sich die Ostblockländer an der Kontrolle über das Ruhrgebiet beteiligen. 1. Juli: Die Ministerpräsidenten der westlichen Besatzungszone werden von den Außenministern der Westmächte dazu aufgefordert, die Wahl zu einer verfassungsgebenden Versammlung Westdeutschlands durchzuführen. 7. Juli: Die westdeutschen Ministerpräsidenten plädieren für die Bildung eines parlamentarischen Rates aus Abgeordneten der deutschen Landtage. 1. September: Der Parlamentarische Rat tritt in Bonn zusammen. 30. September: Spaltung des Magistrats und der Verwaltung von Gesamtberlin. 29. Dezember: Endgültige Verständigung über die Errichtung einer Internationalen Ruhrbehörde. 1949
10. April: Die westdeutschen Besatzungsbehörden verständigen sich mit den westdeutschen Ländern auf das Besatzungsstatut. 4. Mai: Aufhebung der Berliner Blockade. 23. Mai: Das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland tritt in Kraft. Die Außenministerkonferenz in Paris kann sich wiederum nicht auf eine Lösung der deutschen Frage verständigen. 12. September: Wahl Theodor Heuss« zum ersten deutschen Bundespräsidenten. 15. September: Mit dem Zusammentritt des ersten Bundestages nimmt das politische Leben der Bundesrepublik seinen Anfang. Konrad Adenauer wird vom Bundestag zum Bundeskanzler gewählt. 20. September: CDU, CSU, FDP und DP bilden eine Koalitionsregierung. 7. Oktober: Die “Deutsche Demokratische Republik” wird gegründet. Wilhelm Piecks wird zum Präsidenten der DDR gewählt. Unter Otto Grotewohl bildet sich aus SED, CDU, LDP und NDP eine Koalitionsregierung. 11. November: Es wird eine sowjetische Kontrollkommission für die DDR gebildet. 20. November: Die Bundesrepublik tritt der Internationalen Ruhrbehörde bei. 24. November: Das Petersberger Abkommen besagt den allmählichen Abbau der Demontagepolitik. 15. Dezember: Der Bundeskanzler und der amerikanische Hohe Kommissar schließen einen Vertrag über den Beitritt der Bundesrepublik zur ERP. Ein erster völkerrechtlicher Vertrag macht die Bundesrepublik zur Empfängerin der Marshallplan-Hilfe. 1950
28. Februar: Vom Hohen Kommissar der USA werden gesamtdeutsche Wahlen vorgeschlagen.3. März: Frankreich und das Saargebiet treffen Abmachungen bezüglich der weiteren Eingliederung des Saargebietes in die französische Wirtschaft. 10. März: Die Bundesregierung sieht in den Saarkonventionen eine Vorwegnahme des Friedensvertrages und wendet sich dagegen. 13. März: Bundeskanzler Adenauer empfiehlt eine deutsch-französische Union. 16. März: Die DDR trifft eine Verordnung zur Entwicklung einer fortschrittlichen Kultur. 22. März: Vorschlag der Bundesregierung, in ganz Deutschland Wahlen zu einer verfassungsgebenden Nationalversammlung durchzuführen. 2. April: In einem Interview setzt sich der Bundeskanzler für eine Sicherheitsgarantie für die Bundesrepublik ein. 5. Mai: Charta der deutschen Heimatvertriebenen. 9. Mai: Vorschlag einer westeuropäischen MONTAN-UNION durch den französischen Außenminister Schuman. 16. Mai: Alliiertes Gesetz über die Entflechtung. 1. Juni: Inkrafttreten des alliierten Gesetzes zur Verhinderung einer deutschen Wiederaufrüstung. 25. Juni: Der Korea-Krieg bricht aus. 6. Juli: Polen und die DDR einigen sich auf die Oder-Neiße als Friedensgrenze. 17. August: In einem Interview werden vom Bundeskanzler Verteidigungstruppen gefordert, die ihm zufolge als Gegengewicht zur Volkspolizei nötig seien. 29. August: Bundeskanzler Adenauer verfasst eine Denkschrift zur Wiederbewaffnung der Bundesrepublik. 19. September: Von den westlichen Außenministern wird die Regierung der Bundesrepublik auf der New Yorker Ministerkonferenz als “einzige freie und gesetzliche deutsche Regierung” beschrieben. 15. Oktober: Wahl zur Volkskammer der DDR durch Einheitslisten. 24. Oktober: Vorschlag einer europäischen Verteidigungsgemeinschaft durch den französischen Ministerpräsidenten Pleven. 4. November: Die Sowjets schlagen eine Viererkonferenz über Deutschland vor. 13. Dezember: Die NATO beschließt unter Beteiligung deutscher Verbände eine atlantische Armee zu schaffen. 1951
5. März: Zusammentritt einer Viermächtekonferenz in Paris. 6. März: Verkündung der ersten Revision des Besatzungsstatuts durch die Alliierte Hohe Kommission. 15. März: Das Amt des Bundesministers des Auswärtigen wird von Bundeskanzler Adenauer übernommen. 18. April: Unterzeichnung des Vertrags über die MONTAN-UNION. 9. Juli: Großbritannien erklärt den Kriegszustand mit Deutschland für beendet. 12. Juli: Der Kongress der Vereinigten Staaten verkündet die Beendigung des Kriegszustandes mit Deutschland. 13. Juli: Frankreich teilt der Bundesrepublik die Beendigung des Kriegszustandes mit. 14. September: Die Außenminister der Westmächte beschließen auf einer Konferenz, das Besatzungsstatut durch vertragliche Vereinbarungen abzulösen. 27. September: In einer Regierungserklärung verkündet Adenauer die Wiedergutmachung an den Juden. Zur Frage gesamtdeutscher Wahlen stellen die Bundesregierung und der Bundestag ein 14-Punkte-Programm auf. 21. Dezember: Aufhebung des Ruhrstatuts. 1952
11. Januar: Der Vertrag über die MONTAN-UNION wird vom Bundestag mit 232 gegen 143 Stimmen ratifiziert. 10. März: Die UdSSR legt den Entwurf eines Friedensvertrages mit Deutschland vor. 25. März: Antwort der Westmächte auf den sowjetischen Deutschland-Vorschlag: Die Bildung einer gesamtdeutschen Regierung sei nur nach freien Wahlen möglich. 13. Mai: Des Weiteren erklären die Westmächte gegenüber der Sowjetunion, die “notwendige Handlungsfreiheit” einer künftigen gesamtdeutschen Regierung müsse gewährleistet sein. 26. Mai: Der Deutschlandvertrag wird abgeschlossen. 27. Mai: Unterzeichnung des Vertrags über die Europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG) in Paris. 13. Juni: In einer Erklärung fordern die Parteien der DDR die Aufstellung einer Armee der DDR. 9. Juli: Proklamierung der Kollektivierung auf der 2. Parteikonferenz der SED. 23. Juli: Auflösung der Länder in der DDR. Sie werden durch 14 Verwaltungsbezirke ersetzt. 15. August: Das Gesetz über den Lastenausgleich wird beschlossen. 20. August: Kurt Schumacher, der Vorsitzende der SPD, stirbt. 14. September: Der Bund der Heimatvertriebenen gibt sein Programm bekannt. 1953
15. Januar: Der Außenminister der DDR, Dertinger, wird verhaftet und im Juni 1954 zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. 20. Januar: Präsident Eisenhower tritt sein Amt an. 27. Februar: In London wird die Rückzahlung der deutschen Auslandsschulden geregelt. 5. März: Tod Stalins.18. März: Das deutsch-israelische Wiedergutmachungsabkommen wird vom Bundestag angenommen. 28. Mai: Vom Ministerrat der DDR wird die Erhöhung der Arbeitsnormen beschlossen. 17. Juni: Aufstand in der DDR. 6. September: CDU/CSU gehen aus den Wahlen zum zweiten Bundestag mit absoluter Mehrheit hervor. 29. September: Der amtierende Bürgermeister West-Berlins, Ernst Reuter, stirbt. 20. Oktober: Unter Konrad Adenauer wird eine neue Bundesregierung gebildet. 1954
25. Januar – 18. Februar: In Berlin beraten die Außenminister der vier Alliierten erfolglos über die deutsche Frage. 25. März: Die Sowjetregierung erklärt die DDR zum souveränen Staat. 31. März – 23. Oktober: Die Westmächte führen mit der Sowjetunion einen ergebnislosen Notenwechsel bezüglich der deutschen Frage. 7. Juli: In Leipzig wird unter Beteiligung von mehreren Tausend Besuchern aus der Bundesrepublik der Evangelische Kirchentag abgehalten. 17. Juli: Wiederwahl von Theodor Heuss zum Präsidenten der Bundesrepublik. 30. August: Mit 319 gegen 164 Stimmen lehnt die französische Nationalversammlung die EVG ab. 28. September – 3. Oktober: In London beschließt eine Neun-Mächte-Konferenz, die Bundesrepublik für souverän zu erklären und sie in die NATO aufzunehmen. 21.-23. Oktober: Die Bundesrepublik erklärt ihren Verzicht auf atomare, biologische und chemische Waffen. Die Unterbreitung eines “europäischen Statuts” über die Saar zur Volksabstimmung wird von Deutschland und Frankreich beschlossen. 8. November: Verkündung der Kieler Erklärung über die Stellung der dänischen Minderheit in Schleswig-Holstein. 29. November – 2. Dezember: Aus einer Konferenz der Ostblockstaaten resultiert der Beschluss, eine Zonenarmee zu bilden. 27. Dezember: Billigung der Aufnahme der Bundesrepublik in die NATO durch die französische Nationalversammlung. 1955
15. Januar: In einer Erklärung von Radio Moskau wird die Wiedervereinigung Deutschlands durch freie Wahlen in Betracht gezogen, sofern auf die Pariser Verträge verzichtet wird. 25. Januar: Bekanntgabe der Beendigung des Kriegszustandes zwischen Deutschland und der UdSSR durch den Obersten Sowjet. 5. Mai: Aufhebung des Besatzungsstatuts durch eine Erklärung der Hohen Kommission. Die Hohe Kommission wird in der Folge aufgehoben und die Bundesrepublik ist somit souverän. 14. Mai: Die Ostblockstaaten schließen den Warschauer Pakt. 7. Juni: Die Regierung der Sowjetunion lädt die Bundesregierung zu Gesprächen nach Moskau ein. 18.-25. Juli: Die Regierungschefs der vier Alliierten kommen zu dem Entschluss, die deutsche Frage im Rahmen der europäischen Sicherheit zu lösen. 8.-14. September: In Gesprächen zwischen der Bundesrepublik und der Regierung der UdSSR beschließen diese die Aufnahme diplomatischer Beziehungen untereinander. Außerdem erhält die Bundesrepublik von der Sowjetunion die Zusage, die deutschen Kriegsgefangenen freizulassen. 23. Oktober: Das “europäische Statut” stößt bei 68 % der saarländischen Wähler auf Ablehnung. 9. Dezember: Das Auswärtige Amt macht auf die Folgen aufmerksam, die die Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit der DDR durch dritte Staaten mit sich bringt (Hallstein-Doktrin). 1956
18. Januar: In der DDR wird ein Gesetz über die Schaffung der Nationalen Volksarmee und das Ministerium für Nationale Verteidigung erlassen. 31. Januar: In einer Grundsatzerklärung beschließt der saarländische Landtag die Eingliederung des Saarlandes in die Bundesrepublik. 14. Februar: In Nordrhein-Westfalen wird ein konstruktiver Misstrauensantrag gegen die CDU-FDP-Regierung Arnold-Weyer gestellt. Die Regierung wird gestürzt und infolgedessen eine FDP-Regierung gebildet. Die FDP-Minister, die in der Adenauer-Regierung verblieben sind, wenden sich öffentlich gegen die neue Regierung in Düsseldorf. 24. Februar: Der Bundesvorstand der CDU will nur mit denjenigen Abgeordneten der FDP die Koalition weiterführen, die die Regierungsbildung in Nordrhein-Westfalen ablehnen.7. Juli: Mit 270 zu 166 Stimmen beschließt der Bundestag das Wehrpflichtgesetz. 17. August: Die KPD wird vom Bundesverfassungsgesetz für verfassungswidrig erklärt. 16. Oktober: Umbildung der Regierung Adenauer. Franz Josef Strauß wird zum Verteidigungsminister ernannt. 23. Oktober: In Ungarn findet ein Aufstand gegen die sowjetische Herrschaft statt. 29. Oktober: Frankreich und Großbritannien eröffnen den Krieg gegen Ägypten, nachdem die Stellungen Ägyptens auf der Halbinsel Sinai von Israel angegriffen worden sind. 1957
3. März: Die Synode der Evangelischen Kirche Deutschlands heißt den Vertrag mit der Bundesrepublik über die militärische Seelsorge für gut. 25. März: In Rom werden die EWG-Verträge abgeschlossen. 12. April: 18 deutsche Wissenschaftler wenden sich öffentlich gegen jegliche Atomrüstung der Bundesrepublik. 7.-13. August: Während eines Besuchs in der Ostzone verleiht Chruschtschow seiner Auffassung Ausdruck, dass es sich bei den zwei Staaten Deutschlands um die wahre Realität handle. 15. September: Die CDU/CSU geht aus den Wahlen zum Deutschen Bundestag mit 50,18 % der Stimmen hervor. Im Bundestag sind neben der CDU/CSU nur noch die FDP und DP vertreten. 3. Oktober: Wahl Willy Brandts zum Regierenden Bürgermeister von Westberlin. Der polnische Außenminister Rapacki veröffentlicht einen Plan über atomwaffenfreie Zonen in Europa. 16.-19. Dezember: Die Stationierung von Mittelstreckenraketen und die Einrichtung von Depots für Atomsprengköpfe in Europa sind Ergebnis einer NATO-Konferenz in Paris. 1958
25. März: Debatte des Bundestags über die Ausrüstung der Bundeswehr mit Atomwaffen. 29. Mai: In Frankreich übernimmt General de Gaulle die Macht. 10.-16. Juli: In Abwesenheit des sowjetischen Ministerpräsidenten Chruschtschow wird der Parteitag der SED abgehalten. 27. Oktober: Ulbricht erklärt Berlin zur Hauptstadt der DDR. 10. November: Chruschtschow verlangt die Revision des Potsdamer Abkommens. Gleichzeitig verkündet er die Übernahme der Befugnisse der Sowjetunion Berlin betreffend durch die DDR. 16. November: 99 % erklären sich bei den Wahlen zur Volkskammer der DDR für die Einheitsliste. 27. November: Die Westmächte erhalten von der Sowjetunion bezüglich Berlin ein Ultimatum. Der Regierende Bürgermeister von Berlin antwortet daraufhin, es könne über Deutschland verhandelt werden, nicht aber nur über Berlin. 7. Dezember: Wahlergebnis in Berlin: 53 % für die SPD, 38 % für die CDU und 1,9 % für die SED. 1959
7. Januar: In einer Note der DDR wird die Behauptung aufgestellt, Westberlin sei rechtswidrig von der DDR getrennt worden. 16. Februar: Auch die Westmächte signalisieren ihre Bereitschaft, über die deutsche Frage und über die europäische Sicherheit zu verhandeln. Verhandlungen nur über Berlin lehnen sie ab. Die Sowjetunion macht die Sechsmonatsfrist für die Berlin-Frage öffentlich. Die Westmächte stimmen einer Konferenz der vier Außenminister zu. 9. März: Chruschtschow stimmt der Stationierung eines geringen Truppenkontingents der Westmächte in Westberlin zu. 7. April: Die CDU/CSU stellt als Kandidaten für den Bundespräsidenten Konrad Adenauer auf und als Kandidaten für den Bundeskanzler den Wirtschaftsminister Erhard. 11. Mai – 5. August: Ergebnislose Konferenz der vier Außenminister der Alliierten bezüglich der Berlin- und Deutschland-Frage. 5. Juni: Adenauer zieht seine Kandidatur für das Amt des Bundespräsidenten zurück. 1. September: Heinrich Lübke wird von der Bundesversammlung in Berlin zum Präsidenten der Bundesrepublik gewählt. 1960
4. Januar: Gründung der EFTA (europäische Freihandelszone für Norwegen, Dänemark, Österreich, Spanien, Portugal, Schweiz, Schweden und Großbritannien). 14. April: Die Regierung der DDR lässt verlauten, dass es in der DDR keine Einzelbauern mehr gäbe. 1. Mai: Über der Sowjetunion wird ein amerikanisches U-2-Flugzeug abgeschossen. 17. Mai: Chruschtschow sprengt am zweiten Tag die Pariser Gipfelkonferenz. 20. Mai: Erklärung des sowjetischen Regierungschefs, den Status quo in Berlin bis zu einer neuen Gipfelkonferenz zu belassen. 23. Mai: Adolf Eichmann – einer der Hauptverantwortlichen für die “Endlösung der Judenfrage” – wird in Argentinien von einem israelischen Kommando entführt. 19. August: Der Führungsstab der Bundeswehr fordert in einer Informationsschrift Atomwaffen für die Schildkräfte. Hierzu zählt auch die Bundesrepublik. 12. September: Bildung eines “Staatsrates” in der Sowjetzone unter Walter Ulbricht. 8. November: John F. Kennedy, Kandidat der Demokratischen Partei, wird zum Präsidenten der USA gewählt. 9. November: Nach Kennedys Auffassung ist der Kampf für Berlin dem Kampf für die Freiheit von New York und der Welt gleichzusetzen. 1961
12. Januar: Der zehnte Evangelische Kirchentag wird von den Zonenbehörden in ihrem Machtbereich verboten. 16. Februar: Präses Kurt Scharf wird zum Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche gewählt. 10. März: Die Einberufung des Kirchentages nach Leipzig wird von den Zonenbehörden vereitelt. 3. + 4. Juni: Treffen zwischen Kennedy und Chruschtschow in Wien. 11. Juni: Veröffentlichung einer sowjetischen Denkschrift. Ihr zufolge würde die Sowjetunion einen Sonderfriedensvertrag mit der DDR schließen, sofern sich die beiden deutschen Staaten nicht innerhalb von sechs Monaten über einen Friedensvertrag einigen könnten. 17. Juli: Die Westmächte betonen in einer Note an die Sowjetunion ihre Rechte an Berlin. 13. August: In der Nacht zum 13. errichten die Zonenbehörden eine Mauer zwischen Ost- und Westberlin. 31. August: Ankündigung der Sowjetunion, ihre Kernwaffenversuche wiederaufzunehmen. 1. September: Ausweisung des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche Deutschlands aus Ostberlin. 17. September: Ergebnisse der Wahlen zum vierten Deutschen Bundestag: 242 Sitze für die CDU/CSU, 190 Sitze für die SPD und 67 Sitze für die FDP. 17. Oktober: Auf dem XXII. Parteitag der Kommunistischen Partei der Sowjetunion verkündet Chruschtschow, er bestünde nicht auf eine Frist für die Unterzeichnung des deutschen Friedensvertrages. 30. Oktober: Rücktritt des Außenministers Brentano. 7. November: Wiederwahl Adenauers zum Bundeskanzler. 1962
14. Januar: Der Ministerrat der EWG einigt sich auf den Übergang zur “zweiten Stufe der Römischen Verträge”. 12. März: Zum ersten Mal tagt die Evangelische Synode in Ost- und Westberlin nicht zusammen. 23. März: Bundeswirtschaftsminister Erhard spricht vom “Maßhalten”. 31. Mai: Adolf Eichmann wird in Jerusalem hingerichtet. 24. Juli: Beschluss des Bundesausschusses des DGB: Auf eine Bedrohung der demokratischen Grundordnung wird mit Generalstreik reagiert. 11. September: Der französische Staatspräsident hält sich besuchsweise in der Bundesrepublik auf. 26. Oktober: Der Herausgeber des “Spiegel” und seine verantwortlichen Redakteure werden wegen Landesverrat angeklagt (“Spiegel-Affäre”). 28. Oktober: Durch die Stationierung sowjetischer Raketen auf Kuba wird eine schwere weltpolitische Krise ausgelöst. 22. November: Aus Protest gegen das Verbleiben des Bundesministers Strauß – der in der “Spiegel-Affäre” belastet wurde – treten fünf FDP-Minister zurück. 24. November: Die SED legt einen neuen Programmentwurf vor. 30. November: Rücktritt des Bundesverteidigungsministers F. J. Strauß. 7. Dezember: Während der Koalitionsverhandlungen aller drei Parteien erklärt Adenauer für den Herbst 1963 seinen Rücktritt. 14. Dezember: Bildung einer neuen Koalitionsregierung zwischen CDU/CSU und FDP unter Adenauer. Die FDP gibt an, einer künftigen Koalition mit der SPD stünde nichts im Wege. 1963
9. Januar: Kai-Uwe von Hassel übernimmt das Verteidigungsministerium. 22. Januar: Ein deutsch-französisches Freundschaftsabkommen wird geschlossen. 1. Februar: Der Beitritt Großbritanniens zur EWG kann aufgrund der Ablehnung Frankreichs nicht vollzogen werden. 28. März: Der Export von Groß-Stahlrohren in die Sowjetunion wird von der Bundesregierung untersagt. 10. Mai: Die Bundesregierung spricht sich für die MLF aus (Multilaterale Atomflotte). 23. Juni: Frankreich entzieht seine Atlantik-Flotte dem Oberbefehl der NATO. 23.-26. Juni: Präsident Kennedy besucht die Bundesrepublik. 5. August: Ein Moskauer Abkommen verbietet Kernwaffenversuche. 12. Oktober: Rücktritt des Bundeskanzlers Adenauer. 17. Oktober: Ludwig Erhard von der CDU wird Bundeskanzler. 22. November: Ermordung des Präsidenten Kennedy in Dallas. Sein Nachfolger wird Lyndon B. Johnson. 17. Dezember: erstes Passierscheinabkommen für die Westberliner. 1964
17. Februar: Willy Brandt wird zum Parteivorsitzenden der SPD gewählt. 12. Juni: Zwischen der Sowjetunion und der DDR wird ein Beistands- und Freundschaftsvertrag geschlossen. 13. Juni: Die SPD setzt sich für die Wiederwahl Lübkes zum Bundespräsidenten ein. Willi Stoph von der SED wird Ministerpräsident der DDR. Außerdem wird ein zweites Passierscheinabkommen für die Westberliner geschlossen. 17. Oktober: Sturz Chruschtschows. Alexej N. Kossygin wird Ministerpräsident und Leonid I. Breschnew Parteichef. 1965
12. Mai: Die Bundesrepublik und Israel nehmen diplomatische Beziehungen auf. Das hat zur Folge, dass mehrere arabische Staaten ihre Beziehungen zu Bonn abbrechen. 19. September: Die Wahl zum fünften Deutschen Bundestag ergibt für die CDU/CSU 245 Mandate, für die SPD 202 Mandate und für die FDP 49 Mandate. 27. Oktober: Ludwig Erhard bildet sein zweites Kabinett. 26. November: Das dritte Passierscheinabkommen wird für die Westberliner geschlossen. 1966
11. Februar: Die SED richtet einen offenen Brief an die SPD und löst dadurch die Planung eines Redneraustausches aus. 23. März: Ludwig Erhard wird zum Parteivorsitzenden der CDU gewählt. 25. März: Friedensnote der Bundesregierung an alle Mächte. 29. Juni: Die SED sagt den Redneraustausch ab. 27. Oktober: Vier FDP-Minister treten aus dem Kabinett Erhard aus und lösen dadurch eine Regierungskrise aus. 10. November: Die Unionsparteien bestimmen Georg Kiesinger zum Kanzlerkandidaten. 30. November: Rücktritt des Bundeskanzlers Erhard. 1. Dezember: Wahl Kiesingers zum Bundeskanzler. Bildung einer Großen Koalition zwischen CDU/CSU und SPD. 1967
31. Januar: Die Bundesrepublik und Rumänien nehmen diplomatische Beziehungen auf. 20. Februar: Gesetz über die Staatsbürgerschaft der DDR. 13. April: Der SPD-Vorsitzende Brandt wendet sich in einem offenen Brief an die SED. 10. Mai: Kiesinger erhält ein Schreiben des Ministerpräsidenten Stoph über die Aufnahme normaler Beziehungen zwischen den beiden deutschen Staaten. 12. Oktober: Die Sowjetunion erklärt sich zu Gesprächen mit der Bundesrepublik bereit. 13. Dezember: Die Bundesrepublik und Jugoslawien verständigen sich auf die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen. 1968
9. April: Die DDR erhält eine neue Verfassung. 12. April: Auf Rudi Dutschke wird ein Mordanschlag verübt. Dies führt zu einer Eskalation der Aktionen der Außerparlamentarischen Opposition. 28. Juni: Die Notstandsverfassung tritt in der Bundesrepublik in Kraft. 21. August: Einmarsch der Truppen der Staaten des Warschauer Paktes in die Tschechoslowakei. 1969
5. März: Gustav Heinemann von der SPD wird von der Bundesversammlung zum Bundespräsidenten gewählt. 28. April: Rücktritt des französischen Staatspräsidenten General de Gaulle. Georges Pompidou wird sein Nachfolger. 10. Juli: Die Sowjetunion signalisiert Bereitschaft, sich mit den Westmächten über die Zufahrtswege nach Berlin zu verständigen. 28. September: Die Wahl zum sechsten Deutschen Bundestag ergibt 242 Mandate für die CDU/CSU, 224 Mandate für die SPD und 30 Mandate für die FDP. 21. Oktober: Wahl Willy Brandts zum Bundeskanzler. Bildung einer Regierung der “Sozialliberalen Koalition”. 28. November: Der Atomwaffensperrvertrag wird von der Bundesregierung unterzeichnet. 8. Dezember: Beginn des deutsch-sowjetischen Austausches in Moskau. 1970
5. Februar: Aufnahme des deutsch-polnischen Austausches in Warschau. 19. März: Brandt und Stoph treffen erstmals in Erfurt zu Gesprächen zusammen. 26. März: Die Botschafter der vier Mächte beginnen ihre Gespräche bezüglich Berlin. 21. Mai: zweites Treffen zwischen Brandt und Stoph in Kassel. 12. August: Der deutsch-sowjetische Vertrag wird von Brandt, Scheel, Gromyko und Kossygin in Moskau unterzeichnet. 7. Dezember: Der deutsch-polnische Vertrag wird in Warschau von Brandt, Scheel, Jedrychowski und Cyrankiewicz unterzeichnet. 1971
3. Mai: Ulbricht tritt als Erster Sekretär des ZK der SED zurück. Erich Honecker wird sein Nachfolger. 3. September: Das Berlin-Abkommen wird von den Botschaftern der vier Mächte unterzeichnet. 4. Oktober: Rainer Barzel wird Parteivorsitzender der CDU. 17./20. Dezember: Das Transitabkommen und das innerstädtische Reise- und Besuchsabkommen wird von der Bundesrepublik und der DDR unterzeichnet. 1972
27. April: Barzel unterliegt als Kanzlerkandidat der CDU/CSU, nachdem die Unionsparteien einen konstruktiven Misstrauensantrag gestellt hatten. 3. Juni: Die vier Außenminister unterschreiben das Berlin- Abkommen. 22. September: Auflösung des Bundestages durch den Bundespräsidenten, nachdem die Vertrauensfrage zu keiner Mehrheit für die Regierung geführt hat. 6. Oktober: Der Verkehrsvertrag zwischen der Bundesrepublik und der DDR wird gebilligt. 19. November: Die Wahl zum VII. Bundestag ergibt 225 Mandate für die CDU/CSU, 230 Mandate für die SPD und 41 Mandate für die FDP. 14. Dezember: Wahl Willy Brandts zum Bundeskanzler. Bildung einer zweiten sozial-liberalen Regierung. 21. Dezember: Der am 9. November paraphierte Grundvertrag zwischen der Bundesrepublik und der DDR wird unterzeichnet. Daraufhin nehmen zahlreiche Staaten diplomatische Beziehungen zur DDR auf. 1973
1. Januar: Die Verträge Großbritanniens, Irlands und Dänemarks bezüglich des Beitritts zu den Europäischen Gemeinschaften treten in Kraft. 9. Mai: Rücktritt Rainer Barzels als Vorsitzender der Bundestagsfraktion der CDU/CSU. 12. Juni: Helmut Kohl wird zum Bundesvorsitzenden der CDU gewählt. 18. Juni: Das Bundesverfassungsgericht lehnt den zweiten Antrag Bayerns auf einstweilige Anordnung ab. Der Grundvertrag wiederum kann in Kraft treten. 3. Juli: Die Europäische Sicherheitskonferenz in Helsinki beginnt. 18. September: Die Bundesrepublik Deutschland und die Deutsche Demokratische Republik werden Mitglied der Vereinten Nationen. 3. Oktober: Die Volkskammer wählt Willi Stoph zum Vorsitzenden des Staatsrates. Horst Sindermann wird Ministerpräsident der DDR. 11. Dezember: Brandt und Strougal unterzeichnen in Prag den deutsch-tschechoslowakischen Vertrag. 1974
3. März: Die SPD verliert bei den Bürgerschaftswahlen in Hamburg die absolute Mehrheit. 6. Mai: Bundeskanzler Willy Brandt tritt zurück. 15. Mai: Walter Scheel von der FDP wird durch die Bundesversammlung zum Bundespräsidenten gewählt. 16. Mai: Wahl Helmut Schmidts zum Bundeskanzler. Bildung einer dritten sozial-liberalen Regierung mit Hans-Dietrich Genscher als Vizekanzler und Außenminister. 19. Mai: Valery Giscard d’Estaing wird französischer Staatspräsident. 20. Juni: Staatssekretär Günter Gaus überreicht als Ständiger Vertreter in Ostberlin bei Stoph sein Beglaubigungsschreiben und Minister Michael Kohl in Bonn bei Heinemann.

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Info 18.11.2017 12:55
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