Einkeimblättrige Blütenpflanzen

Bedecktsamige Pflanzen, Angiospermen, sind vorherrschend in unserer Vegetation. Sie werden in zwei Gruppen gegliedert, in die Einkeimblättrigen (Monocotyledoneae) und die Zweikeimblättrigen (Dicotyledoneae). Die Namen der zwei Gruppen beziehen sich auf die Zahl der Keimblätter (Kotyledonen) im Samen: Alle Monokotylen haben ein Keimblatt, die Dikotyledonen zwei Keimblätter. Unterscheidungsmerkmale
Ein- und Zweikeimblättrige unterscheiden sich, außer durch die Zahl ihrer Keimblätter, noch durch andere Merkmale. Bei den Monokotylen sind die Leitungselemente für den Transport von Wasser und Nährstoffen in (auf dem Sprossquerschnitt) zerstreut liegenden Leitbündeln zusammengefasst. Die Blätter zeigen parallel verlaufende Nerven ohne Mittelrippe, jeder Blütenteil ist in der Dreizahl vorhanden. Die wenigen holzigen Arten besitzen keine Borke. Für die Monokotylen sind Pollenkörner mit einer Keimfalte charakteristisch. Bei den Zweikeimblättrigen erfolgt der Nährstoff- und Wassertransport in Leitbündeln, die (auf dem Sprossquerschnitt) im Kreise angeordnet sind. Die Blätter weisen ein Netzwerk von Adern und eine deutliche Mittelrippe auf. Die Blütenteile erscheinen in der Fünf oder Vierzahl, seltener in der Zweizahl. Es gibt viele holzige Arten, und ihre Stämme sind mit Borke bedeckt. Die Pollenkörner haben meist drei Keimfalten. Wir kennen insgesamt etwa 55 000 monokotyle Arten, sie machen rund ein Viertel aller blühenden Pflanzen aus und umfassen u.a. die Gräser, Palmen und Orchideen. Sie zeigen eine beträchtliche Formenfülle und die Blattgröße variiert von ein paar Millimetern bis zu 20 Metern bei der Raffiapalme (Raphia ruffia). Die Blüten vieler Familien zeichnen sich durch eine beachtliche Vielfalt aus, dies gilt besonders für die Liliazeen, die Orchidazeen und Bromeliazeen, aber auch für die Palmen (Palmaceae), die Riedgräser (Cyperaceae) und die Gräser (Gramineae). Weitere Beispiele für Einkeimblättrige werden auf den folgenden Seiten gebracht. Blüten von leuchtender Schönheit
Zu den Monokotylen gehören viele der schönsten und dekorativsten Gartenpflanzen, aber ebenso schmucke Wassergewächse. Zu den verbreitetsten Gartenpflanzen zählen Lilien, Narzissen (Amarllidaceae) und Schwertlilien (Iridaceae). Weitere Beispiele für besonders auffällige Blüten sind die Paradiesvogelblumen (Strelitzien) und die Canna-Arten. Die Orchideen entfalten einen besonderen Reichtum an prachtvollen Blüten, aber selbst die kompliziertest gebaute Orchideenblüte weist die für Einkeimblättrige charakteristische Dreizahl der Blütenteile auf, wenngleich diese manchmal schwer zu entdecken ist. Eine andere ansehnliche Gruppe vielseitig gestalteter monokotyler Pflanzen trifft man in der Familie der Ananas- oder Bromeliengewächse. Die meisten von ihnen wachsen auf anderen Pflanzen, insbesondere auf Bäumen (sie werden dann als Epiphyten bezeichnet), nur wenige leben terrestrisch. Vertreter dieser Familie sind in den amerikanischen Tropen verbreitet, in Wüstengegenden, in Dschungeln oder an salzhaltigen Küsten, man findet sie an Meeresküsten bis hinauf zu den Gebirgshängen. Bezeichnend für viele Pflanzen aus dieser Familie ist ein Farbwechsel der Blätter zur Blütezeit. Die Monokotylen sind weit über die Erde verbreitet. Sie reichen von den in den Tropen heimischen Palmen bis zu den Wollgräsern, die große Flächen der arktischen Tundra bedecken. Viele einkeimblättrige Pflanzen liefern Nahrung – wie z. B. die für den Menschen so wichtigen Getreidearten – und sind darum von hoher wirtschaftlicher Bedeutung. Wertvolle Nahrungspflanzen
Die Palmen sind von unschätzbarem ökonomischem Wert für den Menschen, da sie ihm Nahrung, Holz, Wachs, Öl, Zucker, Wein und Fasern liefern. Die verschiedenen Palmenarten variieren sehr hinsichtlich ihrer Größe und Gestalt. Einige sind schlankwüchsige Kletterer, die meisten jedoch zeigen das typische Bild eines holzigen, unverzweigten Stammes, der von einem Schopf stattlicher, steifer Blätter gekrönt ist. Sie haben kleine unansehnliche Einzelblüten, die aber gewöhnlich in großen Blütenständen stehen, die recht unterschiedlichen Früchte können Beeren (Datteln) oder Steinfrüchte (Kokosnuss) sein. Die Kokospalme (Cocos nucifera) wird in mannigfacher Weise genutzt, man hält sie für die wertvollste aller Palmen. Die Dattelpalme (Phoenix dactylifera) hat Blütenstände mit rund 10 000 Blüten. Um gute Ernten zu bekommen, hängt man Blütenstände von männlichen Pflanzen in die blühenden weiblichen Palmen. Datteln sind äußerst nahrhaft und bilden in einigen Teilen Nordafrikas die Hauptnahrung des Menschen. Einige Vertreter der Gramineen gehören wohl zu den wichtigsten Pflanzen überhaupt. Mit rund 600 Gattungen und 10 000 Arten sind die Gräser über die ganze Erde verbreitet. Graslandschaften finden sich in Gegenden, wo die jährliche Regenmenge 25-75 cm beträgt. Viele Grasarten sind lebenswichtig für Mensch und Tier, als Getreide, für grünes Weideland und sogar als Baumaterial. Die Bambuspflanzen sind mit wenigen Ausnahmen Gräser der Tropen. Die montanen Arten können die Kälte hochgelegener Standorte ertragen. Die verholzten, hohlen Sprossachsen, kräftig, zäh und durch massive Knoten versteift, besitzen große Widerstandsfähigkeit. Bambus wächst in verschwenderischer Fülle in Südostasien, seine Halme können sogar zur Verstärkung von Zement verwendet werden.

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Info 18.01.2018 05:09
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