Verschmutzung der Meere

Die Erde ist von riesigen Wasserflächen bedeckt. Allein der Pazifische Ozean ist größer als alle Kontinente zusammen. Schon immer sah der Mensch mit Scheu auf das Meer, was ihn nicht hinderte, Unrat jeglicher Art (fest, flüssig oder gasförmig) dort abzuladen. Frachtschiffe und Tanker lassen außer Sichtweite des Landes Ballast-, Spül- und Restflüssigkeiten ins Wasser ab. Küchenabfälle gehen über Bord und die Toiletten werden direkt ins Meer entleert. Die großen Flüsse, mit Unrat und giftigen Stoffen beladen (so z. B. der Rhein), ergießen sich in die Meere. Der Wind trägt Pestizide, Bleiverbindungen und andere giftige Bestandteile hinaus aufs Meer, die, wenn sie sich niederschlagen, die Ökologie der Ozeane empfindlich stören.

Ölkatastrophen
öl und Wasser vermischen sich nicht. Dennoch gelangen jährlich mehrere Millionen Tonnen Öl in die Meere, teils durch Unfälle, teils bewusst. Großes Aufsehen erregen vor allem die Öl-Unfälle. So flössen aus dem leckgeschlagenen Öltanker »Torrey Canyon« 1967 nahezu 100 000 Tonnen Rohöl in das Wasser vor der Küste von Lands End in Südwestengland. Das Öl legte sich über große Küstenstriche Englands und Frankreichs als ein dicker schwarzer Ölteppich, der Tausenden von Seevögeln zum Verhängnis wurde.

Jedes Jahr geschehen neue Ölkatastrophen durch Tankschiffe. Manche dieser Schiffbrüche ereignen sich in belebten Schifffahrtsstraßen, wie die der Pacific Glory und der Allegro im Ärmelkanal (1970), andere passieren in abgelegenen Meeren, wie die Havarie der Metula in der Magellanstrasse (1974). Alle diese Unfälle aber tragen zur sich langsam ausbreitenden Ölpest der Meere bei. Neben den Ölkatastrophen, die durch Tanker verursacht werden, sind auch massive Verunreinigungen durch Erdöl-Bohrplattformen eine große Gefahr, so zum Beispiel 1977 im Ekofisk-Feld südwestlich der norwegischen Küste.

Mit der Zunahme der Riesentankschiffe ist die Gefahr von Ölkatastrophen gestiegen, da bei einem Unglück wesentlich größere öl mengen frei werden. Doch nicht durch solche Unfälle, sondern durch Fahrlässigkeit oder gar mit Absicht werden die Meere am meisten mit Öl verunreinigt. Normalerweise säubern Tanker ihre Tanks mit Wasser. Angesehene Reedereien wenden eine Methode an, bei der das Reinigungswasser nicht einfach abgelassen, sondern an Land gefiltert wird. Da dieses Verfahren Kosten bereitet, halten sich manche Schiffsführer nicht an die Vorschrift, sondern lassen das ölbeladene Spülwasser direkt ins Meer ab. Den größten Anteil an der Verschmutzung der Meere aber haben die Abwässer, die vom Land ins Meer fließen, Flüsse führen große Mengen an ölen und anderen giftigen Stoffen heran.

Giftstoffe im Meerwasser
Das Ansteigen der Ölkatastrophen ist alarmierend. Immerhin kann öl als organischer Stoff mit der Zeit durch Organismen abgebaut werden. Dagegen bleiben einige Schwermetalle wie Blei, Cadmium und Quecksilber permanent giftig. Durch marine Organismen werden sie manchmal sogar angereichert. So waren die quecksilberhaltigen Industrieabwässer, die in die japanischen Küstengewässer geleitet wurden, für ungefährlich gehalten worden, doch nach und nach wandelte sich das Quecksilber im Meer zu einer gefährlichen Quecksilberverbindung um, die sich besonders in Schalentieren und Fischen speicherte. Der Genuss dieser Fische führte zur Minimata-Krankheit, deren Ursachen erst nach fast einem Jahrzehnt erkannt wurden. Der Fischfang in der Minimata-Bucht und einigen anderen quecksilberverseuchten japanischen Küstengebieten wird für kaum absehbare Zeit mit einem großen Risiko behaftet sein. t

Die Auswirkungen der Verunreinigung der Meere können noch nicht völlig übersehen werden. Es bedurfte zum Beispiel langer und intensiver Untersuchungen, den Tod tausender Seevögel in der Irischen See zu erklären. Die wahrscheinliche Ursache waren giftige organische Chemikalien, die von Industriebetrieben in den Fluss Clyde abgeleitet wurden. Durch die Meeresströmungen gelangen die Giftstoffe selbst in die entlegensten Gebiete. So wurde DDT beispielsweise im Wasser des Südpolarmeeres entdeckt. Das Insektenvertilgungsmittel DDT (heute bereits in den meisten Staaten verboten) wirkt sich schon in kleinen Mengen störend auf die Vorgänge der Photosynthese aus, dem wichtigsten Vorgang der Sauerstoffbildung.

Geschlossene Meeressysteme
Einige Meere können als geschlossene Wassersysteme betrachtet werden. Dazu zählen das Mittelmeer und die Ostsee. In ihnen geschieht der Wasseraustausch sehr langsam, da sie mit den großen Ozeanen nur durch enge Meeresstraßen verbunden sind. In solchen Meeresgebieten können sich Zusammenbrüche des ökologischen Systems schnell ereignen.

In gewisser Weise bilden alle Meere der Erde ein zusammenhängendes System. Veränderungen in einem Teil wirken sich mit der Zeit überall aus. Obwohl die Ozeane der gesamten Menschheit zur Verfügung stehen sollten, konnten sich die verschiedenen Staaten bislang nicht über gemeinsame, strikt einzuhaltende Regeln einigen. Vor einigen Jahren wurde von den UN die Konferenz der Intergovernmental Maritime Consultative Organization (IMCO) einberufen und dabei die Verunreinigung der Meere verurteilt. Dennoch geschah bisher wenig, den verbalen Forderungen Taten folgen zu lassen. Trotzdem erscheinen solche Konventionen als erste Ansätze, um zu einem späteren Zeitpunkt Fortschritte in der Reinhaltung der Meere zu erzielen.
 
Kategorie: Bodenschätze & Umwelt Nach oben

MyBude © 2008/2012
All rights reserved, including the right of reproduction in whole or in part in any form.
Referat: 82 - Verschmutzung der Meere
Verschmutzung | Meere | Bodenschätze | Umwelt
Hauptseite | Impressum | Haftungsausschluss | Sitemap | Wikipedia | Google | BMBF